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E.On-Chef Johannes Teyssen im Interview "Ich stehe unter Hochspannung"

Der Vorstandschef des Energieriesen E.On über seine Rolle als geschmähter Atomboss, die chaotische Energiepolitik der Bundesregierung und die Schmusestrategie gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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Johannes Teyssen Quelle: Martin Langhorst für WirtschaftsWoche

WirtschaftsWoche: Herr Teyssen, wie ist Ihr Lebensgefühl in diesen Tagen energetischer Energiepolitik?

Teyssen: Ich stehe unter Hochspannung. Aber ohne Spannung entsteht ja auch nichts.

Aber was entsteht? Die Bundeskanzlerin hat dazu statt einer Technik- eine Ethikkommission eingerichtet, die die Risiken der Kernenergie und die Sicherheit der Energieversorgung neu bewerten soll. Die Kommission besteht allerdings vor allem aus Politologen, Kirchenvertretern und Soziologen...

Der scheidende BASF-Chef Jürgen Hambrecht ist ja auch Mitglied dieses Gremiums, ganz so einseitig ist es nicht.

Ein Vertreter der Energieversorger gehört diesem erlauchten Kreis nicht an.

Das ist richtig. Aber ich wurde immerhin für einen Sieben-Minuten-Vortrag mit anschließender Diskussion in die Ethikkommission geladen...

...als böser Atomboss?

Als „sachverständiger“ Stromerzeuger, wie es in der Einladung hieß. Das fand ich nicht ganz angemessen, weil die künftigen Rahmenbedingungen der Energieversorgung tiefer in die Lebensverhältnisse der Menschen eingreifen als bisher angenommen.

In welcher Weise?

Nach der Katastrophe von Fukushima hatten wir in Deutschland zunächst eine abstrakte Diskussion: Ist Kernenergie gut oder schlecht? Aber jetzt geht es um die Frage: Welches Energiekonzept wollen wir in unserem Land realisieren? Plötzlich geht es nicht mehr um ein Einzelthema – gut oder schlecht? –, sondern um ein komplexes, ethisches Thema. Da wird es schwieriger.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck sagte, der Umbau der Energieversorgung passiere nicht im „luftleeren Raum“. Man werde die Veränderungen „sehen, riechen und schmecken“.

Immerhin, die SPD ist auf der Seite der Industriearbeiter. Es gibt in dieser Partei ein traditionell enges Verhältnis zu Industrie, zum Gewerbe, auch zum Mittelstand. Diese Unternehmen sind auf bezahlbaren Strom angewiesen.

Die Vision von der Kernkraft als Brückentechnologie zwischen fossilen und erneuerbaren Energien ist jedenfalls zerbröselt...

Bei der Laufzeitverlängerung der 17 deutschen Kernkraftwerke im vergangenen Herbst gab es die Idee einer Brücke, die von der Welt der Kernkraft und fossilen Energie hineinführt in eine Welt, wo nur grüner Strom erzeugt und importiert wird, wo Probleme des Stromspeicherns mit neuen Techniken gelöst sind. Zudem wollte man den Neubau von fossilen Kraftwerken stoppen oder verlangsamen, gleichzeitig wollte die Politik mehr Zeit gewinnen für mehr Forschung, auch zu neuen Formen der Energieeffizienz und der Wärmedämmung.

Ihre Kritiker sagen, die Brücke sei zu lang.

Das Wesen einer Brücke ist nicht, dass sie schmal oder breit ist, kurz oder lang, sondern dass sie etwas überbrückt. Man kann das in nicht weniger als einer Generation schaffen. Von jetzt auf gleich auf Grün überzuspringen, das geht nicht. Das würde nur zu vermehrtem Import von Kohle- und Kernenergiestrom aus unseren Nachbarländern führen. Das ist nicht im Sinne des Erfinders der Brücke.

Kosten Stromerzeugung

Sie produzieren 26 Prozent Ihres Stroms mit Atomkraftwerken. Das macht Sie für Ihre Widersacher angreifbar.

