Energieversorger E.On will Stilllegung von Irsching beantragen

Exklusiv

Der Düsseldorfer Energieversorger E.On will bei der Bundesnetzagentur fristgerecht bis Ende März beantragen, sein Gaskraftwerk im bayrischen Irsching still zu legen.

Das Gaskraftwerk Irsching ist eines der modernsten in Europa Quelle: dpa

Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen.  Bisher hatte E.On lediglich erklärt, einen Antrag auf  Stilllegung zu prüfen. Auf Anfrage erklärte ein E.On-Sprecher, die Entscheidung sei noch nicht getroffen: „Doch die wirtschaftliche Perspektive des Kraftwerkes ist kritisch.“

Das Gaskraftwerk in Irsching ist eines der modernsten seiner Art weltweit, ist aber seit Jahren nur aufgrund einer Sondervereinbarung in Betrieb. Grund dafür ist die wachsende Menge vorrangberechtigen Sonnen- und Windstroms, der  fossile Kraftwerke  zunehmend unwirtschaftlich und überflüssig macht.  Für den Betrieb von Irsching erhält E.On vom Netzbetreiber Tennet schätzungsweise bis zu 80 Millionen Euro. Diese Summe trägt  letztlich der Stromverbraucher.

Dem Antrag auf Stilllegung muss die Bundesnetzagentur zustimmen. Allerdings hat die Behörde bisher noch nie einem solchen Antrag für ein fossiles Kraftwerk südlich der Main-Linie zugstimmt, weil die angespannte Versorgungssicherheit im industriereichen Süddeutschland dies ihrer Ansicht nach nicht zulässt.

Mit dem Antrag auf Stilllegung zum 31. März 2016 setzt E.On die Behörde sowie die Politik unter Zugzwang, über die künftige Vergütung von Kraftwerken wie in Irsching zu entscheiden, die  vor allem als Reserve dienen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

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