Einzelhandel Media Markt: China hui, Internet pfui

Europas größter Elektronikhändler Media Markt will in diesem Jahr die ersten Filialen in China eröffnen. Daheim droht indes ein strategisches Vakuum: der Kauf der Quelle-Hausgerätemarke Privileg ist offenbar geplatzt und beim Aufbau des Online-Geschäfts hat der Konzern Zeit vertrödelt.

ARCHIV - Ein Mann verlässt am Quelle: dpa

Vor Mario Barth gibt es kein Entkommen.

Sein Auftraggeber, der Elektronikhändler Media-Markt, hat den Comedian verpflichtet, das Geschäft mit Flachbildfernsehern und Spielekonsolen zu befeuern und lässt seine Nervtröte seit Wochen verkünden: "Das ist mein Laden."

Wer sich kurz vor Weihnachten in einen der 374 Media- oder Saturn-Märkte wagte, wird kaum Zweifel daran hegen, dass die Dauerbeschallung wirkt. Millionen Menschen strömten in die Filialen des Elektronikgiganten.

Mehr als neun Milliarden Euro dürfte die Kette 2009 in Deutschland eingespielt haben.

Verhandlungen mit Otto gescheitert

Das wäre zwar ein neuer Rekord, doch im Ausland konnte Media-Saturn in den vergangenen Jahren noch höhere Wachstumsraten verbuchen.

Entsprechend aggressiv setzt die Kette auf Expansion. Aller Krise zum Trotz, will der Mutterkonzern, das Düsseldorfer Handelsunternehmen Metro, 2010 erstmals einen Media Markt außerhalb von Europa eröffnen.

Mit dem chinesischen Partner Foxconn Technology Group sei zum Jahresende der Vertrag für ein Gemeinschaftsunternehmen unterzeichnet worden, teilte Metro mit. Die ersten Märkte sollen 2010 in Shanghai eröffnet werden, bis Mitte des Jahrzehnts werde ein Potenzial von über 100 Märkten in China gesehen.

Bereits im März 2009 hatte Metro mit dem Elektronik- und Computerteilehersteller Foxconn eine Absichtserklärung für das Joint Venture unterschrieben, um eine Ladenkette in China aufzubauen. An dem Gemeinschaftsunternehmen hält Metro 75 Prozent, Foxconn den Rest.

So erfolgreich die Expansionsstrategie bisher auch war. Mit Konzepten, die unabhängig von Flächenwachstum und Marketing-Millionen darauf zielen, die Erträge zu steigern, tat sich Media-Saturn zuletzt schwer.

Jüngstes Beispiel: Die Pläne zur Übernahme der erfolgreichen Quelle-Eigenmarke Privileg sind laut einem Bericht des „Handelsblatt“ gescheitert. „Die Verhandlungen sind geplatzt“, zitierte die Zeitung Kreise des Versandhändlers Otto. "Media-Saturn ist definitiv raus aus dem Deal."

Offenbar gab es unterschiedliche Vorstellungen über den Kaufpreis der Marke.

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