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Energiewende Die letzte Schlacht der Stromkonzerne

Nach drei Jahren Energiewende entdecken die großen Versorger neue Geschäftsfelder wie Minikraftwerke und Energieberatung. Der Schritt entspringt schierer Verzweiflung - viel anderes bleibt den Giganten aber nicht.

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Obwohl sich E.On-Chef Teyssen erst gegen Kleinstkraftwerke aussprach, treibt er nun seine Leute an, Geschäfte mit den

Wenn Uli Huener nach der Zukunft sucht, tut er das nicht am Konzernsitz in Karlsruhe. Dann jettet der Chef des neuen Ressorts Innovationsmanagement beim baden-württembergischen Stromerzeuger EnBW um den halben Globus ins kalifornische Silicon Valley. Dort, wo die Wiege der Internet-Giganten Google und Facebook stand, hofft der 57-Jährige auf die große Eingebung, wie EnBW statt mit Großkraftwerken und Atommeilern künftig Geld verdienen kann.

„Es ist spannend, wie dort drüben über neue Angebote diskutiert wird, wie Kunden rund um ihren reinen Energiebedarf mit Dienstleistungen versorgt werden können“, sagt Huener, frisch aus dem amerikanischen Start-up-Mekka zurück am beschaulichen Oberrhein.

Raus aus der Schockstarre

Aus dem Munde des früheren Deutschen- Telekom-Managers spricht doppelter Mut – der Mut des Zuversichtlichen wie der Mut des Verzweifelten. Seit Monaten wird Huener von EnBW-Chef Frank Mastiaux in alle Welt geschickt, um neue Geschäftsmodelle für die Zeit zu finden, wenn 2022 das letzte der einst vier Atomkraftwerksblöcke der Südwestdeutschen vom Netz muss. Doch der große Wurf ist dabei noch nicht herausgekommen, stattdessen regiert das Prinzip Hoffnung. „Wir brauchen neue Anstöße, die wir nicht nur vor unserer Haustür finden, um aus der Enge des alteingessenen Versorgerdenkens herauszukommen“, heißt es wortreich aus dem Konzern.

Hueners schwierige Mission könnte genauso oder ähnlich für die drei anderen Stromgiganten in Deutschland – E.On, RWE und Vattenfall – gelten. Seit die schwarz-gelbe Koalition vor fast genau drei Jahren das Atom-Aus bis 2022 beschloss und immer mehr vorrangberechtigter Ökostrom die fossilen Meiler bedroht, ist bei dem Quartett eine Umwälzung historischen Ausmaßes angelaufen. Im Übergang zum vierten Jahr der Energiewende, nach Schockstarre und gigantischen Abschreibungen auf den Kraftwerkspark, blasen die Konzernchefs nun zur Jagd auf neue Geschäftsfelder und Kunden.

Ob Marktführer E.On in Düsseldorf, der Branchenzweite RWE in Essen oder EnBW, die Richtung für die kommenden Jahre steht mehr oder weniger fest: der Einstieg in die dezentrale Energieversorgung, vom Gewerbe bis zur Wohnsiedlung, dazu Dienstleistungen zur effizienteren Energienutzung.

-Am weitesten prescht derzeit E.On vor. Konzernchef Johannes Teyssen hat erfolgreich begonnen, Minikraftwerke für Unternehmen und Beratung für Energieeffizienz ins Angebot zu nehmen, obwohl er anfangs dagegen war.

-RWE-Chef Peter Terium arbeitet am Aufbau virtueller Kraftwerke, indem er mittelständische Kunden miteinander vernetzt und ihnen so Strom sparen hilft.

-Und EnBW-Chef Mastiaux will mit Langzeit-Dienstleistungsverträgen ebenfalls mittelständische Unternehmen, aber auch Städte und Kommunen an sich binden.

-Der schwedische Staatskonzern Vattenfall, der in Ostdeutschland mit Braunkohleverstromung vertreten ist, mischt beim Geschäft mit dezentraler Energieerzeugung auch mit, hängt aber noch alten Atomtagen nach. So verweist der Konzern beim Thema Energieeffizienz immer noch stolz auf seinen schonenden Umgang mit Kühlwasser für AKWs.

Jenseits solchen Selbstlobs ist der Schwenk zu neuem Geschäft unübersehbar. Ob das aber jemals so viel einbringt, dass die Konzerne ihre alte Größe behalten können, ist die große Unbekannte. Zum einen haben die neuen Geschäftsfelder mit dem bisherigen Verkauf von Strom an Stadtwerke oder Großunternehmen so wenig zu tun wie eine Kraftwerksturbine mit dem Fahrraddynamo. Zum andern ist der Weg für die Stromkonzerne noch weit, auf diesem Feld Fuß zu fassen.

