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Discounter Angriff auf die Herrscher der Kaffeekapseln

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Mit diesen Kapseln will Krüger die Konkurrenz unterbieten

Während sich bei klassischem Filterkaffee, Bohnen für Vollautomaten und Pads – Aldi verkauft unter seiner Eigenmarke so viele Pads wie niemand sonst – die Handelskonzerne mit billigen Eigenkreationen tummeln, sind die Kapselsysteme die letzte Trutzburg der Markenkonzerne. Nun sollen dank Krüger auch Aldi & Co. mitverdienen – an einem Teilmarkt, dem Branchenbeobachter in den kommenden Jahren einen Zuwachs von mehr als dem Zehnfachen gegenüber der 2008 verkauften Menge von rund 3000 Tonnen voraussagen.

Für sein K-fee-Projekt fehlt Vollblutunternehmer Krüger – ähnlich wie vor knapp 40 Jahren – auch diesmal eigentlich die Expertise. Mit Röstkaffee, Kapseln und den dazugehörigen Maschinen hatte Krüger bisher nichts am Hut. Doch was kümmert das den Ehrenbürger der Stadt Bergisch Gladbach. Als Handelsmarkenspezialist ist er es gewohnt, erfolgreiche Produkte von Markenartikelherstellern nachzuahmen. Und schließlich vertrauen ihm die Handelsketten. Das reicht.

Das gute Verhältnis kommt nicht von ungefähr. Im Unterschied zu anderen Lebensmittelherstellern sucht der Hüne mit den breiten Schultern und dem grauen Haar das Geschäft mit den preisaggressiven Händlern von Beginn an, ist gemeinsam mit ihnen groß geworden. Alles andere wäre für ihn „falscher Stolz“ gewesen. „Heute, bei Marktanteilen von 40 und 45 Prozent, kommt keiner mehr am Discount vorbei“, sagt er. „Ich bin Private-Label-Hersteller und werde es auch in Zukunft bleiben.“

Preis der Kaffee-Kapseln 20 Prozent unter der Konkurrenz

Das K-fee System hat höchste Priorität. Dafür trennt sich Krüger sogar von seinem geliebten Fußballengagement. Mehr als 25 Jahre lang sponserte er den derzeitigen Fünftligisten SV Bergisch Gladbach. Damit ist nun Schluss. Krüger: „Ich muss zusehen, dass ich meinen Laden hier am Laufen halte. Wir haben erneut einige große Projekte vor.“ Dafür müsse viel Geld in die Hand genommen werden. Einen zweistelligen Millionenbetrag hat er schon investiert. Eine neue Produktionslinie ist einsatzbereit. Spätestens zum Weihnachtsgeschäft sollen Geräte und Kapseln in den Regalen stehen.

Preislich liegen die Maschinen, die laut Brancheninformationen in China gefertigt werden, mit rund 100 Euro im Rahmen der Konkurrenzmodelle. Bei den von Bosch und Krups produzierten Geräten für Kraft und Nestlé liegen die Basisgeräte ebenfalls bei rund 100 Euro. Lediglich Tchibo liegt bei 69 Euro. Sparen kann der Kunde bei K-fee dann jedoch bei den Kapseln. „Der Kapselpreis wird unter dem Abgabepreis der derzeitigen Marktführer liegen“, heißt es aus dem Hause Krüger. Ähnlich wie bei den Pad-Systemen dürfte eine Tasse Kaffee aus dem K-fee-System-Automat damit rund 20 Prozent billiger sein als das jeweilige Gebräu der Markenkonkurrenz.

Krügers Risikobereitschaft hat sich stets ausgezahlt. Denn er profitiert vom Wachstum der Billigketten und in jüngster Zeit davon, dass sich auch Vollsortimenter wie Rewe-Supermärkte und Real-SB-Warenhäuser verstärkt mit Eigenmarken bestücken, um gegen Aldi und Lidl zu bestehen. Für seine Mitarbeiter ist Krüger, der ab und an seinem Namen auch mal einen Ehrendoktortitel voranstellt, ein Chef zum Anfassen, ständig erreichbar, „24 Stunden am Tag – und wenn es notwendig ist, nehme ich die Nacht dazu“. Schon durch diese Omnipräsenz erneuert er täglich seine Autorität.

„Et muss vorwärtsjonn“

Krüger ist der Urtyp eines Fabrikanten, einer der letzten echten Patriarchen, rastlos, stur und durchsetzungsstark: „Wer sich in der Wirtschaft ausruht, der hat schon verloren. Hellwach müssen wir sein. Ich mag kein Gejammer.“ Delegieren fällt ihm schwer, ohne ihn läuft nichts. Jedenfalls glaubt Krüger das. Er kann aufbrausend sein, oft hört man ein „Zack, zack“ durch die Büroflure hallen. Einer seiner Leitsätze: „Et muss vorwärtsjonn.“

In Sachen Generationswechsel geht es in Bergisch Gladbach jedoch nicht so richtig vorwärts. Tochter Anke ist schon lange im Vertrieb des väterlichen Unternehmens tätig, Sohn Marc, den potenziellen Nachfolger, hat der Senior erst im April ins Unternehmen geholt. „Ich stelle ihm mit den Geschäftsführern Rolf Walendy und Guido Colsman zwei gute Leute zur Seite. Und ich bin ja auch noch da.“ Typisch Krüger.

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