E.On Uniper reißt Milliarden-Loch in E.On-Bilanz

Vor dem geplanten Uniper-Börsengang im September ist E.On wieder tief in die roten Zahlen gerutscht. Es ist nicht das erste Mal, dass Milliarden-Abschreibungen bei Deutschlands größtem Versorger auf die Bilanz drücken.

E.On-Chef Johannes Teyssen: Milliarden-Abschreibungen drücken auf das Halbjahres-Ergebnis. Quelle: REUTERS

Der radikale Umbau reißt den Energiekonzern E.On wieder tief in die roten Zahlen. Deutschlands größter Versorger muss erneut Milliarden-Abschreibungen auf seine vor der Abspaltung stehende Kraftwerks- und Handelstochter Uniper vornehmen. Das führte zu einem Verlust von drei Milliarden Euro im ersten Halbjahr, wie E.On am Mittwoch in Essen mitteilte.

Uniper soll im September an die Börse gehen, dabei will E.On rund 53 Prozent der neuen Tochter an den Finanzmärkten platzieren. Bereits in den beiden Vorjahren hatte E.On im Zuge seiner Neuausrichtung hohe Abschreibungen vorgenommen und Milliardenverluste verbucht. Im zweiten Quartal wurden Wertberichtigungen und Drohverlustrückstellungen bei Uniper von 3,8 Milliarden Euro vorgenommen.

Dem Börsengang stehe nichts mehr im Wege, sagte E.On-Chef Johannes Teyssen. E.On lagert die schwächelnden Kohle- und Gaskraftwerke sowie den Energiehandel in die Tochter aus und will sich selbst auch das lukrative Ökostromgeschäft konzentrieren.

Im Ökostromgeschäft konnte E.On den operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) im Halbjahr um 53 Millionen auf 254 Millionen steigern. Bei den Netzen sei das Ergebnis wegen des Wegfalls von Einmaleffekten um 73 auf 872 Millionen Euro gesunken. Insgesamt schrumpfte der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um sechs Prozent auf rund zwei Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 1,85 Milliarden Euro gerechnet. E.On legte die Zahlen in der neuen Struktur vor. Darin sind das Ökostromgeschäft, der Netzbetrieb und der Vertrieb sowie die Minderheitsbeteiligung von rund 47 Prozent von Uniper enthalten.

Uniper steht wegen Altlasten unter Druck

Der Konzern hatte Investoren schon im April auf neuerliche Wertberichtigungen vorbereitet. Zuletzt stand Uniper noch mit 15,5 Milliarden Euro in den Büchern. Diese Bewertung gilt als zu hoch, Analysten schätzen den tatsächlichen Wert nur noch auf bis zu 5,5 Milliarden Euro.

Der genaue Preis wird beim Uniper-Börsengang feststehen. Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen Börsengang, sondern eine Abspaltung vom Mutterkonzern. Deshalb bekommen E.On-Aktionäre automatisch für zehn Aktien einen Uniper-Anteilsschein. Eon selbst behält zunächst 46,65 Prozent der Anteile, die erst in einiger Zeit veräußert werden sollen.

Die wichtigsten Fragen zur E.On-Aufspaltung

Die bald auf eigenen Füßen stehende Tochter Uniper steht von Anfang an unter Druck. Vorstandschef Klaus Schäfer will zahlreiche der knapp 14.000 Stellen streichen und bis 2018 Beteiligungen im Wert von mindestens zwei Milliarden Euro abstoßen. E.On muss derweil Milliardensummen für den Atomausstieg stemmen. Teyssen hatte bereits angekündigt, Investitionen zu verschieben und Kosten zu senken. Auch Kapitalmaßnahmen seien nicht ausgeschlossen.

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