Diese Unternehmen produzieren ihren Strom selbst
VolkswagenVolkswagen betreibt inzwischen eigene Kraftwerke unterschiedlicher Art an fast allen Standorten. Im Werk Emden läuft zum Beispiel eine Biomasseanlage. Dabei sind die Anlagen nicht alle umweltfreundlich. Viele werden von Dieselmotoren der Konzerntochter MAN angetrieben. Aber der Wille von Konzernchef Martin Winterkorn zur dezentralen Eigenversorgung mithilfe erneuerbarer Energien ist da. So will VW 600 Millionen Euro bis zum Jahr 2020 für den Ausbau erneuerbarer Energien an den Unternehmensstandorten ausgeben Quelle: dpa
Aldi SüdStromerzeuger in besonders großem Stil ist der Discountgigant Aldi Süd geworden. Auf rund 300 Dächern seiner Filialen hat der Billigriese aus Mülheim an der Ruhr Solaranlagen schrauben lassen. Hinzu kommen riesige Panelflächen auf den Dächern von 30 Logistikzentren. Damit ist Aldi in der Lage, Strom mit einer Gesamtleistung von über 70 Megawatt zu produzieren, immerhin ein Zehntel eines kleinen Kernkraftwerks. Die prognostizierte Stromproduktion aller Anlagen pro Jahr liegt bei 71 Millionen Kilowattstunden. Das entspricht laut Aldi-Angaben dem Stromverbrauch von rund 24.000 Vier-Personen-Haushalten. Gerechnet auf zwölf Monate werde Aldi Süd fast die Hälfte der produzierten Menge für den Eigenverbrauch nutzen, heißt es aus dem Discount-Imperium Quelle: dpa
Metro-GroupDer Düsseldorf Handelskonzern Metro hat Anfang des Sommers 2013 für seine Großverbrauchermärkte am Konzernsitz sowie in Berlin-Marienfelde eigene Blockheizkraftwerke in Betrieb genommen. Künftig können die beiden Standorte sich selbst mit Strom und Wärme aus Erdgas versorgen. Die beiden Kraftwerke wurden in Kooperation mit dem ebenfalls in Düsseldorf beheimateten E.On-Konzern errichtet, der für den Gaseinkauf verantwortlich ist. „Dank der Blockheizkraftwerke können wir die Energieversorgung für die beiden Standorte langfristig sichern und zugleich die Kosten beträchtlich senken“, sagt Olaf Schulze, Geschäftsführer der Metro Properties Energy Management. „Mit einer Eigenproduktion können alle Kosten, die mit dem Netzbezug verbunden sind, wie zum Beispiel EEG-Umlage und Nutzungsentgelte, vermieden werden.“ Quelle: dpa
ReweDer Kölner Lebensmittel-Filialist Rewe schickte vor wenigen Wochen für ihr Logistikzentrum in Eitting bei München ein Biogas-Blockheizkraftwerk an den Start. Die Anlage versorgt den mehr als 60.000 Quadratmeter großen Büro- und Lagerkomplex dezentral und bedarfsgerecht mit umweltfreundlicher Energie. In den Sommermonaten wird mit der Heizenergie Kälte produziert, was die Großkälteanlagen für das Tiefkühl- und Kühllager des Logistikzentrums entlastet. Die rund 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom, die pro Jahr produziert werden, werden in das Stromnetz eingespeist. Quelle: dpa
Molkerei GropperNeben Joghurts, Kaffeespezialitäten und Säften produziert die bayrische Molkerei Gropper seit Beginn des Jahres auch Energie. Die durch das gasbetriebene Blockheizkraftwerk gewonnene Energie kommt dabei in erster Linie der Stromversorgung zugute, die zu 65 Prozent den Eigenbedarf deckt. Auch Gropper erzeugt aus einem Teil der Abwärme Kälte, um damit seine Produkte zu kühlen. Mit dem anderen Teil wird Wasserdampf erzeugt, der der Herstellung von Joghurt, Pudding oder haltbarer Sahne dient. „Die steigenden Kosten der vergangenen Jahre, auch im Energiebereich, haben diesen Schritt für uns notwendig und auch sinnvoll gemacht“, sagt Gropper-Inhaber Heinrich Gropper. Er geht davon aus, dass er sein Blockheizkraftwerk bald ausbauen wird, um den Energiebedarf langfristig nur noch aus Eigenproduktion zu decken. Quelle: dpa
StuteAls Vorreiter der Eigenversorgung in der Lebensmittelindustrie gilt der Handelsmarkenproduzent Stute in Paderborn, der Säfte und Konfitüre für Handelsunternehmen wie Aldi herstellt. Das Familienunternehmen hat in den vergangenen Jahren fast 15 Millionen Euro investiert: 9,5 Millionen Euro flossen in mehrere Fotovoltaik-Anlagen, die sich am Firmensitz auf Dächern und Freiflächen mittlerweile auf 95.000 Quadratmetern erstrecken. 4,5 Millionen Euro steckte Stute in drei Windräder, die pro Jahr 7,2 Millionen Kilowattstunden liefern. Den Energiemix komplettiert eine Biogasanlage, die mit Abfällen aus der Fruchtverarbeitung arbeitet. Die Investitionen in die Autarkie zeigen Wirkung. Stute liegt bei der Eigenversorgung mit Strom schon bei rund 50-Prozent. Und das zu günstigen Tarifen. Weil keine Abgaben für den selbst produzierten und verbrauchten Strom anfallen, rechnet Stute mit Stromkosten von weniger als fünf Cent pro Kilowattstunde – fast so wenig, als würde sich das Unternehmen jeden Tag preiswert auf dem Spotmarkt an der Leipziger Strombörse bedienen. Quelle: dpa
BMWVier knapp 180 Meter hohe Windmühlen stehen am Westrand des BMW-Werksgeländes in Leipzig. Im Herbst dieses Jahres startet dort die Serienproduktion des Elektrofahrzeugs BMW i3, im Frühjahr 2014 soll die Sportwagenvariante BMW i8 folgen. Die vier Mühlen schaffen eine Leistung von zehn Megawatt und sollen mehr als 25 Millionen Kilowattstunden pro Jahr liefern, so viel, wie 8000 Haushalte verbrauchen. Weht kein Wind, muss BMW seinen i3 mit ganz ordinärem Strom aus dem öffentlich zugänglichen Netz produzieren. Der Strom der Windräder allerdings ist komplett dem Verbrauch im Werk vorbehalten und geht nicht ins Netz. Realisiert hat das Projekt der Entwickler wpd aus Bremen. Er betreibt den Miniwindpark und verkauft den Strom an BMW. Quelle: dpa

