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Discounter Warum Aldi & Co. immer wieder die Preise senken

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Netto-Discounter

„Die Discounter geben die gesenkten Rohstoffkosten an die Kunden weiter“, sagt Handelsexperte Thomas Roeb, Professor an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Denn tatsächlich fanden die meisten Rotstift-Aktionen bei Produkten statt, die – wie Milch und Fleisch – von hohen Preissteigerungen auf den Rohstoffmärkten betroffen waren.

Funktioniert der Markt, dürften sich die Preise bald wieder beruhigen. Denn seit einigen Wochen ziehen die Rohstoffkosten wieder an. Die Anhebung des Butterpreises und die von den Molkereien in Aussicht gestellte Erhöhung der Zahlungen an die Milchbauern sind erste Hinweise auf ein Ende der Preisschlachten.

Aldi unter Druck

Hängen die Preissenkungen nur an den niedrigeren Rohstoffkosten oder quetschen die Ketten ihre Lieferanten noch darüber hinaus aus? Gründe dafür hätten sie. „Die Discounter haben ihre besten Zeiten hinter sich“ – alle Jahre wieder kommen Marktforscher und Unternehmensberater zu dieser Erkenntnis. Bisher ist stets das Gegenteil eingetreten, der Marktanteil von Aldi, Lidl und Co. ist gewachsen. Behalten die Auguren dieses Mal recht?

Fakt ist: Die rund 15.000 Discountläden haben sich in den vergangenen Jahrzehnten einen Marktanteil von gut 42 Prozent erobert. „Da ist nicht mehr viel zu holen“, sagt Wolfgang Twardawa, Handelsexperte beim Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK. Laut GfK musste Aldi bis zur Jahresmitte einen Umsatzrückgang von mehr als vier Prozent hinnehmen. Allein im August soll der Billig-Gigant mehr als sieben Prozent eingebüßt haben. Auch Lidl hat sich von seinen teilweise zweistelligen Wachstumsraten der Vergangenheit verabschiedet. Beide Unternehmen veröffentlichen keine Geschäftszahlen. Bei Aldi Nord und Süd klingt das anders: In den Zentralen in Essen und Mülheim wird von deutlich weniger dramatischen Zahlen berichtet.

Im Süden ist allenfalls von Stagnation, im Norden von leichten Rückgängen die Rede. Zudem sei die Ertragslage nach wie vor hervorragend, ist aus Aldi-Süd-Kreisen zu hören. Und auch der Norden signalisiert, dass er nach wie vor gut verdiene. Die Absatzmengen bei Lebensmitteln seien im Norden wie im Süden sogar gestiegen und würden somit die Rückgänge im Nonfood-Geschäft, also dem Verkauf von Pfannen, Babystramplern und Computern, größtenteils ausgleichen. Nachprüfbar ist das alles mangels offizieller Zahlen nicht.

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