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Atomausstieg Spiel mir das Lied vom Meiler-Abriss

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Energieriesen bilden Rücklagen

Werden alte Meiler künftig als Endlager für Castor-Behälter dienen? Überlegungen dazu gibt es. Quelle: dpa

E.On hat insgesamt 16 Milliarden Euro zurückgelegt, RWE gut zehn Milliarden Euro. Skeptiker befürchten, dass diese Summen nicht hoch genug sind, um alle Anlagen reststofffrei dem Erdboden gleich zu machen. Anderen Planspielen zufolge werden einige Meiler aber auch als mögliche Endlager für die Castoren dienen können, die in Gorleben eines Tages möglicherweise nicht mehr zwischengelagert werden können.

Ein Schwimmbad im Ex-AKW

Vorteil: Für die 17 Atommeiler gibt es noch die Genehmigungen, die einfach verlängert werden können. Die Meiler-Anrainer, Nachbarn, Bewohner von benachbarten Dörfern und in der Nähe liegende Kleinstädten sind an den Anblick der Kernkraftwerke gewöhnt, profitierten sogar in der Vergangenheit von weitreichenden milden Gaben der Betreiber.

Dazu gehören der Betrieb von Freizeitzentren, Schwimmbädern und Sportanlagen – als Dankeschön für den Betrieb der Reaktoren in Sichtweite. Solche Nachbarn werden nichts gegen Endlagerung von gut verpackten Castoren anstatt des Weiterbetriebs der Reaktoren einzuwenden haben, hoffen Energiemanager.

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    Während EnBW den Rückbau des kleinen Obrigheim-Meilers vorantreibt, gehen E.On und RWE die Abbau-Zukunft weitaus größerer stillgelegter Kernkraftwerke an. E.On sieht sich mit den nicht mehr in Betrieb befindlichen Meilern Unterweser und Isar I konfrontiert, RWE mit Biblis.

    Das Abrissgeschäft könnte florieren. Die großen Versorger könnten ihr umsichtiges Rückbau-Know-how weltweit anderen Ländern zur Verfügung stellen, die ihre Meiler dem Erdboden gleichmachen wollen. Man kann sich bei den Betreibern vorstellen, Beratungsgesellschaften zu gründen, die Abriss-Wissen nicht als schwarzen Tod einer Industrie weltweit vermarkten, sondern als sicherheitsrelevantes und jobgenerierendes Ingenieurswissen mit grüner Zukunft.

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