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Aktien-Übernahme E.ON will Innogy-Angebot nicht aufstocken

Aktien-Übernahme von Innogy. Quelle: dpa

Finanzchef Marc Spieker widerspricht Gerüchten, nach denen die Offerte für die freien Aktien der RWE-Tochter zu einem späteren Zeitpunkt noch höher ausfallen könnte.

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Der Energiekonzern E.ON hat Spekulationen auf ein höheres Angebot für die freien Aktien der RWE-Tochter Innogy eine Abfuhr erteilt. "Wir werben intensiv um die Aktien der freien Aktionäre. Ich werde aber keinen Cent investieren, um das Angebot aufzustocken", sagte E.ON-Finanzchef Marc Spieker. "Mit den Innogy-Anteilen von RWE haben wir die Anteile, die wir benötigen, um unsere Pläne umzusetzen." E.ON habe den Aktionären ein sehr attraktives Angebot vorgelegt. Wenn die Annahmequote hoch genug sei, wolle E.ON die verbliebenen freien Aktionäre durch einen Squeeze-Out abfinden.

E.ON hatte zuvor den freien Innogy-Aktionären seine Offerte vorgelegt, die bis zum 6. Juli läuft. Nach der Zahlung der Innogy-Dividende für 2017 in Höhe von 1,60 Euro je Aktie beläuft sich das ursprünglich auf 40 Euro bezifferte Angebot noch auf 38,40 Euro je Anteilsschein. Dies setzt sich E.ON zufolge zusammen aus einer Barzahlung von 36,76 Euro und einer für 2018 angenommenen Innogy-Dividende von 1,64 Euro je Papier zusammen.

Anlegerschützer haben den Aktionären geraten, erstmal abzuwarten, ob nicht später noch mehr bei E.ON rauszuholen ist. Der Konzern werde voraussichtlich nachlegen, wenn er die restlichen Aktionäre später herausdrängen wolle, hatte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer, gesagt. Am Ende sei ein Preis von 46 Euro plus X möglich. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hält sogar 50 Euro je Aktie für möglich. E.ON-Finanzchef Spieker konterte dies mit dem Hinweis: "Ein späteres Abfindungsangebot wird auf Basis eines Gutachtens eines unabhängigen Wirtschaftprüfers ermittelt. Das kann mehr sein, genauso hoch oder auch geringer."

Innogy kündigte am Freitag an, die E.ON-Offerte zu prüfen. "Bis zur Vorlage der sogenannten Begründeten Stellungnahme bittet der Vorstand alle innogy-Aktionäre nachdrücklich, nichts zu unternehmen und insbesondere ihre Aktien nicht zu verkaufen." Dazu hat der Konzern nun zwei Wochen Zeit.

Auch tschechischer Investor will für Gasnetz bieten

Für den Mehrheitsanteil von Innogy an der tschechischen Gasnetztochter meldete sich derweil ein weiterer Interessent. Der tschechische Investor KKCG kündigte an, in den kommenden Tagen eine Offerte vorzulegen. E.ON wollte dies ebenso wenig kommentieren wie Innogy. E.ON-Finanzchef Spieker hatte sich gegenüber Reuters optimistisch gezeigt, dass E.ON auch die Innogy-Geschäfte in Tschechien übernehmen kann. "Wir haben ganz klar ein hohes Interesse daran, die Innogy in Gänze zu integrieren", sagte der Manager. Und das beinhalte auch das tschechische Gasgeschäft. "Ich bin zuversichtlich, dass das tschechische Gasgeschäft am Ende seinen Weg zu E.ON findet. Dafür ist auch vertraglich Vorsorge getroffen worden."

Innogy hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, einem Interessenten Zugang zu den Büchern für die lukrative Gasnetztochter gegeben zu haben. Dabei handelt es sich Insidern zufolge um die australische Bank Macquarie. Innogy hält 50,04 Prozent an dem Netz-Unternehmen, das über 1,2 Millionen Kunden mit Gas versorgt und knapp 400.000 mit Strom. Macquarie gehört bereits die andere Hälfte des Unternehmens. E.ON und RWE haben jedoch bereits vorgesorgt. RWE könnte von Innogy dessen Anteil am tschechischen Gasnetzbetreiber erwerben und an E.ON weiterverkaufen, hieß es in der Angebotsunterlage. RWE hatte betont, der Deal mit E.ON sei die beste Option. "Eine Zerlegung und Veräußerung von Innogy in vielen Einzelteilen ist für RWE daher keine Alternative."

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