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Discounter Generationenwechsel bei Aldi Nord

Der Discounter Aldi Nord bekommt einen neuen Chef: Der Top-Manager Marc Heußinger wird offiziell Anfang 2013 Gesamtverantwortlicher und löst den langjährigen Top-Manager Hartmuth Wiesemann ab. Das bestätigte die Unternehmenszentrale in Essen.

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Aldi Nord hat bald einen neuen Chef. Quelle: dpa

HB ESSEN. Der Discounter Aldi Nord bekommt einen neuen Chef. Marc Heußinger wird offiziell Anfang 2013 Gesamtverantwortlicher und löst den langjährigen Top-Manager Hartmuth Wiesemann ab. Die Unternehmenszentrale in Essen bestätigte am Freitag einen Bericht der "Lebensmittel Zeitung".

Der 44-jährige Heußinger, der seit 1998 für Aldi arbeitet, bekleidet die leitende Position bereits seit Jahresbeginn kommissarisch. Nach Informationen der Zeitung gilt Heußinger schon seit etwa einem Jahr als designierter Nachfolger Wiesemanns (66).

Noch zu Lebzeiten von Unternehmensgründer Theo Albrecht, der vergangenen Sommer starb, sei im Vorstand der Markus-Stiftung, die den Aldi-Verwaltungsrat kontrolliert, einvernehmlich mit Wiesemann die Zeit nach dessen Ausscheiden aus der operativen Verantwortung besprochen worden. Wiesemann steht bereits seit mehr als 50 Jahren in Diensten von Aldi Nord.

Heußinger gilt dem Bericht zufolge als Verfechter des bestehenden Aldi-Nord-Konzeptes, das viele Kenner der Discountszene für weniger innovativ halten wie das von Aldi Süd. "Der eingeschlagene Weg wird fortgesetzt. Wir sind gut unterwegs", sagte Heußinger dem Fachblatt.

Aldi, es steht für Albrecht-Discount, gilt als führender Discounter. Im Nachkriegs-Deutschland hatten die Albrecht-Brüder Theo und Karl aus einem kleinen Geschäft der Mutter in Essen-Schonnebeck das Geschäfts-Imperium aufgebaut. Schon früh wurde Aldi in Nord (Theo) und Süd (Karl) aufgeteilt. Bis heute entstanden weltweit mehr als 9000 Filialen mit mehr als 50 Milliarden Euro Jahresumsatz und rund 100 000 Mitarbeitern.

Zuletzt war die Lage für die erfolgsverwöhnten Billigheimer schwieriger geworden. Aldi kann, anders als die Konkurrenten, kaum noch durch neue Läden in Deutschland wachsen, weil das Filialnetz ohnehin schon sehr dicht ist. Hinzu kommen hausgemachte Probleme: Ob Bio-Produkte oder Waren jenseits des Lebensmittelgeschäfts - sämtliche Trends im Einzelhandel setzten zuletzt die Wettbewerber. durch. Aldi war mal das Original in der Discounter-Branche. Jetzt wirkt es oft wie seine eigene Kopie.

Das gilt für die Nord-Gruppe genauso wie für die Märkte im Süden der Republik. Die letzten erfolgreich eingeführten neuen Produktgruppen waren PC-Zubehör und Elektroartikel. Das war vor zehn Jahren. Versuche, mit Reisen oder Frisch-Backwaren neue Kunden zu ködern, erwiesen sich zuletzt nicht nur als Flops, sondern gefährdeten nach Ansicht von Fachleuten auch das Discount-Prinzip: "Aldis Stärke sind die schlanken Strukturen - das geht aber nur mit einem kleinen Sortiment", sagte ein Branchenexperte.

Bisher hatte Wiesemann deswegen die Parole ausgegeben: ab ins Ausland. Dort schienen die Wachstumsperspektiven grenzenlos. Aber auch das erwies sich in den vergangenen Monaten als schwierig. Die Geschäfte in Frankreich und den Niederlanden kriseln seit Monaten, heißt es in dem Unternehmen. Nicht gerade optimistisch stimmt auch die Tatsache, dass sich Karl Abrecht mit Aldi Süd aus Griechenland zurückzog - und damit erstmals einen kompletten Markt aufgab.

Doch von Krise kann auch keine Rede sein. Die Geschäfte boomen nicht, aber sie florieren. Die Rendite liegt stabil über fünf Prozent. Das Aldi-Prinzip ist seit jeher auch eines, das auf Beständigkeit und Verlässlichkeit beruht. Mode und Zeitgeist sind keine Vokabeln, die in diesem Unternehmen von großer Bedeutung wären.

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