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Elektroauto Wie Volkswagen & Co. ihre Zukunft verbummeln

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Grafik: Ersparnis durch Elektroautos, geplante Förderung

Beim Wettlauf um die Zukunftstechnologie Elektroauto gebe es nicht nur einen „knallharten weltweiten Wettbewerb zwischen Unternehmen“, sagt VDA-Chef Wissmann, „sondern auch zwischen Staaten“. So ist der Aufstieg Japans vor Deutschland auch durch hohe staatliche Kaufanreize zu erklären. Die japanische Regierung hat die Zuschüsse für den Erwerb eines Elektroautos im Jahr 2010 kontinuierlich gesteigert: Beim Kauf eines Elektroautos spart der japanische Privatkäufer durchschnittlich 10 000 Euro. Damit ist Japan der weltweite Spitzenreiter bei der Kaufsubventionierung von Stromautos.

Der Anteil von Elektrofahrzeugen an der Gesamtfahrzeugproduktion der japanischen Autoindustrie wird in den nächsten fünf Jahren mit 3,4 Prozent veranschlagt – damit wird Japan in dieser Kategorie nur noch durch Frankreich (derzeit 3,8 Prozent) übertroffen. Deutschland rangiert unter „ferner liefen“.

Auch China stürzt sich ins Rennen

Nicht weniger entschlossen stürzt sich China ins Rennen. Die Regierung hat die heimische Nachfrage durch ein gezieltes Anreizprogramm für Privatkäufer stimuliert. Chinesische Automobilhersteller erhalten staatliche Zuschüsse, die sie an ihre Kunden weitergeben müssen. Der Käufer profitiert von durchschnittlich 4300 Euro Anschaffungspreisersparnis. Zudem hat die chinesische Regierung in 20 Städten Pilotprojekte zum Einsatz von Elektrofahrzeugen im öffentlichen Bereich aufgesetzt. Für die nächsten vier Jahre stellt die chinesische Regierung Förderungen, Kredite und Bürgschaften für die Entwicklung und Produktion von Elektrofahrzeugen in Höhe von 3,3 Milliarden Euro bereit. Das ist weltweit die zweithöchste Fördersumme nach den USA.

Wird sich China am Ende die führende Position beim Elektroauto erkämpfen – dank gewaltiger Subventionen, dank hoher Kompetenzen im Batteriebau und dank der 20 Millionen Elektromopeds, die in China bereits jedes Jahr vom Band laufen? Oder wird es gar nicht das Elektroauto sein, das in einigen Jahrzehnten den Markt dominiert, sondern extrem verbrauchsarme Verbrennungsmotoren wie der neue Zweitakter des ehemaligen VW-Motorenchefs Peter Hofbauer?

Grundsätzlicher könnten die Fragen kaum sein, die sich der Autobranche in ihrem Jubiläumsjahr stellen.

Daimler-Chef Zetsche wagt keine Prognose. Sicher sei nur, sagt Zetsche, dass „die Verdrängung des Verbrennungsmotors durch alternative Antriebe begonnen hat“. Zwar gebe es noch technische Schwierigkeiten beim Elektroauto zu lösen. „Wenn man aber sieht“, sagt Zetsche“ „wie stark die Zahl der Autos weltweit zunehmen wird, dann wird auch klar, dass das mit herkömmlichen Antrieben gar nicht gehen kann. Der Schwenk muss kommen.“

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