Ich sehe genau wie meine selbst ernannten Gegner sehr viele ethische Konflikte beim Umbau der Energiepolitik.

Es ist bemerkenswert, dass Sie als Top-Manager viel von Ethik reden. Dabei widersetzt sich doch die ethische Betrachtung der schnöden Rechenbarkeit von Energieerzeugung, auf die Sie für Ihre Aktionäre Wert legen müssen. Gehen Sie auf Schmusekurs mit der Ethikkommission?

Nicht doch. Was Sie beschreiben, trifft für eine reine Gesinnungsethik zu, nicht aber für Verantwortungsethik. Letztere sieht auch die Auswirkungen einer Energiewende etwa auf Klima, Arbeitsplätze und sozialen Wohlstand. Betrachte ich jede Energieart einzeln, kommt es allerdings zu einem ethischen Automatismus, bei dem ich praktisch jedes Mal „nein“ sagen muss. Jede Energieform hat ihre großen Nachteile: die Kohle den CO2-Ausstoß, die Kernenergie das Restrisiko, die Windräder die vielen Beschwerden von Anwohnern. Erdgas kam im Konzept der Bundesregierung bisher kaum vor, was ich nicht verstehe.

Sie könnten sich doch zurücklehnen und den Politikern sagen, wir erzeugen jeden Strom, den ihr wollt, ob mit Gas oder Windrad, mit Wasserkraft oder mit Kohle aus dem Ausland.

Das wäre reiner Zynismus. Aber Sie haben recht, der breit aufgefächerte E.On-Konzern ist überall an vorderster Position vertreten. E.On ist Nummer eins unter den europäischen Gashändlern und hat in den vergangenen Jahren zwölf Gaskraftwerke gebaut. Auch bei den erneuerbaren Energien sind wir ein nationaler Champion. Wir haben im vergangenen Jahr weltweit jedes zweite Windrad auf hoher See gebaut. Und wer hat sich an Desertec beteiligt, dem Zukunftsprojekt für Strom aus Solaranlagen aus der nordafrikanischen Wüste? Auch wir. Wir sind kein reines Atomunternehmen, wir bieten eine Menge Alternativen. Wir betreiben allein 120 Wasserkraftwerke in Deutschland. Alle sind sich einig, dass die Erneuerbaren künftig eine wichtige Säule sein müssen, ich auch.

Sie sind Jahrgang 1959. Als Sie 1989 bei E.On in Hannover als junger Jurist anfingen, war die deutsche Energiepolitik bereits von einer breiten Anti-Atom-Bewegung dominiert. Sie haben im Gegensatz zu Ihren Vorgängern nie eine Welt erlebt, in der Kernkraft unkritisch gesehen wurde. Wären Sie geeignet, um den Meinungsbildungsprozess zwischen verschiedenen Energieformen zu moderieren?

Oh nein, ich bin kein Moderator, ich bin Unternehmer. Als ich meine Karriere begann, war die Diskussion um die Kernenergie noch aufgeheizter als heute. Die Strittigkeit der Kernkraft ist aber weder ein Grund, mich als finsterer Atomboss zu fühlen – der ich definitiv nicht bin –, noch mich in der Rolle eines Vermittlers zu sehen. Als Unternehmer muss ich mich vor allem um unsere Kunden kümmern. Ein Kunde, der das Land wegen zu hoher Energiepreise verlässt, ist kein Kunde mehr.

Sie sprechen auch für andere?

Ich sorge mich um den Erhalt unserer Industriegesellschaft. Wenn die energieintensive Grundstoff- und Chemieindustrie uns verlassen, ist das für die ganze Wirtschaft schlimm, nicht nur für uns. In einer Wirtschaft ohne Grundstoffindustrie, ohne Stahl- und Aluminiumerzeugung, die sehr energieintensiv ist, gibt es auch keine Werkzeugmaschinen, die bei uns gebaut werden. Dann werden auch keine Windkraftwerke mehr bei uns gebaut. Wer die Metallerzeugung und -bearbeitung nicht versteht, der ist auch nicht kompetent bei den Anwendungstechniken. Am Erhalt dieser Industrien bin ich nicht nur als Lieferant, sondern auch als Staatsbürger interessiert.

