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Energie Warum der Strompreis weiter steigt

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Die Oligopole sind aufgeweicht, die Netze zum Teil an unabhängige ausländische Netzbetreiber verkauft. Billiganbieter tummeln sich auf dem Markt, die zwar nicht mehr ganz so billig sind wie damals, als sie kämpferisch in den Markt eintraten, mit denen der Verbraucher aber locker 50 bis 100 Euro im Jahr sparen kann - ganz ohne Ummeldungsaufwand und ohne Risiko, von der Stromversorgung abgeschnitten zu werden. Trotzdem wechseln nur fünf bis acht Prozent der Privatverbraucher im Jahr.

Der Grund: Anders als beim mobilen Telefonieren bietet der Stromverbrauch keinen Spaß- und schon gar keinen Imagefaktor. Während das Gespräch im Privathaushalt über billige Telefontarife und schicke Handy immer noch nicht abzureißen scheint, langweilen Stromkunden ihre Partygäste eher mit Erzählungen über ihren neuen Stromzähler oder ihren letzten Nachttarif. Stromversorgung wird auch als Grundversorgung gesehen. Viele Konsumenten akzeptieren achselzuckend ihre Abbuchungen und ärgern sich nur kurzzeitig, wenn sie über erneute Erhöhungen aus der Zeitung erfahren.

Appelle an Konsumenten, sich "klug" zu verhalten, bringen in einem freien Markt nichts, sie müssen es selber tun. Aber Informationen in einem immer noch unübersichtlichen Markt können weiter helfen. Und die Info lautet: Noch nie war der Abstand zwischen den Grundversorgern und dem jeweils günstigsten Anbieter größer. 40 Prozent - 9 Cent pro Kilowattstunde - lassen sich bei einem Wechsel des Anbieters einsparen. Allerdings geht es bei dem preisgünstigsten Anbieter um einen Tarif, bei dem Vorauskasse notwendig ist, das heißt der Stromkunden muss bei Abnahme eines bestimmten Stromkontingents im voraus zahlen.

Günstige Tarife heißen längere Laufzeiten

Das ist nicht jedermanns Sache. Günstige Tarife sind im übrigen mit längeren Laufzeiten verbunden. Wer der Meinung ist, dass der Strompreis sowieso immer steigt, was durch die Markterfahrungen gedeckt wäre, kann sich getrost auf drei Jahre festlegen, um dann beim Blick in die Tarifrechner regelmäßig zu triumphieren.

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    Und es gibt auch ganz neue Anbieter, die für Private als Stromhändler auftreten. Zum Beispiel das Portal Hauspilot, in dem für Verbraucher regelmäßig die Strompreise überprüft werden und der jeweils günstigste Anbieter herausgesucht wird. Gründer von Hauspilot ist der frühere Trianel-Manager Reinhard Goethe, der sich von diesem Service eine Art Einladung an Stromverbraucher verspricht, bequem den Anbieter zu wechseln. Hauspilot will Haushaltskunden zu einer Marktmacht bündeln, mit der Goethe erhebliche Rabatte bei Energiekonzernen wie RWE, Eon und Vattenfall herausschlagen will. Hauspilot verfährt nach dem Motto, dass der erste Schritt zur Transparenz für den Endkunden erreicht werden soll, ohne ihn gleich zum Energiemarkt-Experten zu machen.

    "Die Kunden sollen einfach und schnell erkennen können, wo sie stehen, wo die größten Verbesserungsmöglichkeiten liegen, und was sie sparen können", so Hauspilot-Betreiber Goethe. Dazu hat Hauspilot einen Verbraucherindex für Strom- und auch Gaspreise entwickelt, der täglich zeigt, was der Endverbraucher sparen kann, wenn er Hauspilot den Auftrag gibt, für ihn nach besseren Verträgen Ausschau zu halten.

    Auch der frühere Premiere-Tausendsassa Georg Kofler hat mit seiner neuen Energieeffizienz-Firma Kofler Energies einen Händler gegründet, der mit ein paar hunderttausend Haushaltskunden im Rücken als Marktmacht auftreten und bei den Konzernen für bessere Preise um Endverbraucher kämpfen will. Noch stehen die Anbieter am Anfang, sie könnten sich zu profitablen Dienstleistern entpuppen, wenn sie den Strompreis für Verbraucher über Nachfragemacht deutlich senken - und Bärbel Höhn dann beruhigen können.

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