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E.On Kundenfreundlichkeit geht anders

Gewinne trotz Atomausstieg und bessere Gaslieferverträge erhellen das Bild für Energieversorger E.On. Aber die Kunden haben nichts davon.

E.On- Chef Johannes Teyssen hat allen Grund zur Freude: Nach einem verlustreichen Jahr 2011 sorgen nun allem voran die neuen Verträge für Gewinne Quelle: dapd

Es war ein annus horribilis 2011, ein schreckliches Jahr für den größten deutschen Energieversorger E.On mit einem Verlust von zwei Milliarden Euro. Aber die Gründe wurden damals vor allem in der Energiewende gesehen, die durch das Abschalten von Atomkraftwerken verursacht wurden. Nun hat sich E.On aus dem tiefen Tal herausgerappelt und präsentiert einen Halbjahresgewinn in Höhe von 6,7 Milliarden Euro.

Die Agenda der Energiekonzerne 2012
RWE: Beim zweitgrößten deutschen Energiekonzern steht ein Wechsel im Vorstandsvorsitz an. Quelle: dpa
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E.On Quelle: dpa

Neue Verträge sorgen für Gewinn

Zwei Gründe gibt es für dieses überraschend erfreuliche Ergebnis des Düsseldorfer Unternehmens: Einmal fallen in diesem Jahr die hohen Sondereffekte weg, die das Abschalten vieler Atomkraftwerke hervorgebracht haben. Vor allem die neuen Gaslieferverträge, die E.On-Chef Johannes Teyssen mit Gazprom aushandeln konnte, haben zu einer spürbaren Entlastung der Bilanz geführt.

Die Langfristverträge waren der Grund, warum E.On als Ferngasgesellschaft Verluste schrieb, die ölpreisgebundenen Tarife, vor Jahren abgeschlossen, passten nicht mehr in den europäischen Gasmarkt, der von einem Überangebot von Erdgas geprägt ist. Die Nachverhandlungen mit E.On führten zu einem Erfolg, der sich in der Gewinn –und Verlustrechnung sofort bemerkbar macht.

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Leider denken die E.On-Manager nicht daran, ihre Kunden, allen voran die großen industriellen Kunden, an diesem Preiseffekt teilhaben zu lassen. So beklagt sich beispielsweise der ebenfalls in Düsseldorf beheimatete Ableger des norwegischen Versorgers Statkraft über zu hohe Gaspreise, die verbesserten Tarife von E.On sind noch nicht weitergegeben worden.

Folge: Gaskraftwerke von Statkraft, wie zum Beispiel das in Emden, werden abgeschaltet, dasselbe Schicksal ereilt auch Gaskraftwerke in Holland und in Österreich. Teure Investitionen liegen damit brach. Der Versorger E.On benutzt seine Vormachtstellung im Ferngasgeschäft, um vor allem sich selbst zu sanieren. Kundenfreundlich ist das nicht.

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