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Drei neue Modelle Chinesen greifen deutsche Autobauer an

Zusammen mit dem israelischen Industriekonglomerat Israel Corp. will der chinesischer Autobauer Chery bis zu drei Modelle nach Europa bringen. Der Produktionsstart könnte bereits im kommenden Jahr stattfinden.

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Die Fahrzeuge des neuen Joint Ventures werden nicht unter der Marke Chery vermarktet und vertrieben. Quelle: handelsblatt.com

Der chinesische Autobauer Chery will einem Bericht zufolge hochwertige Autos für westliche Märkte bauen. Das Unternehmen habe sich dazu mit dem israelischen Industriekonglomerat Israel Corp. zusammengeschlossen, das gemeinsame Joint Venture tritt unter dem Namen Chery Quantum Auto Co (CQAC) auf. Entwickelt werden die Fahrzeuge demnach wiederum vom österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna. Dieser hatte 2009 kurz vor dem Kauf des deutschen Autobauers Opel gestanden, die Opel-Mutter General Motors machte dann allerdings in letzter Sekunde einen Rückzieher.

Die Autos sollen laut "FTD" "nach westlichem Standard" gebaut werden. Bislang hatten chinesische Autos in Sicherheitstests häufig versagt. Verkauft werden sollen die Wagen dem Bericht zufolge unter der Marke "Qoros". Ein Sprecher des Joint Ventures sagte der Zeitung allerdings, die Unternehmen seien "noch dabei, die Bekanntgabe unserer Marke zu planen".

Bereits 2012 könnte nach "FTD"-Informationen die Produktion des ersten Modells in China anlaufen. Das Auto solle ungefähr die Größe eines Skoda Octavia haben, also ein in Europa sehr beliebtes Fahrzeugsegment. Die Israel Corp. spricht von 150.000 Einheiten, in China ist aber von bis zu 500.000 Fahrzeugen die Rede.

Pikante Details des Deals

Pikantes Detail: Der Name Chery soll im öffentlichen Auftritt nicht vorkommen. Auch von dem ursprünglichen Plan, nach dem Chery Teile für die Fahrzeuge liefern sollte, hat sich das Joint Venture abgewendet. Es gab Zweifel an der Qualität der Bauteile. Der Konzern tritt in dem Joint Venture also nur noch als Investor auf.

Die Fahrzeuge sollen aber weniger in Europa für Furore sorgen, vor allem auf den wachsenden Automärkten in China, Indien und Brasilien sollen die drei Modelle nach den Vorstellungen von CQAC den europäischen Herstellern Konkurrenz machen. Europa werde "eher ein Randaspekt bleiben", sagte eine Beraterin des Unternehmens der "FTD".

Laut dem Zeitungsbericht will Chery bis zu 170.000 Fahrzeuge pro Jahr in Brasilien bauen. Dieses Vorhaben ist seit der vergangenen Woche schwerer geworden: Um den heimischen Markt zu schützen, erhöhte der brasilianische Finanzminister Guido Mantega die Steuer auf Industrieprodukte, die größtenteils aus dem Ausland stammen, um 30 Prozentpunkte. Für Produkte, deren Teile zu mindestens 65 Prozent aus den Mercosur-Staaten stammen, gilt die Steuer nicht. Die Strategie, die Einzelteile in China zu produzieren und in Brasilien nur zusammenzubauen, ist also teurer geworden.

Als Preis für die Fahrzeuge steht eine Summe zwischen 11.000 und 15.000 Euro im Raum. Offen ist noch die Vermarktungsstrategie, auch zu dem Vertrieb sind noch keine Details bekannt.

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