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Zehntes Jahr in Folge Apothekensterben setzt sich weiter fort

Apothekensterben Quelle: dpa

Vor zehn Jahren gab es in Deutschland mehr Apotheken denn je. Doch seitdem werden es jedes Jahr weniger, so auch 2018. Besonders Selbständige sind betroffen.

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2018 ist die Zahl der Apotheken in Deutschland das zehnte Jahr in Folge gesunken. Weniger als 19.500 Apotheken sind nunmehr in Deutschland aktiv. 2008 waren es noch gut 21.600. Das berichtet das Branchenportal Apotheke Adhoc. Die Anzahl der Apotheken fällt durch den fortwährenden Rückgang nun auf den tiefsten Stand seit mehr als dreißig Jahren.

Nach einer Hochrechnung des Portals haben rund 300 Apotheken im vergangenen Jahr den Betrieb eingestellt. Das entspricht einem Rückgang von 1,7 Prozent. Dabei fällt das Apothekensterben in den Bundesländern ganz unterschiedlich aus.

In Baden-Württemberg haben 2018 die meisten Apotheken dichtgemacht: 58 Betriebe waren es insgesamt. Eröffnet wurden hingegen nur vier. Nun finden Kunden ihre Medizin in Baden-Württemberg fortan nur noch bei 2578 Apotheken. Das entspricht einem Rückgang von 2,2 Prozent. Prozentual hat es das benachbarte Rheinland-Pfalz im vorigen Jahr mit -2,9 Prozent am stärksten getroffen. Lediglich zwei Eröffnungen standen 24 Schließungen gegenüber. Somit sind in Rheinland-Pfalz nur noch 979 Apotheken.

Deutlicher Rückgang in zehn Jahren

Die neuen Bundesländer scheinen da mitunter zukunftsträchtigere Standorte für Apotheken zu sein. In den vergangenen zehn Jahren blieb die Zahl der Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen weitgehend stabil. In den westlichen Apothekenkammern ist der Rückgang umso stärker: Negativer Spitzenreiter ist Westfalen-Lippe, wo es nun 13,8 Prozent weniger Apotheken gibt als noch vor zehn Jahren. Gefolgt von Rheinland-Pfalz (-13,3 Prozent), dem Saarland (-13,2 Prozent), Nordrhein (-12,5 Prozent), Schleswig-Holstein (-12,0 Prozent) und Baden-Württemberg (-11,7 Prozent).

Auch die Stadtstaaten sind von dem bundesweiten Trend betroffen: In Bremen ist die Zahl der Apotheken seit 2008 um 16,2 Prozent zurückgegangen. In Hamburg um 12,9 Prozent und in Berlin um 11,2 Prozent. Gerade Online-Apotheken wie DocMorris oder Shop-Apotheke dürften einen Teil zum Apothekensterben beitragen. Sie bieten die bequeme Lieferung zu den Kunden nach Hause an, sodass diese nicht noch in einem stationären Geschäft vorbeischauen müssen.

Apotheke Adhoc berichtet zudem, dass die Entwicklung bei den selbstständigen, inhabergeführten Apothekern noch dramatischer sei: Ende September sei deren Zahl nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände um 265 auf 14.971 und damit erstmals unter die Marke von 15.000 gesunken. Damit hätte seit 2008 mehr als jeder fünfte Inhaber einer Apotheke aufgegeben.

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