Der Chef des Chemieunternehmens Evonik, Klaus Engel, forderte kürzlich, man müsse eine Initiative gründen zum Schutz der industriellen Kerne. Wasser auf Ihre Mühlen?

Ich weiß nicht genau, was Klaus Engel gesagt oder gemeint hat. Aber ein Schrebergartenzaun um die energieintensiven Industrien herum, das trägt nicht. Es darf keine Subventionen geben, keine Schutzräume, für die der Steuerzahler in die Tasche greifen muss. Das wäre auch nicht im Einklang mit EU-Recht, da gäbe es sofort eine Klage der anderen Mitgliedstaaten.

Johannes Teyssen Quelle: Martin Langhorst für WirtschaftsWoche

Für viel Aufregung sorgt derzeit das Moratorium, also die zeitweilige Stilllegung der ältesten sieben Kernkraftwerke in Deutschland und die Klage Ihres Wettbewerbers RWE dagegen. Dagegen ist es verhältnismäßig ruhig bei der Brennelementesteuer. E.Ons Atommeiler Grafenrheinfeld liegt bis Ende Mai still. Werden Sie gegen die Brennelementesteuer klagen?

Ich kann mir nicht vorstellen, wie jemand die Brennelementesteuer noch verteidigen will, wenn es keine Laufzeitenverlängerung mehr gäbe. Beides hängt zusammen, die Steuer soll einen Teil der Mehrerlöse aus der Laufzeitverlängerung vorzeitig abschöpfen. Wenn ich später keinen Vorteil habe, geht die Rechnung nicht auf.

Wann ist denn bei E.On die erste Überweisung dieser Brennelementesteuer fällig?

Immer erst, wenn wir ein Kernkraftwerk mit neuen Brennelementen bestücken und es wieder in Betrieb nehmen. Das wird Ende Mai im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld der Fall sein.

Das heißt, Sie werden Ende Juni gegen die Brennelementesteuer klagen?

Ich werde Ende Mai die Entscheidung treffen, die ich treffen muss.

Sehr sibyllinisch.

Es spricht manches für eine Klage. Wir werden Ende Juni die Weichen stellen, so möchte ich es ausdrücken. Ich muss auch erst die Diskussion in Berlin abwarten. Vielleicht ist eine Klage auch nicht nötig.

Gibt es für Sie aus Berlin Signale, dass die Brennelementesteuer abgeschafft wird?

Ich werde in Berlin sicher zurzeit niemanden finden, der während des Moratoriums eine Steuerdiskussion mit mir führt.

Anteil Stromerzeugung

Von einer Klage gegen das Moratorium haben Sie ganz Abstand genommen.

Die hat keinen Sinn. Ein Unternehmen sollte nicht gegen die Mehrheit des Volkes anklagen. Außerdem wäre der Instanzenweg viel zu lang. Wenn es zu einer Entscheidung kommt, leben wir in einer ganz anderen Energiewelt.

Ist Deutschland mit dem Abschalten der Atomkraftwerke auf dem Weg der Deindustrialisierung, wie viele Menschen fürchten?

Die Menschen sorgen sich um ihre Arbeitsplätze. Ich glaube nicht, dass es in der Bevölkerung mehrheitsfähig ist, keine Autos mehr in Deutschland zu bauen.

Daimler hat gerade seinen Stromvertrag mit dem baden-württembergischen Unternehmen EnBW gekündigt und einen neuen mit einer luxemburgischen Gesellschaft abgeschlossen. Der Strom für die Produktion von deutschen Automobilen muss also nicht unbedingt aus Deutschland kommen.

