Elektronikhändler Ein bisschen Frieden für Media-Saturn

Der Streit zwischen den Gesellschaftern von Media-Saturn hat sich zwar etwas beruhigt. Doch der Grundkonflikt ist nach wie vor ungelöst: Wer hat die Macht bei Europas größtem Elektronikhändler?

Auf der Düsseldorfer Quelle: dpa

An Kampfansagen mangelte es nicht: Schon im Vorfeld der gestrigen Gesellschafterversammlung bei Europas größtem Elektronikhändler Media-Saturn (MSH) hatten die Kontrahenten mal direkt, mal indirekt Stimmung gemacht. Auf der einen Seite Eckhard Cordes, Chef des MSH-Mehrheitseigners Metro. Auf der anderen Seite Erich Kellerhals und Leopold Stiefel, die Gründer, der Handelskette Media Markt. Sie verfügen zwar nur noch über rund 25 Prozent der Anteile, hatten sich beim Verkauf an Metro aber umfangreiche Vetorechte garantieren lassen.

Wieder mehr Sachlichkeit in der Debatte

Jahrelang arrangierten sich die Metro-Spitze und die Gründer mit der eigenwilligen Konstruktion. Doch spätestens seit einem Jahr scheint die Ära der friedlichen Koexistenz endgültig vorbei. Vor Gericht, in der Presse und im Unternehmen liefern sich die Parteien seither regelmäßig Streit – mal geht es um Personalien, mal um das Online-Geschäft - letztlich aber immer um die Machtfrage. Vorläufiger Höhepunkt: Die gestrige Versammlung in Ingolstadt, die sich über insgesamt 12 Stunden erstreckt haben soll. Immerhin, der Sitzungsmarathon scheint sich ausgezahlt zu haben. Er sei wieder mehr Sachlichkeit in die Debatte gelangt, heißt es.

Verhärtete Fronten

So haben sich die Anteilseigener offenbar auf eine Verlängerung des Vertrages über die Verwendung von Barmitteln bei Media-Saturn verständigt. Dieser sogenannte Cash Pool beläuft sich angeblich auf ein Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Unverändert verhärtet sind dagegen die Fronten beim geplanten Kauf der Onlinefirmen rebuy und ibood. Kellerhals lehnte den Erwerb der Firmen weiterhin ab.

Jetzt wolle Metro prüfen, ob es andere Möglichkeiten für den Kauf der Unternehmen gebe, heißt es bei Beteiligten. Kellerhals begründete seine Ablehnung mit dem Argument, Media-Saturn solle jetzt erst einmal die jüngste Erwerbung, den Online-Händler redcoon, integrieren und dürfe sich nicht durch weitere Zukäufe verzetteln.

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