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Energie E.On-Chef Bernotat räumt seinen Posten

Paukenschlag auf der E.On-Hauptversammlung in Essen: Wulf Bernotat will im kommenden Jahr seinen Chefposten abgeben.

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E.On-Chef Wulf Bernotat auf Quelle: dpa

Bernotat sagte in Essen, er stehe für eine Verlängerung seines im Mai 2010 auslaufenden Vertrages nicht zur Verfügung. Er werde im kommenden Jahr 62 Jahre alt und wolle sich noch einmal neuen Herausforderungen stellen. Dabei habe er - seit 2003 Chef des größten deutschen Energiekonzerns - Aufgaben mit internationaler Dimension im Blick.

Aufsichtsratschef Ulrich Hartmann sagte, der Konzern werde in Ruhe über die Nachfolge beraten. Mehr wollte er dazu nicht sagen. Als möglicher Nachfolger wird bereits seit längerem der stellvertretende Vorstandschef Johannes Teyssen gehandelt.

E.On setzt auf organisches Wachstum

Der Noch-Chef versprach den Aktionären, er werde sich auch in den kommenden zwölf Monaten noch mit ganze Kraft für das Unternehmen einsetzen. E.On sei heute international so breit aufgestellt wie kein anderer Energiekonzern in Europa. Derzeit werde noch die Konzernstruktur optimiert. Bei seinem Weggang würden alle Weichen für eine positive Weiterentwicklung gestellt sein.

Nach den Milliardenzukäufen der vergangenen Jahre will E.On sich bei Akquisitionen künftig zurückhalten. „In der Zukunft setzen wir vor allem auf organisches Wachstum“, sagte Bernotat. Zwei Drittel der bis 2011 geplanten Investitionen in einer Gesamthöhe von 30 Milliarden Euro seien dafür vorgesehen.

E.On-Vorstand Johannes Teyssen Quelle: Andreas Pohlmann

Schwerpunkte sind dabei nach Angaben des Managers der Ausbau der konventionellen Kraftwerkskapazitäten, aber auch die Stärkung von E.ONs Position bei Erneuerbaren Energien. Außerdem will der Konzern mehr Gas selbst fördern und sein Geschäft mit Flüssiggas (LNG) ausbauen. Auch die sich seit Jahren hinschleppenden Verhandlungen über eine Beteiligung am russischen Gasfeld Yushno Russkoje stünden inzwischen kurz vor dem Abschluss, berichtete Bernotat. Die Verträge könnten voraussichtlich im Juni unterschrieben werden.

Desinvestitionen in Höhe von 10 Milliarden Euro geplant

Gleichzeitig würden alle bestehenden Geschäfte des Konzerns auf ihr Wachstums- und Ertragspotenzial geprüft. Insgesamt arbeite der Konzern an Desinvestitionen in Höhe von rund zehn Milliarden Euro. Durch die Abgabe dieser Aktivitäten könne der Konzern die Kerngeschäft weiter vorantreiben.

 Bernotat bekräftigte auch in der Krise die Gewinnprognose des Konzerns, wonach der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Adjusted Ebit) in diesem Jahr auf dem Niveau des Vorjahres liegen soll. Für 2010 hält der Konzern eine Steigerung um zehn Prozent auf rund elf Milliarden Euro für möglich.

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