Elektronikkonzern LG laufen die Manager davon

Nach einer neuen Direktive aus der koreanischen Zentrale laufen LG Electronics die deutschen Manager davon. Das könnte den Elektronikkonzern die Hälfte seines Umsatzes kosten.

Logo von LG Electronics Quelle: dapd

Jae Deuk Shim, seit Januar Deutschland-Chef des koreanischen Elektronikkonzerns LG, muss einen dramatischen Kompetenzverlust in der Führungsetage hinnehmen. Nach Ulrich Kemp, Ex-COO Deutschland, sind inzwischen zahlreiche Top-Manager von Bord gegangen – oder auf dem Absprung. Der Grund: Die koreanische Zentrale hatte einen Strategiewechsel angekündigt und will die Auslandstöchter wieder stärker an die Kandare nehmen. Zum 1. Mai übernimmt Sascha Hancke, bisher Vertriebs- und Marketingchef des Mobilkommunikations-Geschäfts, die Verantwortung der Telekommunikationssparte bei der Media-Markt-Gruppe. Auch Jason Schiess, verantwortlich für die Marketing-Kommunikation, und Gunter Thiel, Marketingleiter Mobilkommunikation, haben ihren Abgang angekündigt.

Stefan Tiefenthal, zuständig für den Vertrieb im Geschäftskundensegment, ist schon im vergangenen Jahr ausgeschieden. Florian Rosenberg, Vertriebschef für die Unterhaltungselektroniksparte, soll demnächst folgen. Auch Martin Senzel, Vertriebsleiter Fachhandel, Michael Hammer, zuständig für das Media-Markt-Geschäft, und Sharam Sadeghi, Marketingexperte für Unterhaltungselektronik, sollen ihre Segel gestrichen haben.

Experten zufolge sind dem Konzern damit seit dem Strategieschwenk im Herbst 2010 die Verantwortlichen "für rund drei Viertel des Umsatzes von der Fahne gegangen". Mittelfristig, rechnen Insider hoch, "kann das LG bis zur Hälfte des 2010 noch verbuchten Milliardenumsatzes kosten".

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