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Energiewende Dicke Luft trotz mehr Ökostrom

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Sprung ins Positive

Bis Juni 2015 speisten damit insgesamt 668 Anlagen mit einer Leistung von 2778 Megawatt grünen Strom ins Netz. Damit lassen sich nach Branchenangaben rund drei Millionen Haushalte mit Energie versorgen.

Die Bundesregierung kommt damit ihren Ausbauzielen bei Windenergie bis zum Jahr 2020 immer näher. Branchenexperten erwarten, dass bis Ende 2015 3300 Megawatt an Kraftwerksleistung in der Nord- und Ostsee installiert sein werden. Das Ausbauziel der Bundesregierung für 2020 liegt bei 6500 Megawatt. Die Hälfte wäre also bis Ende des Jahres erreicht.

Hohe Zustimmung zur Energiewende

Im Jahr vier der Energiewende verbesserten sich 2014 erstmals die Aussichten, dass der Umstieg auf Wind- und Sonnenstrom in Deutschland gelingt. Das zeigt das Energiewende-Monitoring, das die Unternehmensberatung A.T. Kearney seit 2012 im Auftrag der WirtschaftsWoche jährlich erstellt.

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    Maßstab sind die Ziele, die die Bundesregierung mit ihrem Beschluss zum Ausstieg aus der Atomkraft 2011 verband. Dazu gehören folgende Ziele, die bis 2020 erreicht werden sollen: Sichere Stromversorgung, Zustimmung der Bevölkerung zur Energiewende, umweltfreundliche Energieversorgung sowie bezahlbare und wirtschaftliche Energieversorgung.

    So soll das deutsche Klimaziel erreicht werden
    Energieeffizienz25 bis 30 Millionen Tonnen an Kohlendioxid (CO2) sollen durch mehr Energieeffizienz eingespart werden. Für diesen größten Einzelposten im Aktionsprogramm legte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) den „Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz“ (NAPE) vor. Ein Kernpunkt ist mehr Effizienz durch Gebäudesanierung, um den Verbrauch für Heizung und Warmwasser zu senken. Hier sollen mit Hilfe steuerlicher Anreize pro Jahr drei bis vier Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Quelle: dpa
    StromerzeugungDie Regierung nimmt auch den Energiesektor in die Pflicht. Zwischen 2016 und 2020 sollen die Unternehmen zusätzlich 22 Millionen Tonnen CO2 einsparen – wie, bleibt ihnen selbst überlassen. Im Aktionsprogramm wird zudem das Ziel bekräftigt, den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bis 2025 auf mindestens 40 Prozent und bis 2050 auf 80 Prozent zu steigern. Die Kraft-Wärme-Kopplung soll ausgebaut werden. Quelle: dpa
    Verkehr IDer Verkehrssektor soll ein Minus von sieben bis zehn Millionen Tonnen CO2-Ausstoß beitragen. Den größten Anteil soll nach Angaben aus Regierungskreisen die Ausweitung der künftig nach Energieverbrauch gestaffelten Lkw-Maut auf Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen und ab 2018 auf alle Bundesstraßen bringen. Außerdem soll die Hybridtechnik bei Nutzfahrzeugen gefördert und der Schienengüterverkehr durch Beseitigung von Netzengpässen gestärkt werden. Regionalisierungsmittel für öffentliche Verkehrsmittel sollen erhöht und an Fahrgastzahlen sowie Emissionssenkung gekoppelt werden. Autofahrer sollen Gutscheine für Sprit-Spar-Trainings erhalten. Quelle: dpa
    Verkehr IIAußerdem hält die Regierung an dem Ziel fest, den Marktanteil von Elektrofahrzeugen bis 2020 auf deutlich über eine Million Fahrzeuge zu erhöhen. Um das zu erreichen, ist im gewerblichen Bereich beispielsweise für Fuhrparks und Paketdienste die steuerliche Abschreibung vorgesehen. Bislang werden jährlich nur einige tausend E-Autos zugelassen. Quelle: dpa
    Industrie, Gewerbe, AbfallwirtschaftAbfallvermeidung soll knapp zwei Millionen Tonnen CO2-Minderung bringen. Geplant ist ein neues Wertstoffgesetz statt der geltenden Verpackungsverordnung. In Kühlanlagen sollen besonders klimaschädliche Gase durch Verordnungen verdrängt werden. Das Äquivalent von mindestens minus zwei Millionen Tonnen CO2 soll die Minderung des Methanausstoßes von Deponien bringen, vor allem durch bessere Belüftung. Quelle: dpa
    LandwirtschaftHier sollen 3,6 Millionen Tonnen eingespart werden. Strengere Regeln für den Einsatz von Düngemitteln sollen die Emissionen von Stickoxiden mindern – auch durch gasdichte Lagerung und bessere Ausbringungstechniken. Der Flächenanteil von Öko-Landbau soll erhöht, Grünland-Umbruch soll eingeschränkt und Moore sollen renaturiert werden. Quelle: dpa
    Weitere MaßnahmenDaneben setzt das Umweltministerium auf neue Programme zur Förderung energiesparenden Verhaltens von Bürgern und Unternehmen und auf die Vorbildfunktion des öffentlichen Sektors. Auch Programme aus dem Bereich Forschung und Entwicklung sollen zur CO2-Minderung beitragen. Quelle: dpa

    Sicherer ist die Stromversorgung im vergangenen Jahr geworden. Die Deutschen mussten weniger Minuten ohne Strom ausharren und verfügten in 2014 erstmals über mehr Kraftwerksreserven für den Fall, dass die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung steigt. An windigen Tagen kann Deutschland fast auf konventionelle Energie verzichten.

    Einen Sprung ins Positive gab es bei der Zustimmung der Bevölkerung zur Energiewende. Sie erreichte im vergangenen Jahr 70 Prozent. Grund für die steigende Zustimmung sei, so die Experten von A.T. Kearney, der gesunkene Strompreis sowohl für Verbraucher als auch für die Industrie. Positiv auf die Stromrechnung wirken sich vor allem die niedrigen Gas- und Ölpreise aus. Auf die Großhandelspreise drückte vor allem die wachsende Menge an Ökostrom, sodass Industriekunden immer weniger bezahlen müssen.

    Die 15 aussichtsreichsten Windparkprojekte vor Deutschlands Küsten

    Trotz sinkender Strompreise für Industriekunden und Haushalte ist das Ziel einer bezahlbaren und wirtschaftlichen Energieversorgung noch nicht erreicht. Im vergangenen Jahr ist die Umlage für Ökostrom nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) um 18 Prozent im Vergleich zu 2013 gestiegen. Hauptgrund für die steigende Umlage war der stark subventionierte Zubau von Solaranlagen. Seit 2015 ist die Förderung allerdings stark gekürzt worden. So nahm die EEG-Umlage für den Ökostrom Anfang des Jahres erstmals ab, nachdem die Bundesregierung das Erneuerbare-Energien-Gesetz reformiert hatte.

    Derzeit liegt die EEG-Umlage noch bei 6,2 Cent pro Kilowattstunde Strom. In diesem Jahr rechnen die Experten von A.T. Kearney zwar mit einer sinkenden Umlage, allerdings nur um wenige Cent. Für 2015 erwartet AT Kearney eine EEG-Umlage von 6,17 Cent pro Kilowattstunde.

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