So werden in der Studie „Geschäftsmodell Energiewende“ des Fraunhofer-Instituts IWES vom Januar 2014 die einst kraftstrotzenden Stromkonzerne keines Wortes gewürdigt. Schließlich gibt es immer mehr Selbsterzeuger, die an den Versorgern vorbei ihren eigenen Strom produzieren.

Was da für die Konzerne übrig bleibt, ist völlig offen. Sicher ist nur: Für die großen vier gleicht die Hinwendung zu den neuen kleinteiligen Geschäften einer Verzweiflungstat, ohne die sie aber erst recht chancenlos wären.

Harter Wettbewerb um dezentrale Kraftwerke

Zumindest auf dem Papier klingen die Aussichten vielversprechend. Laut EnBW wird der europäische Markt für dezentrale Energieerzeugung im Jahr 2020 rund 80 Milliarden Euro betragen, heute sind es nur 20 Milliarden Euro. Aber anders als früher begeben sich die Stromkonzerne damit auf ein Feld, in dem harter Wettbewerb tobt. Nach einer Einschätzung von EnBW tummeln sich in Europa 500 Anbieter dezentraler Kraftwerke.

Nicht minder ausgeprägt ist schon jetzt auch der Run auf Dienstleistungen rund um den Stromverbrauch. Weltweite Giganten wie Google, Philips oder Deutsche Telekom haben das Geschäft entdeckt. Im Gegensatz zu E.On, RWE und EnBW sind diese Konkurrenten seit Jahren im KleinKlein-Geschäft mit dem Endkunden aktiv. „Wir sind nicht allein am Markt und jetzt sogar bereit, Klinken zu putzen“, sagt ein RWE-Manager.

Winziges Geschäft

Wie mühsam der Weg in die neue Detailwelt ist, zeigt Branchenführer E.On. Bereits 4000 dezentrale Kraftwerke haben die Düsseldorfer inzwischen errichtet. Das klingt nach Großtat. Unterm Strich kommen die Anlagen jedoch nur auf eine Gesamtleistung von 800 Megawatt. Das entspricht der Leistung gerade mal eines Steinkohlekraftwerks. Entsprechend winzig ist das Geschäft. Die eine Milliarde Euro, die E.On in der Zukunftssparte erwirtschaftet, betrug 2013 weniger als ein Prozent des Konzernumsatzes von zuletzt 122 Milliarden Euro.

