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Energieversorger Die wenigen Fans von EnBW

Auf der Hauptversammlung des baden-württembergischen Versorgers EnBW wird es wieder hoch hergehen, obwohl sich fast das gesamte Kapital in fester, das heißt kommunaler und staatlicher Hand befindet. Deren Repräsentanten warten nun auf den neuen Vormann, der ab Oktober das schlingernde Schiff retten soll.

Der Vorstandsvorsitzende der EnBW, Hans-Peter Villis, wird auf der Hauptversammlung des Energieversorgers seinen Nachfolger vorstellen. Quelle: dpa

Für Hans-Peter Villis, dem Noch-Vorstandsvorsitzenden des schwäbisch-badischen Stromversorgers EnBW, wird es der letzte große Auftritt in der Öffentlichkeit. Wenn Donnerstagmorgen um 10 Uhr in der Stadthalle des Kongresszentrum Karlsruhe der Gong ertönt, wird der Saal voll sein, allerdings mit lautstarken, aber auch besorgten Einzelaktionären, die nur wenige Prozent des Kapitals ausmachen. Der große Rest, jeweils 46 Prozent gehören oberschwäbischen Kommunen und dem Land Baden-Württemberg, ist in regierungsamtlichen Verantwortungsbereich, von politischen Interessen durchsetzt und gebeutelt von Flügelkämpfen zwischen denen der grünen Staatskanzlei, dem roten Minderheitspartner in der grünroten Koalition und den pechschwarzen oberschwäbischen Kommunen.

Das EnBW-Geschäftsjahr 2011

Es gibt nicht genug Windkraft für EnBW, nicht genug Erdgas im Energiemix, aber ziemlich viel Atomkraft, zwei von vier Reaktoren sind grundsätzlich noch nicht vom Netz. Hans-Peter Villis hat sich in den vergangenen Jahren immer als voller Befürworter der Kernenergie im Ländle gezeigt. Das schlug nach Fukushima und nach dem Wachwechsel von der christlich-demokratisch regierten Staatskanzlei auf Grün-Rot katapultartig auf ihn zurück. Villis wird auch als Sündenbock dieses Politikwechsels gesehen. Sein Nachfolger, Frank Mastiaux, kommt von E.On. Mastiaux ist aber kein volles Villis-Gegenprogramm.

Ein grüner Windmacher ist er nicht, auch kein Bücherschreiber wie der populärwissenschaftliche frühere Erneuerbaren-Chef von RWE, Fritz Vahrenholt. Mastiaux hat früher für BP gearbeitet, verantwortete das Gasgeschäft und kam als Promotor der Erneuerbaren Energien von E.On zum Düsseldorfer Platzhirschen. Dort war er im vergangenen Jahr als Hardliner für die Expansion des Konzerns in Schwellenländer verantwortlich.

Die EnBW-Geschäftsfelder

Auf dem Podium wird Mastiaux noch nicht sitzen, so wie Peter Terium, der designierte Chef bei RWE, der schon jetzt stellvertretender Vorstandschef ist. Aber die ganze Hoffnung der Polit-Großaktionäre lastet auf ihm, dass er die Wende von EnBW hinbekommt. Der neue EnBW-Chef muss es rotgrünen Landespolitikern und schwarzen Landräten recht machen. Der scheidenende Villis hat zwar die Landräte für sich, aber die Landesregierung gegen sich. Damit konnte langfristig kein Staat bei EnBW mehr gemacht werden.

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Dennoch vermelden jetzt ganz staatstragend zwei württembergische Hochadelige einen wohl fetten Deal mit EnBW. Beide wollen mit dem staatlich dominierten Versorger Windparkprojekte auf ihren Latifundien realisieren. Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg ist einer von ihnen. Elf windstarke Standorte hat er auf seinen Äckern ausgemacht, die Projekte sollen in enger Kooperation mit den Landräten und mit Bürgervertretern entwickelt werden – die Zeiten, in denen über die Köpfe von Leibeigenen entschieden wurden, sind vorbei. Der andere Hochadelige ist Baron Götz von Berlichingen, der ganz ohne die sprichwörtliche Attitüde ganz sachdienlich sagt: „EnBW hat uns aufgrund ihrer Kompetenz im Bereich Windkraft überzeugt“.

Es gibt sie noch, die Fans von EnBW.

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