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Energieversorgung Bürger müssen hoffen und bangen

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Maßnahmen gegen den Leitungszusammenbruch

So weit ist die Energiewende
Ziel: Sichere Stromversorgung
Umweltfreundliche Energieversorgung
Bezahlbare und wirtschaftliche Energieversorgung
14 - Umfragen Quelle: Studie A.T. Kearney/ Wirtschaftswoche

Die Regeltechniker der Gesellschaften 50 Hertz Transmission und Tennet TSO müssen hier also permanent auf der Hut sein, um einen Zusammenbruch der Leitung zu verhindern. Zum Ausgleich für die schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien müssen die Herren der Netze die so genannten Schattenkraftwerke hoch- oder runterfahren, um eine Flaute bei der Windenergie oder fehlende Sonne für die Solarzellen auszugleichen. Häufiger aktiviert werden auch Schnellabschaltungen großer Industriekunden, die mal eine halbe Stunde lang auf die volle Leistung verzichten können. Denn muss erstmal ein Kabel wegen Überlastung oder starker Schwankungen abgeschaltet werden, droht eine Kettenreaktion, falls nicht – notfalls weiträumig – Verbraucher vom Netz genommen werden.

Stromausfall stürzt München ins Chaos

Ein wenig Entspannung

Doch trotz des auch für diesen Winter noch drohenden Horrorszenarios kann die Bundesnetzagentur auch ein wenig Entspannung melden. Die frohe Botschaft kurz vor der Adventszeit: Für den Umstieg von der Atom- auf die Ökowirtschaft werden deutlich weniger zusätzliche Kabelstrecken gebraucht. Das bedeutet nicht nur weniger Investitionen und damit weniger Preissteigerungen bei der Netzumlage, sondern vor allem weniger Ärger. Denn die Anwohnerproteste sind beim Ausbau der Leitungen garantiert. Umso erfreulicher, wenn sich auf manches langwierige Verfahren samt aufwändiger Bürgerbeteiligung und Verwaltungsgerichtsverfahren verzichten lässt.

Energie



In ihrem Vorschlag zum Netzentwicklungsplan hatten die vier Übertragungsnetzbetreiber insgesamt 74 Trassen angemeldet, auf denen neue Leitungen gezogen oder vorhandene verstärkt werden sollten. Nur 51 davon hat die Bundesnetzagentur als so dringlich eingestuft, dass sie nun in den Bedarfsplan aufgenommen wurden. Damit reduzieren sich auch die Strecken: Der Neubau schrumpft von 3800 auf 2800 Kilometer; anstelle der 4000 Kilometer verstärkter Leitungen soll Deutschland vorerst mit 2900 Kilometern auskommen. Allerdings: Der schon bislang als vordringlich erachtete Ausbau, beschlossen vor etlichen Jahren, kommt nach wie vor viel zu langsam voran.

Zur wirklichen Beschleunigung des Netzausbaus fehlen noch die gesetzlichen Grundlagen, die den Ausbau juristisch einfacher machen. Derzeit arbeitet das Bundeswirtschaftsministerium an einem Gesetzentwurf, der die Genehmigungsverfahren strafft und die Einspruchsmöglichkeiten von Betroffenen einschränkt. Beispielsweise wäre dann nur noch eine Gerichtsinstanz zuständig, um über eine Klage gegen neue Leitungen entscheiden.

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