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Areva Atomriese macht erneut Milliardenverlust

Frankreichs Atomkonzern Areva steckt seit Jahren in den roten Zahlen. Nun sieht das Unternehmen Fortschritte. Der Rettungsplan bedeutet allerdings eine weitgehende Umstrukturierung der französischen Atomindustrie.

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Das Logo von Areva Quelle: dpa

Der schwer angeschlagene französische Atomkonzern Areva hat erneut einen Milliardenverlust verbucht. Unter dem Strich verlor das staatlich kontrollierte Unternehmen im vergangenen Jahr zwei Milliarden Euro, wie es mitteilte. Es ist das fünfte Verlustjahr in Folge. 2014 war das Minus mit 4,8 Milliarden Euro allerdings noch mehr als doppelt so groß.

Der Atomriese steckt in einem tiefgreifenden Umbau, er hatte im vergangenen Jahr nach dem Rekordverlust die Streichung von bis zu 6000 Stellen angekündigt. Um den Konzern zu retten, ist eine Kapitalerhöhung von fünf Milliarden Euro geplant - Frankreichs Präsident François Hollande gab dafür vor einigen Wochen grünes Licht. Der Staat will den Großteil der Finanzspritze stemmen. Zudem soll der ebenfalls staatseigene Energieversorger EDF das Atomreaktorgeschäft von Areva übernehmen.

Um seine Liquidität zu sichern, handelte Areva gerade mit sechs Banken einen Brückenkredit über 1,1 Milliarden Euro aus - deshalb wurde kurzfristig sogar die Vorlage der Jahresbilanz um 24 Stunden verschoben. Damit sei die Finanzierung für dieses Jahr gesichert, erklärte Areva-Chef Philippe Knoche.

Er sprach mit Blick auf das Ergebnis des vergangenen Jahres von einem Fortschritt. „Der Wettbewerbsfähigkeits-Plan des Konzerns hatte eine sehr positive Auswirkung auf Kosten und Cash“, sagte er. Seinen Umsatz konnte das Unternehmen von knapp 4 auf rund 4,2 Milliarden Euro steigern. Der Auftragsbestand sank um 3,1 Milliarden Euro auf rund 29 Milliarden Euro.

Knoche erläuterte, die Hälfte des Verlustes stamme aus Rückstellungen für Umstrukturierungen und Abschreibungen im Zusammenhang mit Marktbedingungen. Der Rest ist demnach auf zusätzliche Rückstellungen für das Problem-Projekt des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) auf der finnischen Insel Olkiluoto zurückzuführen, das sich immer wieder verzögert hatte. Areva erklärte, es sei in Gesprächen mit seinem finnischen Partner TVO, um die Fertigstellung des Projekts sicherzustellen und Streitfragen zu klären.

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