Neuausrichtung - So steht es um die Energiekonzerne

Zurzeit leiden E.On, RWE und Co. vor allem darunter, dass Unternehmen das Geschäft machen, deren Namen kaum jemand kennt, Ingenieurbüros wie NEK in Braunschweig oder 2G Energy, ein Hersteller von Minikraftwerken in Heek im nördlichen Ruhrgebiet. Die beiden entwickeln und bauen Minikraftwerke für VW.

Hier wollen nun auch die großen Versorger einsteigen, indem sie sich als Generalunternehmer anbieten. Das heißt, sie wollen dem Kunden eine komplette funktionsfähige Anlage am besten noch einschließlich Betrieb anbieten. Dabei würden die Riesen viele Teilarbeiten an Dritte vergeben, so ihre Idee, aber den Löwenanteil des Profits einstreichen. Diese Position müssen sie sich aber erst erkämpfen.

Der E.On-Gefechtsstand dazu befindet sich deutlich außerhalb der Konzernzentrale am Düsseldorfer Rheinufer, eine gute halbe Autostunde entfernt in der Ruhrgebietsstadt Essen. „E.On Connecting Energies“ steht auf dem Schild an dem kühlen Zweckbau direkt am Messegelände. Ein Shuttlebus steht bereit für Manager, die zum Rapport ins Hauptquartier in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt müssen. Oben in der zehnten Etage residieren Ingo Luge, der für das Deutschland-Geschäft von E.On verantwortliche Geschäftsführer, und sein Leiter der dezentralen Energien, Robert Hienz.

Merkel: "Atomrisiken nicht auf Steuerzahler abwälzen"
Die finanziellen Risiken für den Ausstieg aus der Atomenergie sollen nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei den Unternehmen bleiben. "Risiken auf Staat und Steuerzahler abzuwälzen, lehne ich ab", sagte die CDU-Vorsitzende im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am 16. Mai. "Im Grundsatz muss es dabei bleiben, dass die Unternehmen die Verantwortung für die Entsorgung von Atommüll tragen", betonte sie. Dafür seien Rücklagen gebildet worden. Eine einseitige Verlagerung der Risiken "werden wir nicht mitmachen". Zu der von Energiekonzernen vorgebrachten Idee einer öffentlich Atomstiftung wollte sich Merkel nicht direkt äußern. Sie habe davon bisher nur in der Presse gelesen. "Wir werden über das Thema der Kernkraftwerke und ihrer Altlasten sicher noch viele Gespräche führen", betonte sie zugleich. Quelle: dpa
Peter Ramsauer (CSU), Chef des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie, springt den Energiekonzernen zur Seite. Er nannte einen AKW-Fonds einen strategischen Vorschlag, "über den man nicht nur reden kann, sondern muss. Man sollte der Energiewirtschaft eher dankbar dafür sein, dass sie sich überhaupt mit Vorschlägen einbringt, als sie sofort wieder reflexartig zu verdammen", sagte Ramsauer dem "Spiegel". Die Konzerne könnten den Ausstieg nicht allein tragen. " In einer höchst verminten Gefechtslage müssen sich alle Seiten ihrer Risiken bewusst sein. Für den Bund sind das möglicherweise milliardenschwere Schadensersatzzahlungen für den Atomausstieg", sagte Ramsauer weiter. Quelle: dpa
CDU-Generalsekretär Peter Tauber machte am Montag nach einer Sitzung des Parteipräsidiums in Berlin deutlich: „Die volle Verantwortung auch für die Kosten liegt zunächst bei den Unternehmen. Alles weitere kann man gerne diskutieren.“ Das Thema sei komplex, sagte Tauber. „Zunächst muss es auch darum gehen, die Energieunternehmen nicht aus ihrer Verantwortung zu entlassen.“ Quelle: dpa
CSU-Chef Horst Seehofer hält eine Übernahme des Atomgeschäftes der drei großen Energiekonzerne Eon, RWE und EnBW durch den Bund für unrealistisch. „Ich kann es mir nicht vorstellen“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag in München. Quelle: dpa
Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner sagte, sie sähe keinen Grund, dass der Staat jetzt Milliarden in die Hand nehmen sollte. Eine Art Stiftung wäre nur denkbar, wenn die Energiekonzerne ihre Rücklagen für die Atomkraftwerke dort beisteuern würden. Quelle: dpa
Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) war noch skeptischer: "Ich glaube, dass die Energieerzeuger ihrer Verantwortung gerecht werden müssen und gerade auch in dieser jetzigen aktuellen Diskussion deutlich machen müssen, dass sie nicht nur Geld verdient haben, sondern auch Vorsorge betreiben." Quelle: dpa
Die Deutsche Umwelthilfe betonte, die Energiekonzerne hätten sich vier Jahrzehnte lang mit der Kernenergie eine goldene Nase verdient. „Jetzt, wo es darum geht, Verantwortung zu übernehmen, stehlen sie sich mit einem faulen Kompromiss durch die Hintertür davon“, sagte Hauptgeschäftsführer Jürgen Resch. Quelle: Screenshot

