Zeitungskonzern Bei der WAZ endet eine Ära

Mit dem Kauf der Brost-Anteile an dem Zeitungskonzern kommt noch viel Arbeit auf die Neu-Eigentümer Grotkamp zu.

Die Anteile der WAZ verteilen sich künftig auf die drei Familien Funke, Schubries und Holthoff-Pförtner. Quelle: AP

Nahm er an den Redaktionskonferenzen teil, merkte man das schon von weitem: Erich Brost hörte in hohem Alter nicht mehr so gut, darum sprachen Chefredakteur und Ressortleiter in seiner Anwesenheit immer deutlich lauter. Als Gründungschefredakteur und Unternehmensmitbesitzer ließ es sich Erich Brost noch viele Jahre nicht nehmen, am Leben der Redaktion teilzuhaben. Seit Montag dieser Woche ist das Kapitel „Die Brosts und die WAZ“ endgültig Geschichte. Mit dem Verkauf der 50 Prozent am Essener Zeitungs- und Zeitschriftenriesen endet eine Ära der deutschen Zeitungsgeschichte.

Klarere Strukturen

Und auf die Erwerber, die Familie Grotkamp, kommt nach vollzogenem Kauf eine Menge Arbeit zu. Zwar sind die Verhältnisse an der Ruhr nun ein wenig sortierter: Statt zweier Familien – Brost und Funke – teilen sich nun die drei Familienstämme des WAZ-Mitgründers Funke die Anteile. Funke-Tochter-Petra und ihre Familie vereinen nun 66,6 Prozent der Anteile am Unternehmen auf sich, je ein Drittel entfallen auf die Familien Schubries und Holthoff-Pförtner. Von der Einigkeit dieser drei Stämme hängt nun die Zukunft des Medienhauses ab. An ihnen ist es jetzt, dem Unternehmen eine moderne Verfassung zu geben, eine starke Geschäftsführung und eine funktionierende Aufsicht. Sie werden sich ebenfalls sehr genau überlegen, wen sie an die Spitze des Konzerns setzen werden.

Regionalzeitungen unter Druck

Ein Jahr lang werden sie dafür Zeit haben. Dann endet eine Haltefrist, nach der sie Anteile am Konzern verkaufen dürfen – ein weiteres Novum in der WAZ-Historie. Bis dahin sollte der Grund gelegt sein für eine neue Konzernstruktur. Das würde auch den Wert der Anteile erhöhen und sie attraktiv machen für mögliche Käufer.

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Denn eines wissen alle Beteiligten sehr genau: Das Geschäftsmodell gerade von Regionalzeitungen steht angesichts des dramatischen Wandels in der Medienlandschaft unter massivem Druck. Da sollte zumindest die Aufstellung des Konzerns der notwendigen schnellen Anpassung an die Verhältnisse und dem Druck, neue Geschäftsmodelle zu erproben und zu entwickeln, nicht unnötig im Wege stehen.

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