EnBW Tausende von E-Mails verschwunden

Die Ermittler der Staatsanwaltschaft waren bei der Razzia in den EnBW-Räumen vor allem auf der Suche nach unauffindbaren Daten aus dem Energiekonzern.

Den Argwohn der Ermittler hat erregt, dass bei EnBW Tausende von E-Mails zu den Verbindungen mit dem russischen Lobbyisten Andrej Bykow gelöscht worden sind. Quelle: dapd

Wegen der Geschäfte zwischen EnBW und dem russischen Lobbyisten Andrej Bykow haben EnBW und ehemalige EnBW-Manager am Donnerstag unangekündigten Besuch von Fahndern bekommen. Es geht um den Verdacht der Korruption, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Haben EnBW-Manager den russischen Energie-Lobbyisten Bykow mit Geld versorgt, teils für kulturelle Zwecke, um an lohnende Geschäfte vor allem bei der Gas- und Uranlieferungen zu kommen. Solche Gefälligkeiten sind in Russland nicht verboten, werden sogar von Geschäftspartnern erwartet, um Wertschätzung zu zeigen. In Deutschland sind solche Aufwendungen verboten, und das ist zur Zeit das Problem von EnBW.

EnBW nach 20 Monaten Energiewende

Bisher konnten die Staatsanwaltschaften den EnBW-Managern nichts vorwerfen, deswegen die Razzia, um an neues Beweismaterial zu kommen. Den Argwohn der Ermittler hat nämlich erregt, dass bei EnBW Tausende von E-Mails zu den Verbindungen mit Bykow gelöscht worden sind. Die Ermittler interessieren sich nun für Ausdrucke und auch für E-Mails, die auf andere Datenträger kopiert worden sind. Ob sie gestern fündig geworden sind, darüber ist zur Stunde nichts bekannt geworden.

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Das Löschen von E-Mails zu einem einzigen, brisanten Sachverhalt müsste eigentlich jeden Compliance-Beauftragten aus der Reserve locken. Bykow behauptet, die EnBW habe ihm über einen Scheinvertrag rund 200 Millionen Euro gezahlt. Rund die Hälfte davon sei in Sonderklauseln als Schmiergeld für Klimapflege in Russland bestimmt gewesen. EnBW bestreitet die Darstellung.

Insider schlossen auch nicht aus, dass diese Sonderklauseln gefälscht worden sein könnten, um Bykow im Nachhinein zu legalisieren.

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