Luge hat nur noch wenig gemeinsam mit der alten Mega- und Gigawatt-Fraktion bei E.On. Kühl analysiert er: „Die Kundennachfrage für die dezentrale Energie ist da. Wir sind Investor und suchen das Gespräch mit Handelsketten und mittelständischen Unternehmen.“ Und sein Adlatus Hienz sekundiert: „Der Kunde benötigt Beratung, wie er Energie sparen kann.“

Ausbruch mit neuen Ideen

Für E.On ist das ein Sinneswandel. Noch im Herbst vergangenen Jahres hatte Vorstandschef Johannes Teyssen die Betreiber eigener, dezentraler Energieanlagen wütend als „Schwarzbrenner“ gebrandmarkt, weil sie sich um die Ökostromumlage und die Netznutzungsgebühren drücken würden. Ins gleiche Horn stieß unlängst Manuel Frondel, Energieexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, indem er vor der Flucht aus der üblichen Stromversorgung über Großkraftwerke und Hochspannungsleitungen warnte: „Es besteht bei der Ausbreitung der dezentralen Energieversorgung die Gefahr einer Umverteilung von ärmeren Haushalten zu reicheren.“

Manager wie E.On-Deutschland-Chef Luge ficht derlei nur noch wenig an. Sein Kollege, EnBW-Innovationsmanager Huener, sagt ganz offen: „Wir müssen mit neuen Ideen ausbrechen aus dem alten Großkraftwerksdenken, auch wenn wir uns kurzfristig dadurch Nachteile einhandeln.“ Kannibalisierung des Stammgeschäfts, das ist für die beiden kein Schreckgespenst mehr, sondern künftig Geschäftsalltag. Und als ironisch-provokanter Seitenhieb auf E.On-Chef Teyssen sagt EnBW-Innovationsexperte Huener: „Ich bin ein Schwarzbrenner.“

Dienstleistungen rund ums Energiesparen bleiben gefragt

Grund für die geänderte Einstellung ist die Einsicht der großen Stromerzeuger in die vom Atomausstieg erzwungene Notwendigkeit. „Unser Neugeschäft kann niemals das wegbrechende Altgeschäft mit der flächendeckenden Stromversorgung durch Großkraftwerke ersetzen“, sagt Michael Stangel, bei RWE Leiter des „Segments B2B“. Die Abkürzung steht für das Geschäft von Unternehmen mit Unternehmen. Hier zielt RWE künftig auf mittelständische Kunden, die sich selbst mit Strom versorgen wollen.

Dass sich Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern damit ins eigene Geschäft mit Strom schneidet, sieht B2B-Chef Stangel eher gelassen. „Wir kommen dem Autarkiegedanken vieler Mittelständler bewusst entgegen, indem wir ihnen Miniblockheizkraftwerke auf eigene Kosten installieren und diese dann über langlaufende Verträge an die Kunden verpachten.“

Dabei kalkulieren die Stromkonzerne damit, dass sie die Wertschöpfungskette verlängern und dadurch mehr verdienen können. E.On-Deutschland-Chef Luge etwa geht fest davon aus, dass der Kunde künftig auch „Beratung benötigt, wie er Strom sparen kann, und diese als wichtigste Dienstleistung des Energieunternehmens begreift“. Zweifel, dass die Stromverbraucher dies den jahrelangen Monopolisten glauben, gibt es in den Konzernen kaum. „Die Kunden nehmen uns ab, dass wir ihnen nicht möglichst viel Strom verkaufen wollen“, glaubt Uwe Fritz, Vertriebschef bei EnBW, es gehe um „Gesamtoptimierung“.

Chronik der Energiewende

Um ihren neuen guten Willen unter Beweis zu stellen, legen sich die Stromkonzerne Aushängeschilder für ihr künftiges Geschäftsgebaren zu. So übernahm E.On im Herbst vergangenen Jahres das britische Beratungsunternehmen Matrix. Der Umsatz der Experten für Energiesparlösungen liegt bei 60 Millionen Euro, eine Größe, mit der sich früher die deutschen Energiekonzerne kaum abgegeben haben. Jetzt wird genauer hingeguckt, denn Matrix berät Großverbraucher, wie sie durch eine intelligentere Steuerung der Stromversorgung ihre Energiekosten senken können.

