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Ein Jahr Bayer-Chef Die Tops und Flops des Marijn Dekkers

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FLOPS

Schornsteine rauchen über dem Quelle: dpa

Kommunikation:

Fundamentale Veränderungen werde es mit ihm nicht geben, beruhigte Dekkers, bevor er den Chefposten bei Bayer übernahm. Er setze auf „Evolution statt Revolution“, betonte der Neue. Und dann das: Nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt kündigte Dekkers den Abbau von 4500 Stellen an, davon 1700 in Deutschland.  Ein Aufschrei in der Öffentlichkeit und bei den Arbeitnehmervertretern war die Folge. Hatte Dekkers nicht gestern noch ganz anders geredet? Für den neuen Bayer-Chef  zählt der Abbau von einigen tausend Stellen in einem Konzern mit über 100 000 Beschäftigten  noch zu den evolutionären Maßnahmen.   Dekkers hatte jedoch die Wirkung seines Maßnahmenplans  völlig unterschätzt und verspielte viel Kredit.  Vor allem die Bayer-Betriebsräte, die seit Jahrzehnten ein partnerschaftliches Verhältnis zur Unternehmensleitung gewohnt sind, fühlten sich überfahren. In den USA, wo Dekkers zuvor arbeitete, spielen  Arbeitnehmervertreter eher eine untergeordnete Rolle.  Inzwischen soll der Bayer-Chef dazugelernt haben. Das Verhältnis zu den Betriebsräten habe sich wieder verbessert, heißt es.

Strategische Unklarheit:

Bayer sei gut aufgestellt, sagt Dekkers immer wieder gern. Doch zuweilen weckt er Zweifel an dieser Aussage. So dachte er mal öffentlich darüber nach, das Pharmageschäft in eine „Fusion unter Gleichen“ mit einem anderen Medikamenten-Hersteller einzubringen. Und den Verkauf der Kunststoffsparte Bayer Material Science bezeichnete er immerhin als „extreme Option“. Die Belegschaft reagiert verunsichert auf solche Aussagen. Wohin Dekkers will, ist vielen im Unternehmen noch unklar.

Pillen-Schwäche

Die wichtigste Sparte von Bayer, das Pharmageschäft, hat sich in Dekkers erstem Amtsjahr nur mäßig entwickelt. Zwei der wichtigsten Medikamente – Betaferon gegen Multiple Sklerose sowie die Verhütungspille Yasmin – verloren Umsätze. Bei Betaferon sitzen Bayer  Wettbewerber wie die Schweizer Novartis im Nacken. Bei Yasmin hat Bayer im Kampf mit den Herstellern von Nachahmermedikamenten (Generika)  wichtige Patente verloren. Zudem steht die Pille im Verdacht, Thrombosen zu verursachen, in einigen Fällen mit Todesfolge. In den  USA stehen dazu 9300 Klagen an.   Dekkers kann da nur hoffen, dass neue Medikamente wie das Schlaganfall-Mittel Xarelto gut einschlagen. 

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