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Yourfone Wie viel Facebook braucht ein Unternehmen?

Mit der Smartphone Flatrate für 19,90 hat E-Plus-Tochter Yourfone den Telekommunikationsmarkt im vergangenen Jahr tüchtig aufgemischt. Spannender als der Kampfpreis ist die Strategie der Emporkömmlings. Yourfone setzt voll aufs soziale Netzwerk. Ob sich das auszahlt?

Das sind die besten Mobilfunknetze
Platz 4: E-Plus, BASE, SimyoE-Plus hat auch im jüngsten Test der „Chip“ abermals das mit Abstand schlechteste Netz – daran hat bislang auch die „umfassendste Netzausbauinitiative der Unternehmensgeschichte“ nichts geändert, die E-Plus nach dem Desaster des Netz-Tests von 2011 versprochen hatte. Beim Telefonieren schnitt das E-Plus-Netz dagegen nicht ganz so schlecht ab – immerhin Platz drei. Düster sieht es jedoch bei der Datennetzqualität aus. E-Plus erreicht im Chip-Test 42,3 – das ist die Note 4,7 und damit klar mangelhaft. Auch die Gesamtwertung für Internet und Sprachqualität fällt mit 53,8 Punkten und der Note 3,9 nicht besser aus. E-Plus bleibt das mit großem Abstand schlechteste Netz Deutschlands. Um das herauszufinden waren die Tester mehrere Wochen lang zu Fuß, im öffentlichen Nahverkehr, mit dem Auto und im Zug unterwegs, um möglichst realistische Ergebnisse zu erhalten. Noch nicht berücksichtigt wurde das LTE-Netz, bei dem der Aufbau noch andauert. Neben E-Plus selbst nutzen unter anderem die Marken BASE, Simyo, Blau, Aldi Talk, Ay Yildiz und n-tv Go in Deutschland das E-Plus-Netz. Quelle: dpa
Platz 3: Telefónica O2O2 gibt im Test der „Chip“ ein gemischtes Bild ab: Während sich die Münchener bei der Sprachqualität verbessern konnten, schnitten sie bei der Qualität der Internet-Verbindung mehr als zehn Punkte schlechter ab als 2011 – Smartphone-Boom sei Dank. Allerdings wurden auch die Testkriterien für das mobile Internet verschärft. Beim Telefonieren erreicht O2 mit 73,2 Punkten Platz zwei und die Note 2,6. Beim mobilen Internet erreicht O2 nur 52,6 Punkte und damit Note 3,9. Der Abstand zu Deutscher Telekom und Vodafone ist damit in der Gesamtwertung gewachsen. Den dritten Platz erreicht O2 mit einer Gesamtwertung von 62,1 Punkten. O2 ist dabei vor allem in Regionen außerhalb der Innenstädte schwach. In dünn besiedelten Gebieten gelang es den Testern im Schnitt nur in der Hälfte der Fälle, eine normale Website unter 40 Sekunden aufzurufen. Die deutlich verschlechterte Datenqualität bei O2 hat auch schon Nutzer-Proteste provoziert. Unter http://wir-sind-einzelfall.de haben sich bereits mehrere Tausend Nutzer über die schlechte Datenqualität beschwert. Neben O2 nutzen auch die Marken Fonic, Klarmobil, Lidl Mobile, Tchibo, Simply, Türk Telekom und bestimmte Tarife von DiscoTel und DiscoPlus das O2-Netz. Quelle: dpa
Platz 2: VodafoneVodafone spielt bei der Internet-Netzqualität in Deutschlands Premium-Liga mit – das Gesamtergebnis ist mit weitem Abstand besser als bei E-Plus und O2. Während der drittplatzierte O2 im Vergleich zum Netztest von 2011 zurückgefallen ist, konnte Vodafone sich verbessern. In der Gesamtwertung erreicht Vodafone 71,9 Punkte und damit die Note 2,7. Allerdings zeigt sich bei Vodafone ein sehr gemischtes Bild: Bei keinem anderen Netzanbieter schlugen so viele Anrufversuche im Testzeitraum fehl, was mit Netzproblemen in der Stuttgarter Fußgängerzone während des Tests zusammenhängt. Auch wenn diese nicht in die Wertung eingeflossen wären, hätte Vodafone bei der Telefon-Netz-Qualität von allen Anbietern am schlechtesten abgeschnitten. Vodafone fiel vor allem durch besonders viele Aussetzer bei der Sprachqualität von Telefonaten auf. Beim mobilen Internet glänzt Vodafone dagegen. Trotz verschärfter Testkriterien konnte sich Vodafone hier um fünf Punkte verbessern – und rückt damit in die Nähe der Telekom. In ganzen 96 Prozent der Fälle gelang es, eine Website innerhalb von 40 Sekunden vollständig zu lohnen – über alle Regionen in Deutschland verteilt. Das Vodafone-Netz gibt es unter anderem auch unter den Marken DiscoTel (nur bestimmte Tarife), Edeka Mobil, Fyve, Tui, Bildmobil und Otelo. Quelle: dpa
Platz 1: Deutsche Telekom/CongstarWie bereits im Vorjahr kennt der Netztest der „Chip“ einen klaren Sieger: Die Telekom erreicht bei Internet- wie Sprachqualität den Spitzenplatz. Satte 80,2 Punkte erreicht die Telekom in der Gesamtwertung, das reicht für die Gesamtnote 2,2. In der Stadt wie auf dem Land waren Sprachqualität und Empfang für das Telefonieren gleichermaßen überzeugend. Nur in der Härtedisziplin Zugfahren sahen die Messergebnisse deutlich schlechter aus – allerdings immer noch deutlich besser als bei allen Konkurrenten. Auch beim mobilen Internet konnte sich die Telekom gegenüber dem guten Vorjahreswert nochmals etwas verbessern. Nur beim Upload ist Vodafone in Innenstädten etwas schneller. In allen anderen getesteten Regionen kann die Telekom Vodafone aber nach wie vor ausstechen. „Die Telekom führt das Feld in fast allen Einzelwertungen an und zeigt über alle Messungen hinweg eine bessere Erfolgsquote als die Konkurrenten“, schreibt die „Chip“. Die Nutzung des Telekom-Netzes muss übrigens nicht teuer sein: Die Telekom-Tochter Congstar nutzt ebenfalls das Telekom-Mobilfunknetz wie unter anderem die Discounter billiger.de, Callmobile, Ja Mobil, PennyMobil und Turkcell. Quelle: dpa
Schwachstelle ZugFazit des Tests über alle Anbieter hinweg: Der Boom bei Smartphones und Tablet-Computern macht den Mobilfunknetzen zu schaffen. „Die Netze werden immer voller, die Zuverlässigkeit sinkt“, berichtete die Zeitschrift. Im mobilen Internet sind mehr Verbindungsabbrüche festgestellt worden als im Vorjahr. Zudem gibt es dem Test zufolge immer noch Regionen, die nur schlecht an die Mobilfunknetze sind. Das spüren besonders die Fahrgäste der Bahn und die Bewohner von vergleichsweise gering besiedelter Regionen. Hier gibt es die Hoffnung, dass die neuen Mobilfunknetze mit dem schnellen LTE-Standard für Verbesserungen sorgen. Bei allen Netzbetreibern hat es im Vergleich zum Vorjahr mehr Probleme beim Telefonieren im Zug gegeben. „Gerade in Regionalbahnen gleichen Telefongespräche oftmals einem Glücksspiel“, schreiben die Tester. Alle Details des Tests finden Sie auf chip.de. Quelle: dpa