Modell Metro

Die Neukunden, die E.On durch die Übernahme von Matrix in Großbritannien gewonnen hat, zählen zu den angesehensten Wirtschaftsadressen auf der Insel. Der Einzelhändler Marks & Spencer mit seinen 798 britischen Filialen gehört dazu, Wettbewerber Tesco, der Telekommunikationsnetzbetreiber Virgin Media, Konkurrent British Telecom, der US-Softwarekonzern Oracle und das Medienunternehmen Bloomberg. Insgesamt 31.000 Firmenstandorte hat Matrix mit seiner IT-basierten Stromverbrauchsdiagnose unter Vertrag.

Damit begibt sich E.On auf einen Markt, in den etwa auch die Deutsche Telekom drängt. Der Bonner Konzern zielt mit seiner Kommunikationstechnik auf das Energiesteuerungs- und -abrechnungsgeschäft und will dort bereits 2015 einen Umsatz von einer Milliarde Euro erzielen. Und auch Google sieht im Zusammenwirken von Internet, Stromzähler und Steuerungsgerät einen neuen Markt für das „Smart Home“, also für Überwachung sowie Fernsteuerung von Licht und Temperatur. Aus diesem Grund erwarb der Internet-Riese 2013 das US-Unternehmen Nest, einen Hersteller von Rauchmeldern.

Die Sparpläne der Versorger
Wie die Energiekonzerne sparen wollen Quelle: dpa
RWE will jetzt auch bei den Gehältern seiner leitenden und außertariflichen Angestellten sparen. Das Unternehmen strebe für 2014 eine Nullrunde bei dieser Personengruppe an, sagte eine Unternehmenssprecherin am 29. November. Betroffen seien über 6000 Mitarbeiter in Deutschland, europaweit sogar 16.000 Beschäftigte. In einem internen Schreiben kündigte der RWE-Vorstand nach Angaben der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ an, diesem Mitarbeiterkreis 2014 „keine generelle Gehaltserhöhung zu gewähren“. Hintergrund sei die schwache Ertragskraft des Konzerns, die 2014 zu einem deutlichen Ergebnisrückgang führen werde. Neben den Aktionären, die für 2013 eine halbierte Dividende hinnehmen müssen, sollten alle Beschäftigten „ihren Beitrag zur langfristigen Sicherungen der Finanzkraft leisten“. Durch die Maßnahme will der Konzern einen zweistelligen Millionenbetrag sparen. Quelle: dpa
Angesichts der düsteren Aussichten auf dem deutschen Energiemarkt sollen bis 2016 weitere 6750 Stellen wegfallen oder durch Verkauf abgegeben werde, 4750 davon in Deutschland. Terium will auch auf Management-Ebene über Gehaltskürzungen sprechen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es soweit möglich nicht geben. RWE setzte auf die konzerninterne Jobbörse, Altersteilzeit und die natürliche Fluktuation. Den bis Ende 2014 garantierten tariflichen Kündigungsschutz will Terium angesichts der Lage nicht verlängern. Von 2011 bis Ende 2013 hat RWE bereits 6200 Stellen abgebaut oder durch Verkauf abgegeben. Der neue Abbau trifft vor allem die Kraftwerkssparte mit 2300 Stellen. Im Rahmen des Effizienzprogramms „RWE 2015“ fallen 2400 Stellen weg, und durch den geplanten Verkauf der Ölfördertochter Dea weitere 1400 Stellen. Auch die Tochter für erneuerbare Energien RWE Innogy speckt ab - 250 Stellen gehen verloren. Zum Jahresende 2013 verringert sich die Zahl der Stellen von 67.400 auf knapp 61.000. Ende 2011 arbeiteten noch 72.000 Menschen für RWE. Quelle: dpa
Bei RWE greifen mittlerweile mehrere Spar- und Effizienzprogramme ineinander. Im Rahmen des Programms RWE 2015 will Terium bis Ende des kommenden Jahres 1 Milliarde Euro einsparen. Zunächst hieß es, die Zahl der Mitarbeiter solle um 8000 sinken, mittlerweile ist von über 10.000 Stellen die Rede. 3000 davon sollten durch Verkäufe von Unternehmensteilen wegfallen. Nun legte Chef Peter Terium nochmals nach (siehe vorangegangenes Bild). Quelle: dpa
Besonders betroffen ist die Kraftwerkstochter RWE Generation. Im Rahmen des Programms NEO sollen die Kosten hier jährlich um 750 Millionen Euro gesenkt werden. Die Kraftwerkstochter soll 3000 Stellen streichen. Die Sparte hat derzeit 18.000 Beschäftigte. Im Rahmen des Atomausstiegs hat RWE bereits das Kernkraftwerk Bibilis stillgelegt, Lingen, und Mülheim-Kärlich befinden sich im Rückbau. In Betrieb sind noch Emsland, Gundremmingen (75% Beteiligung) und Borssele (Niederlande, 30 % Beteiligung) Quelle: dapd
EnBWDer baden-württembergisch Energieversorger zieht aus seiner Ertragskrise weitere Konsequenzen und verkleinert den Vorstand von fünf auf vier Personen. Vorstand Dirk Mausbeck, bisher für Vertrieb und Marketing verantwortlich, wird mit Ablauf seines Vertrages am 30. September 2014 das Unternehmen verlassen. Seine Aufgaben übernimmt zum Teil Vorstandschef Frank Mastiaux (Foto). Die Sparten Handel und Verteilnetze sollen noch verteilt werden. EnBW kämpft in Folge der Energiewende mit schrumpfenden Erträgen. Mastiaux will den einst stark auf Atomkraft setzenden Konzern auf die Erzeugung von erneuerbarer Energie und auf neue Serviceangebote für die Strom- und Gaskunden trimmen. Dazu ist bereits ein umfassendes Sparprogramm aufgelegt worden... Quelle: dpa
Um den Konzern effizienter zu machen, sollen Kerngesellschaften auf die EnBW AG verschmolzen und Tochtergesellschaften verkauft werden. Das im Oktober 2010 angestoßene Effizienzprogramm "Fokus" soll bis Ende 2014 jährlich eine Entlastung von 750 Millionen Euro bringen. Bis Ende 2014 werden 1350 Stellen bei EnBW gestrichen - das soll Einsparungen von rund 200 Millionen Euro bringen. Der Umbau soll sozialverträglich organisiert werden. Freie Stellen - vor allem in der Verwaltung - werden nicht neu besetzt, Altersteilzeitangebote umgesetzt und Abfindungen gezahlt. Vor dem Sparprogramm arbeiteten 21.000 Menschen für EnBW. EnBW hat im Zuge der Energiewende das Kernkraft Neckarwestheim bereits teilweise stillgelegt, das Werk Obrigheim befindet sich im Rückbau. Am Netz sind noch Philippsburg und Fessenheim, Frankreich / Elsass (17,5% Beteiligung). Quelle: dpa

