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Elektromobilität Mit Millionen an die Weltspitze

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Bundesländerranking Wappen Bayern

Entsprechend eifrig proben Politiker und Unternehmen hinter den Kulissen inzwischen den Schulterschluss. In Stuttgart führen Daimler, die Stadt, Zulieferer und Energieversorger intensive Gespräche, um für die offizielle Ausschreibung im Herbst gewappnet zu sein. "Das wird kein Spaziergang", sagt Holger Haas von der Wirtschaftsförderung Stuttgart, der die schwäbische Modellregion koordiniert. "Der Wettbewerb wird noch schärfer." Aus der NPE heißt es, dass Baden-Württemberg als führender Autostandort Deutschlands mit einem Zuschlag rechnen kann.

In Bayern feilen BMW, MAN, Audi und Siemens zusammen mit der Landesregierung, Stadtwerken, Hochschulen und dem Energieversorger E.On an einem Schaufenster-Konzept. Das weißblaue Schaufenster soll, so ist aus Unternehmenskreisen zu hören, E-Mobilitätstests in München, Garmisch-Partenkirchen, in Franken und im Bayerischen Wald verbinden. Schwerpunkte im Freistaat könnten das Schnellladen von Elektroautos sowie der Einsatz von Elektroautos im ländlichen Raum und in gewerblichen Flotten sein. Betankt werden die E-Mobile voraussichtlich mit Wasserkraftstrom aus dem Alpenvorland. Den Bayern werden, wie ihren schwäbischen Nachbarn, in der Bundesregierung beste Chancen eingeräumt, bei der Auswahl zum Zuge zu kommen.

Erlebniswelt Elektromobilität

Große Hoffnungen kann sich auch Thüringen machen. Das liegt nicht nur am Opel-Werk und der Autozulieferindustrie in Eisenach und Umgebung, sondern auch am Engagement des thüringischen Wirtschaftsministers Matthias Machnig (SPD). Der einstige Strippenzieher in den Wahlkämpfen von Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die Außenwirkung des Projektes erkannt und alle Hebel in Bewegung gesetzt, um bei der Ausschreibung nicht leer auszugehen.

So hat Machnig fünf Arbeitsgruppen ins Leben gerufen, um ein Schaufenster mit Testthemen wie Carsharing, Pendler, Flotten und einer "Erlebniswelt Elektromobilität" auszustaffieren. Als Partner sollen Unternehmen wie Opel, die Deutsche Telekom, Sixt und Bosch gewonnen werden. Bis August sollen die Arbeitsgruppen Konzepte erarbeiten, die zusammengefügt und als Bewerbung in Berlin eingereicht werden. Über den Ablauf wacht ein Lenkungsausschuss mit Machnig und Verkehrsminister Christian Carius (CDU).

Berlin gilt als gesetzt

Berlin, ob weiterhin mit Wowereit oder aber vielleicht mit der Grünen Renate Künast an der Senatsspitze, dürfte wohl auch Schaufenster werden. Deutschlands Hauptstadt gilt unter Beteiligen quasi als gesetzt. Zwar warnt Gernot Lobenberg, Leiter der Berliner Agentur für Elektromobilität. "Damit wäre ich vorsichtig, Hauptstadt sein alleine reicht nicht." Doch hat Berlin mehr zu bieten. Die Stadt plant ein für E-Autos ausgelegtes Neubaugebiet, mehrere Bezirke sollen in Zukunft den Alltag der Stromer proben. Berlin werde unabhängig von der Ausschreibung an solchen Ideen festhalten, sagt Lobenberg. Gleichwohl wäre "das Schaufenster ein wichtiger Katalysator".

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