Soziale Netzwerke, vor allem Facebook, wird für Unternehmen immer mehr zum direkten Marktforschungsinstrument. Was die "Fans", wie die Kunden jetzt heißen, wollen, kann man hier direkt erfragen. Die Zeit der eindimensionalen Push-Werbung, bei der das Unternehmen seine Werbebotschaft über TV und Hörfunk hinausposaunt - ohne jede Möglichkeit der Kontrolle, ob sie überhaupt beim potenziellen Kunden ankommt - ist endgültig vorbei.

Marken lassen sich nicht mehr so einfach positionieren, wie sie schlaue Marketingköpfe am Reißbrett entworfen haben. Wofür eine Marke steht, müssen Unternehmen heute viel mehr gemeinsam mit den Verbrauchern entwickeln. Ein Unternehmen, dass sich dieses Vorgehen wie bisher nur wenige auf die Fahnen geschrieben hat, ist der Telekommunikationsanbieter Yourfone. "Wir bezeichnen uns als Unternehmen der zweiten Generation und versuchen unsere Community komplett miteinzubinden. Damit setzen wir uns vollständig von allen anderen Telekommunikationsunternehmen ab. Die betreiben noch Unternehmensführung 1.0.“, gibt sich Yourfone-Chef Hartmut Herrmann selbstbewusst.

Nicht ganz zu unrecht. Die Marke aus der E-Plus-Familie bietet seit April des vergangenen Jahres eine Smartphone-Flatrate für 19,90 Euro an. Unbegrenzt viele Gespräche ins Fest- und Mobilnetz sind darin enthalten sowie schnelles Surfen im Internet bis zu einer Datenmenge von 500 MB, danach wird die Verbindung langsamer - SMS kosten extra, trotz dieser Einschränkungen ist die Flat günstiger als vergleichbare Angebote. 19,90 Euro - ein echter Kampfpreis, mit dem die Neulinge den Markt kräftig aufgemischt haben. Zu Umsatz oder Kundenzahl äußert sich Yourfone nicht, mit der Zahl der Fans auf der Facebook-Seite kann Herrmann dagegen protzen: weit über 200.000 sind es schon.

Doch die bloße Menge ist nicht das, was den Manager freut, sondern die Aktivitätsrate, die geradezu "unglaublich hoch" sei. Klemens Skibicki, Marketingprofessor an der Cologne Business School, ist Experte für soziale Medien. Er stellt Yourfone ein gutes Zeugnis aus. "Die Produkte der Telekommunikationsanbieter gleichen sich, eine Differenzierung über das Produkt ist daher kaum möglich. Yourfone hat das verstanden, daher ist es richtig, voll auf Social Media zu setzen und sich damit abzuheben." Yourfone ist zwar auch bei TV-Werbung präsent, der Großteil des Marketingbudgets dürfte allerdings ins Netz fließen. Ähnlich übrigens wie bei Konkurrent O2, hier ist bereits die Hälfte des Budgets für Internetaktivitäten verplant.

Die Frage, die sich dabei stellt, ist, wofür genau die Unternehmen ihr Geld im Web ausgeben. Fans in sozialen Netzwerken zu generieren, ist eine Sysiphus-Arbeit oder aber die Folge eines schlauen Einsatzes von Social-Media-Adds - also Werbung in sozialen Netzwerken, die meistens wiederrum auf die Fan-Page des betreffenden Unternehmens führt. So werden mit Gewinnspielen und Rabattaktionen Nutzer zu Fans der eigenen Marke gemacht. Die Unternehmen bezahlen mitunter fünfstellige Beträge, so Schätzungen von Branchenkennern, um sich ihre Fanbase auf Facebook zu erkaufen, die sie im Anschluss intensiv betreuen müssen, damit sie erhalten bleibt.

Wozu der Aufwand?

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