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Drogerie Schlecker steckt noch tiefer in den roten Zahlen

Dem Drogerieprimus Anton Schlecker bricht das Kerngeschäft weg. Interne Zahlen zeigen: Die deutschen Filialen schreiben Millionenverluste.

Die Party könnte karg ausfallen. Wenn Schlecker, Chef und Gründer der größten deutschen Drogeriekette, Ende Oktober seinen 65. Geburtstag feiert, dürfte sich die Stimmung am „Schleckerland“ getauften Konzernsitz im baden-württembergischen Ehingen in Grenzen halten. Denn ausgerechnet jetzt gerät sein Imperium ins Wanken. Die deutschen Schlecker-Filialen würden Millionenverluste schreiben, heißt es intern.

Wie stark das Kerngeschäft leidet, erfuhren rund 250 Schlecker-Betriebsräte auf ihrem Jahreskongress. Erstaunt nahmen sie Geschäftszahlen zur Kenntnis, die der Konzern zuvor den Betriebsratsgremien mitgeteilt hatte. Danach schrieben die deutschen Schlecker-Filialen 2008 einen Verlust von fast 52 Millionen Euro. Kein Vergleich zum Jahr 2000 als Schlecker noch stolze 118 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftete.

Umbau des Filialnetzes verschlingt Millionen

Diese „Aussagen können wir nicht bestätigen“, heißt es bei Schlecker dazu. Doch in der Branche ist längst klar, dass die rasche Expansion der Konkurrenten Rossmann und dm inzwischen voll auf den Branchenprimus durchschlägt.

Zwar versucht Schlecker mit neuen, größeren Filialen gegenzusteuern. Doch der Umbau des Filialnetzes verschlingt nicht nur Millionensummen, sondern trifft auch auf den Widerstand von Verdi. Die Gewerkschaft befürchtet den Verlust Tausender Arbeitsplätze. Neben Beschäftigungsgarantien fordert sie einen Sicherheitstarifvertrag als Antwort auf die steigende Zahl von Überfällen auf Schlecker-Filialen. „Andernfalls gibt’s Ärger, notfalls Streik“, sagte Verdi-Vertreter Achim Neumann.

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