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EnergieversorgerCO2-Neutralität und möglicher Staatsausstieg – wie sieht Unipers Zukunft aus?

Nachdem der Energieversorger Uniper vom Staat aufgefangen werden musste, erfolgt nun die Neuaufstellung für die Zukunft. Wie das Unternehmen klimaneutral werden will und warum ein Staatsausstieg geprüft wird. 01.08.2023 - 11:18 Uhr

Eine Stele mit dem Firmen-Logo steht im Foyer der Hauptverwaltung des Energieversorgungsunternehmens Uniper.

Foto: dpa

Der Energieversorger Uniper will nach der Rückkehr in die schwarzen Zahlen bis 2030 über acht Milliarden Euro in klimafreundlichere Technik investieren. „Durch die erfolgreiche Stabilisierung und unsere finanzielle Erholung haben wir uns wieder Spielraum für neues Wachstum und den Unternehmensumbau erarbeitet“, sagte Vorstandschef Michael Lewis am Dienstag.

Der Konzern wolle schneller grüner werden und sein Ziel der CO2-Neutralität bereits 2040 erreichen - zehn Jahre früher als bisher geplant. Dazu will Uniper seine Kraftwerke umbauen, bis 2030 will Uniper mehr als 80 Prozent seiner installierten Kraftwerksleistung zur CO2-freien Stromproduktion nutzen. Auch investiere der Düsseldorfer Versorger in Solar- und Windkraftanlagen, „wo ein deutliches Wachstum angestrebt wird“. Spätestens 2029 ende bei Uniper die Stromproduktion aus Kohle.

Uniper war 2022 Jahr wegen des russischen Gaslieferstopps in Schieflage geraten. Der russische Staatskonzern Gazprom hatte die Lieferungen über die Nord-Stream-Pipeline eingestellt, später wurde die Leitung durch Sabotage zerstört. Uniper musste Ersatzgas teuer einkaufen, um die Verpflichtungen gegenüber den Kunden zu erfüllen. Schließlich übernahm der Bund den Versorger, er hält derzeit 99 Prozent der Anteile.

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Nun hat sich das Blatt gewendet. Der Konzern konnte im ersten Halbjahr milliardenschwere Rückstellungen wegen des Ausfalls russischer Gaslieferungen auflösen und profitierte von lukrativen Absicherungsgeschäften. Nach sechs Monaten steht ein bereinigter Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 3,70 Milliarden (minus 757 Millionen) Euro zu Buche, wie Uniper am Dienstag die vorläufigen Zahlen von Ende Juli bekräftigte. Bis zum Jahresende soll das Ebit auf einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag steigen, auch unter dem Strich soll ein Gewinn im mittleren einstelligen Milliardenbereich stehen.

Verhandlungen über Staatsausstieg

„Uniper ist zurück auf Kurs“, sagte Lewis in einem Analystencall. Die Investitionen in den Konzernumbau könne der Konzern ohne weitere Hilfe des Bundes stemmen, auch wenn sich die außergewöhnlichen Ergebnisse des laufenden Jahres in den nächsten Jahren nicht wiederholen ließen. Uniper habe viele Dinge aus der Krise des vergangenen Jahres gelernt. „Wir müssen sicherstellen, dass wir nicht noch mal in eine ähnliche Situation geraten.“

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Der Versorger hat inzwischen seine Kreditlinie bei der Staatsbank KfW auf 11,5 Milliarden von 16,5 Milliarden Euro zurückgefahren und liebäugelt mit einem rascheren Rückzug des Staates. Uniper prüfe, wie die Staatshilfe zurückgezahlt werden könne, sagte Finanzchefin Jutta Dönges. Um sich zum Volumen oder zum Weg zu äußern, sei es aber noch zu früh. Verhandlungen mit der Bundesregierung über den Staatsausstieg würden in den nächsten Monaten erwartet.

Auch die neue Strategie von Uniper dürfte eng mit dem Bund abgestimmt sein. Bislang hängt das Geschäftsmodell zu großen Teilen vom Gasgeschäft ab. Das bestehende Gasgeschäft will Uniper durch den Einsatz von grünen Gasen wie Wasserstoff schrittweise dekarbonisieren. Bis 2030 strebe der Versorger einen Anteil von fünf bis zehn Prozent grüner Gase in seinem Portfolio an. Auch die Umwandlung von bestehenden Gasspeichern zu Wasserstoffspeichern werde weiter vorangetrieben.

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dpa, rtr
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