Neue Tauschgeschäfte

Ob die Stromkonzerne sich mit Google und Telekom um jeden Privathaushalt streiten werden, ist allerdings fraglich. „Großes Geschäft wird immer noch mit Großkunden gemacht“, sagt ein E.On-Kraftwerksmanager, der dem neuen, kleinteiligen Dienstleistungstrend immer noch nicht so ganz traut. Ein Vertrag, den E.On vor einem Jahr mit der Handelsgruppe Metro geschlossen hat, soll dabei Modellcharakter haben: E.On errichtet zunächst an zwei deutschen und zwei russischen Metro-Märkten gasbetriebene Blockheizkraftwerke. Die Läden werden damit sowohl beheizt als auch mit Strom versorgt. E.On plant, finanziert, baut und wartet die Minikraftwerke und tritt als Generalunternehmer auf.

Im Wettbewerb um solche sogenannten Contracting-Projekte sehen sich die Stromriesen im Vorteil gegenüber mittelständischen Konkurrenten, weil sie mit ihrer Finanzkraft punkten können. So preist RWE-Geschäftskunden-Chef Stangel vor allem seinen langen Atem. „Wir bieten bei unserem Contracting-Angebot Pachtverträge über 18 Jahre an, in denen ein festes Pachtgeld vereinbart wird, das an die Ersparnis am Stromverbrauch gekoppelt ist.“ Für die Installation, den Betrieb, die Wartung und die Versicherung dieser Anlagen schaltet RWE meist örtliche Installateure ein. „Wir verfügen über ein ausgedehntes Handwerker-Netzwerk“, sagt Stangel.

