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BrandIndex

Stromerzeuger zahlen Preiserhöhung mit Imageverlust

Holger Geißler
Holger Geißler Psychologe, Werbepsychologe

Die Energiewende kostet viel Geld – das bekommen nun die privaten Haushalte zu spüren. Rund 450 Stromkonzerne erhöhen 2013 ihre Preise. Die Unternehmen zahlen dies wiederum mit Imageverlust.

So setzt sich der Strompreis zusammen
Traditionelle Erzeuger Quelle: dapd
Neue Energien Quelle: REUTERS
Strombörse Quelle: dpa
Verschiedener Strom Quelle: dpa
Die Endverbraucher Quelle: dpa
EEG-Umlage Quelle: dpa

Privathaushalte, die bis jetzt noch keine Post von ihrem Stromanbieter erhalten haben, können vorerst aufatmen. Bis zum 19. November hatten die Energiekonzerne und Stadtwerke Zeit, ihre Kunden über Strompreiserhöhungen zum Jahresanfang 2013 zu informieren. Als Preistreiber gelten neben der Ökostrom-Umlage etwa gestiegene Netzgebühren und die Kosten für den Ausbau der Offshore-Windparks. Insgesamt werden deshalb 452 Versorger zum Jahresbeginn oder im Frühjahr ihre Tarife anheben, im Schnitt um etwa 10 bis 20 Prozent. Auch die vier großen Stromerzeuger EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall drehen an der Preisschraube.

Schlusslicht Vattenfall

Traditionell genießt die Energiebranche bei Verbrauchern kein hohes Ansehen. Und angesichts der aktuellen Preiserhöhungen leidet das Markenimage der Energielieferanten weiter – wie ein Blick in den YouGov-Markenmonitor BrandIndex zeigt. Am schlechtesten schneidet unter den großen Energiekonzernen die Marke Vattenfall ab, die sich seit Jahresbeginn im Schnitt mit -50 Punkten zufrieden geben muss – im Frühjahr lag die Marke sogar zeitweise nur bei -54 Punkten.

EnBW trifft es doppelt

Nicht viel besser steht EnBW da. Das Image zeigte im Januar 2012 zunächst kontinuierlich nach unten, bevor sich die Marke seit Juli wieder etwas erholen konnte. Mit aktuell -44 Punkten kann die Marke allerdings nicht zufrieden sein. Aus den Index-Daten wird deutlich, dass daran sicher nicht nur die für Februar 2013 angekündigte Preiserhöhung mitverantwortlich ist, sondern auch die sogenannte EnBW-Affäre. Im Juli 2012 hatten Ermittler Wohnungen und Geschäftsräume von Stefan Mappus durchsucht, des damaligen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue in Zusammenhang mit dem Rückkauf großer Anteile des Energiekonzerns. Die EnBW-Affäre hatte auch Einfluss auf das Image der Marke im eigenen Bundesland Baden-Württemberg. Trotzdem ist die Marke hier mit aktuell -5 Imagepunkten deutlich beliebter als in Gesamtdeutschland.

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