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Zeitarbeit Randstad droht mit Klage gegen Bundesregierung

Exklusiv

Deutschlands größter Zeitarbeitskonzern Randstad will gegen die Bundesregierung klagen, sollte sie wie beabsichtigt die Überlassung von Leiharbeitern an andere Unternehmen auf 18 Monate befristen.

Pressefoto einer Randstadt-Niederlassung Quelle: PR

„Dazu wären wir bereit“, sagte Jacques van den Broek, Vorstandschef der niederländischen Konzernmutter in Amsterdam, im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Uns vorzuschreiben, wie lange wir Mitarbeiter an einem Arbeitsplatz beschäftigen dürfen, ist ein Eingriff in unsere Vertragsfreiheit.“

Grundlage für van den Broeks Drohung ist eine EU-Richtlinie von 2008. „Eine Begrenzung auf 18 Monate verstößt gegen den Geist dieser EU-Richtlinie“, so der Randstad-Chef. „Der zuständige EU-Kommissar Lázló Andor hat uns geschrieben, er werde jetzt alle Länder mit unzulässigen Beschränkungen der Zeitarbeit fragen, warum sie die EU-Richtlinie noch nicht umgesetzt haben.“

Warum Unternehmen Zeitarbeit einsetzen

Van den Broek erwartet negative Folgen sowohl für die Verleiher als auch für die Einsatzbetriebe, sollte die Bundesregierung die Höchstüberlassungsdauer beschränken. „Zeitarbeiter, die gute Arbeit leisten, müssen dann nach 18 Monaten das Unternehmen verlassen, in das wir sie eingesetzt haben und in einen anderen Einsatz gehen“, sagte er. „Das ist vor allem bei höher qualifizierter Projektarbeit nachteilig für Kunden und Mitarbeiter gleichermaßen.“

Was sich Fachkräfte von Zeitarbeit versprechen

Eine Kampfansage richtete van den Broek auch an den Konkurrenten Adecco. Der Weltmarktführer aus der Schweiz will in Deutschland an Randstad vorbeiziehen, hatte Adecco-Deutschland-Chef Andreas Dinges erklärt. Van den Broek kontert nun, Randstad werde die Marktführerschaft in Deutschland verteidigen und gezielt das margenstarke Geschäft mit Fachkräften ausbauen: „Die Poleposition in Deutschland ist uns wichtig. Die werden wir nicht freiwillig räumen, sondern verteidigen, indem wir wachsen – insbesondere im Professionals-Bereich“, also beim Verleih höher qualifizierter Arbeitskräfte, kündigte van den Broek an.

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