Das ist richtig, aber der Luxemburger Strom reicht nicht für die gesamte deutsche Industrie. Abgesehen davon werden wir nur von Dienstleistungen und Landwirtschaft nicht leben können. Natürlich hätten wir alle gerne möglichst saubere, energieferne Arbeitsplätze. Aber die Industriearbeiterschaft ist sehr stolz darauf, dass wir Volkswagen und BMWs bauen, das gehört zu unserer Kultur. Der Deindustrialisierung das Wort zu reden wird nicht tragen.

Da müssten sich doch auch die Gewerkschaften laut zu Wort melden.

Die IG Metall äußert sich klar gegen die Verteuerung von Strom und für den Erhalt energieintensiver Arbeitsplätze und der Grundstoffindustrie. Aber alle vermeiden wie der Teufel das Weihwasser, die Rolle der Kernenergie dabei anzusprechen.

Was stört Sie besonders bei der Atomdebatte?

Kernenergie ist nicht allein seligmachend, sondern immer nur ein Teil einer Lösung. Ich habe auf Hauptversammlungen nur wenig Verständnis für die sogenannten kritischen Aktionäre mit ihren penetranten Anti-AKW-Reden. Das Gleiche gilt allerdings auch für aufdringliche, sich einschmeichelnde, ewige Pro-Atom-Bekenner.

Aktien-Info E.On

Sie kannten die "Atomkraft? Nein danke"-Fraktion aus Ihrer Studienzeit, wussten also, auf was Sie sich einließen, als Sie 1989 bei E.On eintraten.

Als ich bei dem E.On-Vorgängerunternehmen PreussenElektra anfing, schlugen die Wellen gegen Brokdorf und andere Kraftwerke sehr hoch, und wir wurden geradezu gedrillt, Kernkraft zu sagen und nicht Atomkraft. Das war der Ausdruck der Gegner, und es hätte fast zur Abmahnung geführt, wenn wir Atomkraft gesagt hätten. Für mich persönlich war Kernkraft nie ein überhöhtes Thema, bei dem ein Seelenheil gerettet werden müsste. Nur: Waren Sie mal in Gorleben im Zwischenlager?

Ja.

Da sehen Sie die Rückstände von 30 Jahren deutscher Nuklearwirtschaft, die passen hier auf diese Vorstandsetage. Schauen Sie sich dagegen mal eine Kohlenhalde eines einzelnen Kraftwerks an, die ist viel größer. Es gibt bei der Kernenergie vergleichsweise wenig Abfall. Auch bei der CO2-Frage ist Kernenergie rückstandsfrei. Es ist gigantisch, was diese Technik leistet.

Klingt wie ein Werbeprospekt...

Mag sein. Ich weiß auch, dass sie Gefahren und nie völlig auszuschließende Risiken birgt. Aber das ist immer so im Leben. Der Einsatz ist hoch, und der Ertrag ist auch hoch. Dass man da eine Abwägung trifft, kann ich verstehen. Auch in Fukushima ging es nicht so sehr um das Restrisiko, das Kernkraft nun mal hat. Die Betreiber wussten, dass irgendwann eine Flutwelle kommen musste. Es gab dort in den vergangenen 100 Jahren schon wesentlich höhere Tsunamis, als es die Reaktorblöcke vertragen konnten. Die Kernkraftwerke hätten besser geschützt werden müssen. Das war offenkundig menschliches Versagen.

Der Schrecken nach den Ereignissen von Fukushima hat hierzulande die Politik auf den Plan gerufen, Folge war das Moratorium. War diese politische Reaktion zu emotional?

Das sehe ich nicht so. Das Moratorium der Laufzeitverlängerung war richtig. Kaum war die Unterschrift unter dem neuen Atomgesetz für die Verlängerung der Laufzeiten trocken, kam Fukushima dazwischen. Es gab außer beim Kernkraftwerk Neckarwestheim I von EnBW überhaupt noch keine Wirkung des Gesetzes. Dass die Regierung nun sagt, Leute, wir haben da ein Konzept gemacht, bevor das jetzt einfach so weitergeht, sollten wir Fukushima verstanden und bewertet haben, das kann ich verstehen, auch als Staatsbürger. Auch die Schweiz hat ein einjähriges Moratorium für den Neubau von Kernkraftwerken beschlossen.

