E.On Neue Details zu E.Ons Radikalumbau

Der Energieriese E.On spaltet das Atom- und Kohlegeschäft ab. Das neue Unternehmen soll Uniper heißen. Bei E.On selbst bleibt Johannes Teyssen im Sattel - das Unternehmen wird nach Essen ziehen.

Ein Schild mit dem Logo des Hauptbetreibers Eon steht am Kraftwerk Irsching. Quelle: dpa

Der Energiekonzern E.On hat zentrale personelle Weichenstellungen für seine Aufspaltung vorgenommen. Der bisherige E.On-Chef Johannes Teyssen soll auch künftig das Unternehmen führen, das sich auf das Geschäft mit Ökostrom, den Vertrieb und Energiedienstleistungen konzentrieren soll, wie E.On am Montag mitteilte. Das Kernunternehmen soll zudem nach Essen umziehen.

Für die Führung des Geschäfts mit Atom- und Kohlekraftwerken machte Klaus Schäfer das Rennen. Der 47-jährige ist seit 2013 Finanzchef von E.On. Schäfers bisherigen Posten übernimmt Michael Sen, der von Siemens Healthcare kommt.

Die neue Gesellschaft soll unter dem Namen Uniper firmieren und startet zum Jahresbeginn 2016 mit Sitz im Düsseldorfer Hafen. Der Name steht für „Unique Performance“, also für einzigartige Leistungsfähigkeit. Erfunden hat ihn nicht die von E.On zur Namensfindung beauftragte Agentur Metadesign aus Berlin, sondern ein langjähriger Mitarbeiter eines Tochterunternehmens des Energiekonzerns.

Eckpunkte aus E.Ons Bilanz 2015

E.On und Uniper erhalten jeweils vier Vorstandsressorts. Neben dem Vorstandsvorsitzenden und dem Finanzchef werden jeweils zwei operative Ressorts eingerichtet. Bei E.On werden Leonhard Birnbaum und Bernhard Reutersberg die operativen Geschäfte führen. 

Im Zuge der Neuaufstellung wird Vorstandsmitglied Jorgen Kildahl aus dem Konzern Ende September 2015 ausscheiden. Der gebürtige Norweger hatte das internationale Ressort einschließlich der E.On-Aktivitäten in Russland, Brasilien, der Türkei sowie das Produktions- Explorationsgeschäft geleitet. Vorstandsmitglied Mike Winkel wird den Konzern ebenfalls verlassen.

Uniper hat nach Überzeugung des Unternehmens gute Aussichten am Markt. „Es ist noch nicht gesagt, wer in fünf Jahren der erfolgreichere ist - E.On oder die neue Gesellschaft“, hatte Teyssen bei der Ankündigung der Pläne gesagt. Großkraftwerke würden noch für eine lange Zeit als Rückgrat der Energieversorgung gebraucht.

Die neue Gesellschaft soll schuldenfrei und mit den kompletten Atomrückstellungen des Konzerns in Höhe von rund 14,5 Milliarden Euro starten. E.On behält in dem neuen Zuschnitt nach früheren Angaben rund 40.000 Beschäftigte, Uniper soll etwa 15.000 Mitarbeiter haben.

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Die Ende November angekündigte Aufspaltung ist ohne Beispiel in der Branche um E.On, RWE & Co. Dieser brechen unter dem Druck der Energiewende die Gewinne weg. Mit der radikalen Aufspaltung zwischen konventioneller und erneuerbarer Energie zum Jahresbeginn 2016 will sich E.On besser auf die Anforderungen der Energiewende einstellen. "Mit der Neuaufstellung werden wir in der Lage sein, Kundenbedürfnisse in der sich schnell verändernden Energiewelt optimal zu erfüllen“, sagte Teyssen.

Teyssen führt den größten deutschen Versorger seit Mai 2010 und hat für den bisherigen Konzern einen Vertrag bis Ende 2018.

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