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Energiekonzern Deutschlandchef verlässt RWE

Der Energiekonzern RWE und sein Deutschlandchef gehen Insidern zufolge getrennte Wege. RWE wollte sich nicht dazu äußern.

Der sogenannte RWE Tower, Zentrale des Energiekonzerns RWE. Quelle: dpa

Der Energiekonzerns RWE und sein Deutschlandchef gehen Insidern zufolge getrennte Wege. Arndt Neuhaus werde das Unternehmen verlassen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Dies könne bereits in den kommenden Tagen geschehen. Über das Ausscheiden des 49-Jährigen hatte zuvor das "Handelsblatt" vorab berichtet. RWE wollte sich dazu nicht äußern.

"Das war unglaublich vertrauenszerstörend"
Bei RWE rumort es gewaltig hinter den Kulissen: Angesichts der Krise des Energiekonzerns trommeln die Kommunen vor der Aufsichtsratssitzung am Freitag für Ex-Bundeswirtschaftsminister Werner Müller als künftigen Chefaufseher. Er soll mit seinen politischen Kontakten das Ruder herumreißen. Amtsinhaber Manfred Schneider kämpft dagegen offenbar für den Ex-SAP-Finanzvorstand Werner Brandt als seinen Nachfolger. Bei der Herbstsitzung des Aufsichtsrats in Essen könnten die Weichen gestellt werden, offiziell gewählt wird im kommenden Frühjahr. Bei der Sitzung muss RWE-Chef Peter Terium außerdem den weiter dramatisch fallenden Aktienkurs erklären und Ängste vor weiteren Dividendenkürzungen zerstreuen. Es schaut nicht gut aus für den Energieriesen – die Krise von RWE in Zitaten. Quelle: dpa
„Das Unternehmen geht durch ein Tal der Tränen.“ (RWE-Chef Peter Terium bei der Quartalsbilanz im November 2013) Quelle: dpa
„Die niedrigen Strompreise hinterlassen ihre Blutspuren in unserer Bilanz.“ (RWE-Finanzvorstand Bernhard Günther, im Mai 2014) Quelle: Presse
„Das Tal der Tränen ist also noch nicht durchschritten.“ (RWE-Chef Peter Terium bei der Jahresbilanz im März 2015) Quelle: dpa
„RWE muss sich gesundschrumpfen und braucht an der Spitze keinen Visionär, sondern einen Sanierer.“ (Fondsmanager Ingo Speich bei der Hauptversammlung im April 2014) Quelle: Presse
„Womit verdient RWE in fünf Jahren sein Geld – das ist die Gretchenfrage.“ (Aktionärsvertreter Marc Tüngler bei derselben Hauptversammlung) Quelle: dpa
„Unabhängig von Länder- und Spartengrenzen: Es geht ums Überleben.“ (RWE-Kraftwerkschef Matthias Hartung im Juli 2015) Quelle: dpa

Neuhaus leitet seit 2011 die RWE Deutschland AG, in der unter anderem das Netz- und Vertriebsgeschäft gebündelt ist. Dies soll zusammen mit der Ökostromsparte in eine Tochter ausgegliedert werden, von der RWE in diesem Jahr zehn Prozent an die Börse bringen will. Die Führungsfrage dieser Gesellschaft ist bislang nicht geklärt.

RWE-Chef Peter Terium hatte angekündigt, dass es zum 1. April eine Übergangslösung geben könne, bei der zunächst ein geschäftsführender Vorstand eingesetzt werde. In der Zeitung hieß es, Terium wolle nun vorerst selbst in Personalunion die neue Gesellschaft leiten.

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