Einigung erzielt E.On-Beschäftigte bekommen mehr Geld

Einigung im Tarifstreit bei E.On: Die Beschäftigten des Energieversorgers sollen rückwirkend ab Januar 2,8 Prozent mehr Geld plus eine Einmalzahlung von 300 Euro bekommen.

Mit welchen Problemen E.On zu kämpfen hat
Knappe KassenE.On braucht Geld, und zwar dringend. 2011 hat E.On in Folge des Atomausstiegs erstmals in seiner Firmengeschichte ein Geschäftsjahr mit Verlust abgeschlossen, ein Minus von rund 1,9 Milliarden. Noch im Vorjahr hatte der Konzern einen Gewinn von 6,2 Milliarden Euro verbucht. 2012 schaffte es Konzernchef Teyssen wieder einen Nettoüberschuss von 4,3 Milliarden zu erwirtschaften. Für 2013 rechnet der Vorstand annähernd mit einer Halbierung dessen. Nur noch 2,2 bis 2,6 Milliarden Euro sollen hängen bleiben. Quelle: dapd
Investition in SchwellenländerRaus aus Europa und rein die Schwellenländern. Was E.On mit dem Verkauf seiner Beteiligungen einnimmt, soll in die Energiewirtschaft in Brasilien, Indien und der Türkei reinvestiert werden. Im Dezember hat E.On. durch einen Anteilstausch mit der österreichischen Verbund AG die Hälfte des türkischen Stromerzeugers Enerjisa übernommen. Im Gegenzug erhielt die Verbund AG Anteile an bayerischen Wasserkraftwerken. Mit dem Einstieg in der Türkei mache E.on einen "großen Fortschritt bei der Umsetzung unserer Konzernstrategie", sagte Vorstandschef Johannes Teyssen. Quelle: REUTERS
Schleppendes GasgeschäftDer russische Vorlieferant Gazprom lässt E.On zappeln und hält die Langfristpreise hoch. Zwar erzielten E.On-Manager ein kurzfristig geltende Vereinbarung, die Linderung der Gaspreise versprach, eine Dauerlösung stellt dies jedoch nicht dar, da sich die Russen die permanente Überprüfung seiner Preisnachlässe vorbehalten hat. Quelle: dpa/dpaweb
Kostspielige WindparksE.On ist derzeit der weltweit drittgrößte Betreiber von Offshore-Windkraftanlagen und investiert zwei Milliarden in drei neue Projekte - Amrumbank West, Humber Gateway vor der britischen Küste und Karehamn in Schweden. Insgesamt sind E.On die Kosten für die Offshore-Parks zu hoch, bis 2015 sollen sie um 40 Prozent sinken. E.On will günstiger bei den Lieferanten einkaufen, leistungsfähigere Windkraftanlagen einsetzen und bei der Projektierung und beim Bau der Parks sparen. E.On-Chef Johannes Teyssen hat angekündigt, beim Ausbau des Ökostromgeschäfts verstärkt auf Kooperationen zu setzen. Der Konzern müsse nicht jede Anlage komplett besitzen. Quelle: dpa
Lohnforderungen und StreiksImmerhin an einer Front gibt es positives zu berichten. Am 6. Februar 2013 haben sich die Gewerkschaften mit der E.On-Führung geeinigt. Die 30.000 E.On-Beschäftigten in Deutschland wollten ursprünglich 6,5 Prozent mehr Lohn - jetzt gibt es rückwirkend zum 1. Januar 2013 2,8 Prozent mehr plus eine Einmalzahlung von 300 Euro. Das erste Angebot von E.On hatte bei 1,7 Prozent gelegen. Quelle: dpa
Verlustgeschäft GaskraftwerkeDie hochmodernen Gaskraftwerke im bayerischen Irsching sind extrem unterfordert. Nur 2.000 Betriebsstunden erreichten sie im Jahr, das ist weniger als ein Viertel der Gesamtkapazität. Unter solchen Umständen sind Gaskraftwerke für E.On nicht mehr gewinnbringend zu betreiben. Auch die kommunalen Mitgesellschafter drängten aus den Gaskraftwerken heraus, weil die klammen Kommunen Verluste ihrer Beteiligungen befürchten. Quelle: dpa
Unerwünschte BeteiligungenE.On will sich von zahlreichen Beteiligungen in Deutschland und Europa trennen, um Geld in die Kassen zu spülen. Geschäfte im Wert von 15 Milliarden Euro will der Energieriese verkaufen. Die Tochter E.On Thüringer Energie ging zu 43 Prozent an den dortigen Kommunalverband, E.On hält noch zehn Prozent, will aber auch dieses Restpaket loswerden. Die Transaktion ist eingebettet in eine strategische Abwurfaktion. E.On will drei der derzeit sieben deutschen Regionalversorger abstoßen. E.On Westfalen-Weser ist in Verkaufsverhandlungen, auch E.On Mitte soll vom Düsseldorfer Konzern abgetrennt werden. Insgesamt sollen die Trennung von den Regionalversorgern zwei bis drei Milliarden Euro bringen, schätzen Energie-Analysten. Quelle: dpa

Die 30.000 Beschäftigten des Stromversorgers Eon bekommen rückwirkend ab Jahresbeginn 2,8 Prozent mehr Geld plus eine Einmalzahlung von 300 Euro. Einen entsprechenden Vorschlag des Unternehmens vom vergangenen Freitag habe die Tarifkommission der Gewerkschaften Verdi und IG BCE am Mittwoch in Hannover mit großer Mehrheit angenommen, teilten die Gewerkschaften mit. Über die Einigung muss noch eine zweite Urabstimmung befinden. Dabei ist ein Zustimmungsquorum von 25 Prozent nötig.

Der Tarifabschluss hat eine Laufzeit von 13 Monaten. Nach Rechnung der Gewerkschaften ergibt sich aus dem Paket ein Gesamtvolumen von 3,1 Prozent. Dies sei ein „tragfähiger Kompromiss“ in der Tarifauseinandersetzung, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Erhard Ott. Zuvor waren drei Tarifrunden gescheitert und der Versorger stand am Rande eines Streiks.

Ausbildungsabsolventen des Jahres 2014 werden nach dem E.On-Vorschlag befristet für 12 Monate übernommen. Bei der Gründung neuer Konzerngesellschaften würden bestehende Tarifbindungen der Mitarbeiter berücksichtigt.

Eon hatte seine Gewinnerwartung für das laufende Jahr Ende Januar auf 2,2 bis 2,6 Milliarden Euro annähernd halbiert. Der Konzern leidet unter geschrumpften Margen in der Energieerzeugung, der Atomwende und dem weiter hohen Schuldenstand. Andererseits hätte ein Streik nach Ansicht von Beobachtern Millionen gekostet und Imageverlust bei den Kunden im heftig umkämpften Stromgeschäft gebracht.

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