Was bringt die zusätzliche Abschaltung älterer Kernkraftwerke während des dreimonatigen Moratoriums?

Dies hat nur die gefühlte Sicherheit erhöht. Außer in Deutschland ist wegen Fukushima weltweit keine einzige Anlage abgeschaltet worden. Und auch das Abschalten macht die Anlagen nicht sicherer. Keiner der Meiler von Fukushima war am Netz, alle hatten sich mit dem ersten Beben abgeschaltet. Bei dreien waren die Kerne sogar komplett entladen. Wir haben in Japan gesehen: Auch eine stillstehende kerntechnische Anlage hat ein Risikopotenzial, kein geringeres als eine im Betrieb. Durch Abschalten wird ein Kernkraftwerk nicht sicherer.

Woran liegt das?

Das komplette Abkühlen aller Brennelemente dauert fünf Jahre. So lange müssen die Elemente am Standort bleiben, bevor sie transportiert werden können. Bei einem abgeschalteten Kernkraftwerk muss übrigens die gesamte Mannschaft in allen Schichten weiterarbeiten, als ob die Anlage noch am Netz wäre.

Hat das Moratorium denn zu einer Stromlücke in Deutschland geführt? Ein Energiemanager malte die Horrorvision eines abgedunkelten Süddeutschlands an die Wand.

Das ist weit übertrieben. Wir hatten zum Zeitpunkt des Moratoriums in Europa sogar eine Überversorgung. Diese drei Monate fängt unser grundsätzlich stabiles System aller Voraussicht nach ohne größere Probleme auf.

Ganz unwahrscheinlich sind Blackouts aber nicht, sagen zumindest EnBW- und RWE-Manager.

Im Grunde kann das nur ein Netzbetreiber beurteilen. Wir haben unser Höchstspannungsnetz an Tennet verkauft. Was wirklich an Lastströmen in den Netzen ist, hängt vom Handel ab, von anderen Produzenten, von Transitströmen, da können wir nur mitraten. Es hängt auch vom Wetter und anderen Faktoren ab. Wir bekommen von den Stromnetzbetreibern reihenweise Bitten, welche Kohle- und Gaskraftwerke wir außerhalb der Reihe laufen lassen sollten, damit es nicht zum Spannungsabfall kommt, der einen kurzfristigen Blackout theoretisch möglich machen würde.

Welche Kraftwerke fahren Sie hoch?

Das kann ich Ihnen aus Wettbewerbsgründen nicht sagen. Aber wir verschieben auch auf Bitten der Netzbetreiber, sofern das technisch vertretbar ist, Revisionen von Werken, um keinen plötzlichen Spannungsabfall zu erzeugen.

Im Jahr zwölf der Energieliberalisierung in Deutschland sind die Fronten zwischen Energieunternehmen, Regierung und Staat so verhärtet wie nie zuvor. Die Strompreise steigen. Ist die Liberalisierung gescheitert?

Nein. Private Unternehmen mit privaten Investoren können die Energielandschaft in Deutschland wesentlich mitgestalten. Es war schon vor Jahrzehnten E.On Ruhrgas, die mit eigener unternehmerischer Initiative Gaslieferungen aus Russland sicherstellte, als dort noch der Kommunismus herrschte. Damals protestierten vor allem die Amerikaner gegen diese deutsch-sowjetische Handelsbeziehung. Aber wir haben es gemacht, und die Politik hat später unsere Wirtschaftsbeziehungen für eigene Kontakte genutzt. Da waren wir Vorreiter, nicht der Staat. Aber ich gebe zu, das Pendel der Liberalisierung schlägt europaweit leicht zurück. Das gilt für Stadtwerke in Deutschland, die zunehmend in kommunale Hand kommen, als auch für große ausländische Konzerne wie Endesa, die mit der Fusion mit Enel nun zu einem Drittel dem italienischen Staat gehören. 

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