Atomkraft Teure Aktion

Stillgelegte AKWs könnten hochgefahren werden, aber für viel Geld.

Das Atomkraftwerk Biblis Quelle: dpa

Nachdem auch in Deutschland Rufe nach längeren Laufzeiten der AKWs laut wurden, stellt sich die Frage, ob stillgelegte Meiler wie bald in Japan wieder angeschaltet werden könnten. Generell gilt: AKWs werden regelmäßig heruntergefahren, etwa wenn Brennelemente gewechselt werden und Reparaturen fällig sind. Das Wiederanfahren ist dann unproblematisch.

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Anders ist dies bei den sieben aus politischen Gründen stillgelegten Kernkraftwerken. Sie müssten eine neue Betriebsgenehmigung bekommen. Das ist zeitaufwendig und voraussichtlich sehr teuer. Infrage kommen dafür aktuell nur die drei Kernkraftwerke Biblis A und B sowie Krümmel. Deren Betreiber RWE und Vattenfall haben gegen die Stilllegung geklagt. Die Verfahren laufen noch. Brunsbüttel, Isar I, Neckarwestheim I, Philippsburg I und Unterweser machten den Betreibern EnBW, Vattenfall und E.On dagegen keine Freude mehr und bleiben auch nach deren Willen auf jeden Fall abgeschaltet.

Riskantes Kalkül

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Die rechtlich umstrittenen beiden Biblis-Reaktoren sowie Krümmel befinden sich im sogenannten längerfristigen Stillstand, sind also nicht stillgelegt. Das bedeutet, dass alle Brennelemente unter Wasser ausgelagert sind. Sollten RWE und Vattenfall recht bekommen, müssten sie die drei Meiler an den aktuellen Stand der Technik anpassen, um sie wieder in Betrieb nehmen zu können. Handelt es sich dabei um sicherheitsrelevante Verbesserungen, müssten diese dann in allen drei AKWs vorgenommen werden. Das kann im Extremfall Hunderte von Millionen Euro kosten und Jahre dauern – für RWE und Vattenfall also ein riskantes Kalkül. Die Wiederinbetriebnahme als solche ginge dann vergleichsweise flott.

Die Länge des Stillstands eines AKWs ist für die Wiederinbetriebnahme unerheblich. In Kanada wurden Reaktoren nach 15 Jahren Stillstand wiederbelebt.

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