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Zahlungsdienstleister Erneute Durchsuchung bei Wirecard

Im Juni hatte der inzwischen insolvente Zahlungsdienstleister Wirecard Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Wirecard seit 2015 Scheingewinne auswies, und ermittelt wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs. Quelle: dpa

Beim Zahlungsdienstleister Wirecard gab es laut einem Bericht der „Süddeutsche Zeitung“ erneut eine Durchsuchung. Grund sei der Verdacht der Geldwäsche. Auch die KFW-Tochter Ipex rückt in den Fokus.

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Eine 100 Millionen Euro schwere Kreditlinie der Staatsbank KfW für den zusammengebrochenen Zahlungsabwickler Wirecard hat die Strafverfolger auf den Plan gerufen. „Wir bestätigen, dass Polizei und Staatsanwaltschaft in den Geschäftsräumen der KfW Ipex-Bank Ermittlungen im Zusammenhang mit unserer Finanzierung für Wirecard durchgeführt haben“, teilte ein Sprecher der Förderbank KfW am Dienstag auf Anfrage mit. Die auf Exportkredite und Projektfinanzierungen spezialisierte Tochter KfW Ipex kooperiere mit den Behörden.

Eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft nannte den Namen der Bank nicht, sie erklärte aber, es gehe um den Anfangsverdacht der Untreue. Die Staatsanwaltschaft ermittele gegen Verantwortliche einer Bank in Frankfurt. Dem Institut werde vorgeworfen, der Wirecard AG 2018 eine Kreditlinie über 100 Millionen Euro gewährt und diese 2019 verlängert zu haben, ohne Absicherungsgeschäfte abzuschließen, um sich vor Verlusten zu schützen. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen in Frankfurt habe es am Dienstag Durchsuchungen bei Wirecard gegeben. Die Staatsanwaltschaft in München, die im Fall Wirecard federführend ermittelt, wollte sich dazu nicht äußern. An der Durchsuchung sollen auch Beamte des Bundeskriminalamtes beteiligt gewesen sein, wie die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt. Demnach soll es nun auch um den Verdacht der Geldwäsche gehen.

Der ehemalige Dax-Konzern hatte im Juni Insolvenz angemeldet, nachdem Wirtschaftsprüfer milliardenschwere Luftbuchungen entdeckt hatten. Investoren hatten Milliarden verloren. Ex-Wirecard-Chef Markus Braun und andere Manager sitzen in Haft, der für das Tagesgeschäft zuständige Vorstand Jan Marsalek ist auf der Flucht. Der Skandal beschäftigt sogar die Politik. In einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss soll geklärt werden, wer verantwortlich dafür ist, dass die Machenschaften bei Wirecard so lange nicht entdeckt worden sind.

Mehr zum Thema: Erst Nikola, dann Grenke: Diesen Monat gab es gleich zwei spektakuläre Leerverkaufs-Attacken.

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