WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

2012 zurück in der Gewinnzone E.On will durch Verkäufe zwei Milliarden Euro einnehmen

Deutschlands größter Energiekonzern E.On hat seine aktuellen Geschäftszahlen veröffentlicht. 2012 konnte das Unternehmen das Ruder herumreißen. Für 2013 zeigt sich Chef Johannes Teyssen trotzdem pessimistisch.

E.On-Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen Quelle: dpa

Der Energiekonzern E.On erwartet auch zwei Jahre nach der Atomwende weiter wegbrechende Gewinne. Der Versorger schrieb zwar im vergangenen Jahr unter dem Strich wieder schwarze Zahlen. Vorstandschef Johannes Teyssen bekräftigte aber bei der Bilanzvorlage am Mittwoch in Düsseldorf, dass im laufenden Jahr der operative Gewinn wieder zurückgehen werde. Gründe hierfür seien vor allem die gesunkenen Großhandelspreise für Strom und die Verdrängung der konventionellen Kraftwerke durch den in Deutschland vorrangig eingespeisten Strom aus Wind und Sonne.

E.On nach 20 Monaten Energiewende

Teyssen fährt die Investitionen zurück und will bis spätestens 2014 unter anderem die Anteile an der Uranfirma Urenco verkaufen. Die Papiere standen mit plus 0,8 Prozent bei Lang & Schwarz an der Dax -Spitze. Den Wert der Anteile und der ebenfalls zum Verkauf stehenden Töchter E.On Mitte und Westfalen Weser bezifferte der Konzern auf über zwei Milliarden Euro. E.On hält gemeinsam mit dem Konkurrenten RWE 33 Prozent der Anteile an der Firma, die Atomkraftwerke mit angereichertem Uran beliefert. Die übrigen Anteile halten die Niederlande und Großbritannien.

Investitionen werden gekürzt

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Unter dem Strich fuhr E.On 2012 einen Überschuss von 2,641 Milliarden Euro ein. Im Vorjahr hatte der Versorger noch einen Verlust von 1,8 Milliarden verbucht. E.On hatte bereits Ende Januar vorläufige Zahlen für wichtige Kennziffern vorgelegt und für 2012 eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie angekündigt. Für 2013 rechnet Vorstandschef Teyssen mit einem Rückgang des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 9,2 bis 9,8 Milliarden Euro nach 10,8 Milliarden im vergangenen Jahr. Die Investitionen will E.On von sechs Milliarden Euro 2013 in den kommenden Jahren um fast zwei Milliarden senken.

E.On machen wie auch dem Konkurrenten RWE, EnBW und Vattenfall die gefallenen Strom-Großhandelspreise und die Konkurrenz durch den vorrangig eingespeisten Ökostrom zu schaffen. Auch RWE erwartet 2013 niedrigere Erträge und danach sogar deutlich sinkende Gewinne. Bei E.On erwägt Teyssen, bis 2015 bis zu 30 Gas- und Kohlekraftwerke stillzulegen. Er treibt zudem weitere Verkäufe voran und will bis zu 11.000 Stellen streichen, mehr als die Hälfte davon in Deutschland. Der Aufsichtsrat hatte am Dienstag den Vertrag des 53-Jährigen bis Ende 2018 verlängert.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%