Areva Aus der Traum

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Option China

Die Option chinesischer Partner scheint auch diesmal nicht ausgeschlossen. Zumal Areva gemeinsam mit den Chinesen das Bakouma-Uranvorkommen in Zentralafrika ausbeutet und Druckwasserreaktoren à la Flammanville in das Reich der Mitte verkaufen will. "Es gibt mehrere mögliche Optionen, die in der Hand des Unternehmens liegen", sagte Macron dazu.

Chronik der Atomkraft in Deutschland
AKW Lubmin Quelle: dpa
Harrisburg Quelle: dapd
AKW Grundremmingen Quelle: dpa/dpaweb
AKW Krümmel Quelle: dpa
Tschernobyl Quelle: dpa
1987: Inbetriebnahme AKW Mülheim-Kärlich 1988: Stilllegung AKW Mülheim-Kärlich, Inbetriebnahme AKWs Emsland, Isar 2 1989: Der Chef des E.On-Vorgängers Veba Rudolf von Bennigsen-Foerder stoppt den Bau der Wiederaufarbeitungsanlage für abgebrannte Brennstäbe in Wackersdorf. Mehr als 30.000 Demonstranten liefen gegen den Bau Sturm. Es kam zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Am 31.Mai wurde der bis dahin etwa 10 Milliarden DM teuer Bau eingestellt. Am 6. Juni unterzeichneten Deutschland und Frankreich Verträge über eine gemeinsame Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague. Urheber des Bildes: Wikida Quelle: Creative Commons
Fässer mit Resten aus dem AKW Rheinsberg Quelle: dpa/dpaweb
1998: EnBW entsteht aus der Energieversorgung Schwaben und dem Badenwerk. Liberalisierung des Strommarktes: Verbraucher können wählen, wer den Strom liefern soll Quelle: dpa
2000: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) tritt in Kraft. Der Düsseldorfer Energieriese E.On entsteht aus der Fusion der beiden Mischkonzerne Veba und Viag. Quelle: dapd
2001: Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) beschließen Ausstieg aus der Atomkraft innerhalb von 20 Jahren. Auch E.On, RWE und Co. erhalten die Möglichkeit, in erneuerbare Energien zu investieren, lassen diese Chance jedoch weitgehend verstreichen. Stattdessen spekulieren sie auf eine Laufzeitverlängerung der AKWs nach einer möglichen Regierungsübernahme durch Schwarz-Gelb. Quelle: AP
2002: Der schwedische Energiekonzern Vattenfall wird nach Übernahmen zum viertgrößten Stromkonzern in Deutschland. E.On verkauft seine Beteiligung am Logistikkonzern Stinnes Quelle: dpa
AKW Stade Quelle: REUTERS
2007: Abschaltung des AKW Brunsbüttel, 75 km nordwestlich von Hamburg. Gesellschafter sind Vattenfall und E.On. Das Kraftwerk gilt als eines der störanfälligsten in Deutschland. Im November 2012 leitete Vattenfall das Rückbauverfahren ein. Quelle: dapd
2010: RWE-Chef Jürgen Großmann greift Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Atomdebatte an. Monate später beschließt Schwarz-Gelb längere Laufzeiten für deutsche AKWs. Quelle: dpa
2011: Im japanischen Fukushima kommt es am 11. März 2011 nach einem schweren Erdbeben und einem Tsunami zur Kernschmelze in drei von sechs Reaktorblöcken. Rund 150.000 Einwohner mussten das Gebiet vorübergehend oder dauerhaft verlassen. Das Gebiet ist auf Jahrzehnte verstrahlt. Die Entsorgungsarbeiten werden voraussichtlich 30 bis 40 Jahre dauern. Die Kosten werden auf 150 bis 190 Milliarden Euro geschätzt. Drei Monate später nimmt Schwarz-Gelb die Laufzeitverlängerung zurück und setzt die Abschaltung von Isar 1, Unterweser, Biblis A/B, Philippsburg 1, Neckarwestheim 1, Krümmel, Brunsbüttel durch. Quelle: dapd
2013: RWE macht erstmals Verlust: drei Milliarden Euro Quelle: dpa
Das bringt die Zukunft2015: Abschaltung AKW Grafenrheinfeld 2017: bis 2022 Ende für die AKWs Grohnde, Philippsburg 2, Gundremmingen B/C, Isar 1/2, Brokdorf, Neckarwestheim 2, Emsland Quelle: dpa

Umweltministerin Ségolène Royal pocht derweil auf eine stärkere Zusammenarbeit des Kraftwerksbaues Areva mit dem ebenfalls staatlichen Kraftwerksbetreiber, dem Energiekonzern EdF, sowie der staatlichen Atomenergiebehörde CEA. Dass Präsident François Hollande im vergangenen Herbst nicht nur zwei ehemalige Studienkollegen an die Spitzen von Areva und EdF setze, um den jahrelang quälenden Reibereien zwischen den beiden Unternehmen ein Ende zu setzen, war schon damals klar.

Die "effizientere Zusammenarbeit mit Areva" sei eine seiner Prioritäten, sagte Jean-Bernard Lévy Mitte Februar bei der Präsentation der EdF-Jahresergebnisse. Aber ein finanzielles Engagement zu Gunsten seines Freundes Philippe Varin, Ex-Chef von PSA, steht offenbar nicht ganz oben auf der Liste. "Derzeit steht keinerlei finanzielle Transaktion auf der Tagesordnung." Wenn Lévy da mal das letzte Wort hat.

In Arbeit
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Von der Trennung des Urangeschäfts und dem mit dem Reaktorbau bis hin zur Schaffung einer Holding mit eigenständigen Geschäftsbereichen und der Hereinnahme von Partnern werden derzeit zahlreiche Varianten durchgespielt. Für das Urangeschäft hatten sich schon 2011 EdF und auch das Emirat Qatar interessiert, als die damals noch konservative französische Regierung den Weg für einen Einstieg öffnete. Das zukunftsträchtige Metier des Rückbaus und der Entsorgung stillgelegter Kraftwerke könnte für das französische Entsorgungsunternehmen Veolia reizvoll sein.

Vor allem nach dem Atomausstieg in Deutschland sieht Veolia dort schon bald großes Potenzial mit einem Partner Areva. Die ohnehin leidenschaftslos aufgebaute und hoch defizitäre Sparte Windenergie könnte verkauft werden. "Der Staat muss eine langfristige Strategie liefern, ohne für kurzfristige Ziele Visionen aufzugeben", sagt Cyril Crocq, Analyst bei Sia Partners. Nichts schwieriger als das.

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