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Energiewirtschaft Taktischer Rabatt

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Pyrrhussieg für Versorger

Die Agenda der Energiekonzerne 2012
RWE: Beim zweitgrößten deutschen Energiekonzern steht ein Wechsel im Vorstandsvorsitz an. Quelle: dpa
Hans-Peter Villis Quelle: dapd
 Werner Müller Quelle: dpa
RAG-Stiftung Quelle: dpa
Steinkohlebergbau an der Saar Quelle: dpa
E.On Quelle: dpa

Langfristig ist der Nachlass aber ein Pyrrhussieg für die Versorger. Denn im Grundsatz hält der russische Riese an seiner Preisphilosophie fest: Der Gaspreis folgt dem Ölpreis, westliche Versorger verpflichten sich in Langfrist-Verträgen auf mitunter hohe Mindestabnahme-Mengen und wer sie nicht abruft, muss trotzdem zahlen. So versucht Gasprom die hohen Infrastruktur-Investitionen zu rechtfertigen – tatsächlich raubt der Konzern aber den Versorgern die Flexibilität, mehr vom zeitweise billigeren Flüssiggas am Weltmarkt einzukaufen. Pauschalrabatte hin oder her – indem der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt bleibt, folgt der Preis für das relativ üppig verfügbarer Gas dem eines wesentlich knapperen Rohstoffs, dem Erdöl.

Geknebelt bis 2036

Mit marktwirtschaftlicher Logik hat das nichts zu tun – eher handelt es sich um eine Abschöpfungsstrategie, wie sie Monopolisten verfolgen. Dabei ist Gazprom gar kein Monopolist, seit Amerika seine Schiefergas-Vorkommen fördert und Länder wie Katar die Flüssiggas-Produktion hochschrauben. Aber die Eon-Verträge gelten leider noch bis ins Jahr 2036.

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Nach dem Eon-Rabatt ist die Gazprom-Formel bis auf Weiteres in Beton gegossen. Dabei hatten die Düsseldorfer durchaus einen Trumpf in der Hand: Die Verhandler hatten wegen der Wucher-Preise das Schiedsgericht in Stockholm angerufen – und Gazprom somit Druck gemacht. Womöglich hätten die schwedischen Schiedsrichter die Preisprinzipien der Russen als marktwidrig infrage gestellt. Also war allen Beobachtern klar, dass die Russen irgendwann beim Preis nachgeben würden.

Die Preisformel an sich konnte oder wollte Eon-Chef Teyssen aber nicht aushebeln. Das wird ihm kurzfristig Sondereffekte in die Bücher spülen, aber langfristig wird dies den Einkauf knebeln und den Gaspreis verteuern. Aber das ist ein Szenario, dem sich womöglich erst sein Nachfolger stellen muss.

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