Die Fantasie der Großstromer kennt keine Grenzen

Zugleich nutzt RWE die bisherige Expertise im Großkraftwerksgeschäft, indem der Konzern die einzelnen Minikraftwerke in einer Region vernetzt. So haben die Essener im Münsterland gut 400 Kleinkraftwerke in mittelständischen Betrieben zu einem „virtuellen Kraftwerk“ verbunden. Wenn nötig kann ein höherer Strombedarf in einem Unternehmen von einem unausgelasteten Kraftwerk eines anderen gedeckt werden. „Innerhalb des Netzwerkes können die Kunden voneinander lernen, wie Stromkosten eingespart werden können“, sagt Stangel.

Im Kampf um den Kunden kennt die Fantasie der Großstromer offenbar keine Grenzen mehr. So macht RWE neuerdings etwas nach, was die Strommanager allem Anschein nach bei ProSiebenSat.1 abgeschaut haben: Der Fernsehsender bietet jungen Internet-Firmen an, Werbung zu schalten, und bekommt dafür zum Beispiele Anteile an dem Start-up. Eine ähnliche Kooperation ist RWE mit dem Internet-Portal ImmoScout eingegangen. Ziehen Haushaltskunden in ein anderes Bundesland, wechseln sie damit meist den Stromversorger. Um dem entgegenzuwirken, wirbt RWE kostenlos in dem Maklerportal für günstige Stromtarife. Im Gegenzug darf ImmoScout bei RWE in den konzerneigenen Mitarbeiterpublikationen mit einer Gesamtauflage von 3,4 Millionen Exemplaren zum Nulltarif inserieren. „Solche Tauschgeschäfte waren für uns bisher neu“, sagt ein RWE-Manager.

Straßenlaternen mit Bewegungsmelder

Dass diese Art von Beweglichkeit und die neue Dienstleistungsorientierung nicht nur bei Contracting-Kunden stehen bleibt, sondern auch Aktionäre erfreuen soll, zeigt EnBW. Der Konzern gehört zu je 46 Prozent dem Land Baden-Württemberg und den oberschwäbischen Kommunen. Um die Gemeinden von Ausgaben zu entlasten und die mächtigen Landräte von der Innovationskraft des Stromkonzerns zu überzeugen, bietet EnBW nun den Kommunen Energieberatung an, zum Beispiel bei der Beleuchtung von Straßen und Plätzen.

Informationen und Kennzahlen zu RWE

So stellte Konzernchef Mastiaux im April bei der Hauptversammlung in Karlsruhe stolz eine neue Straßenlaterne mit integrierter Notrufsäule und Bewegungsmelder vor. Der schaltet die Lampe erst dann an, wenn des Nachts ein Passant vorbeigeht. Dadurch würden die Stromkosten einer Kleinstadt um gut 20 Prozent sinken, lobt ein EnBW-Manager die Idee.

Erste Fehlschläge

Auf solche Einfälle kommen auch andere. So stellte am vorvorigen Freitag der niederländische Elektrogerätehersteller Philips eine Kooperation mit der Nordseeinsel Sylt vor. Das Jetset-Eiland soll künftig zusammen mit Philips flächendeckend und bei Bedarf mehrfarbig illuminiert werden.

Dass es auch Fehleinschätzungen geben kann, zeigt das Beispiel Volkswagen. Europas größter Autobauer war vor fünf Jahren eine Kooperation mit dem Hamburger Ökostromanbieter Lichtblick beim Bau von Miniblockheizkraftwerken eingegangen, diese stellt VW in Salzgitter her. Es sollte eine „Revolution am Strommarkt“ werden. Bis 2018 wollte Lichtblick 100.000 Miniblockheizkraftwerke in deutschen Wohn- und Geschäftshäusern installieren, die dort Strom und Wärme erzeugen sollten. Geplant war, die Anlagen mit einer Software (interner Arbeitstitel: „Schwarmenergie“) zu vernetzen.

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Doch Lichtblick verkaufte angeblich zu wenig Zuhause-Kraftwerke. VW schlug eine andere, „nachgebesserte“ Geschäftsbeziehung vor. Für Lichtblick drohte das Geschäft unwirtschaftlich zu werden. Als nach der jüngsten Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes die vollständige Umlagebefreiung bei Eigenstromerzeugung wegfiel, wurden nach Einschätzung von Insidern die Geschäftsaussichten der Kooperation schlechter. VW und Lichtblick stoppten die Zusammenarbeit.

Ähnliches befürchten nun die großen Stromversorger auf ihrem Weg in neue Märkte. Denn künftig will Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel den bisher freien Eigenstromverbrauch mit 40 Prozent der Ökostromumlage belasten, rund 2,5 Cent pro Kilowattstunde. „Das wäre das Eigentor der Energiepolitik“, sagt ein Manager eines großen Stromversorgers.

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