EU und China einigen sich Solarworld ächzt unter Beilegung des Solarstreits

Chinesische Billigexporte gefährden das Auskommen heimischer Hersteller von Solarpaneelen. Die EU-Kommission reagierte mit Strafzöllen, China schlug zurück. Wie die Einigung für Solarworld zur Gefahr wird.

Das Logo der Solarworld AG auf einem Solarmodul im sächsischen Freiberg. Das Unternehmen wird von der Einigung der EU mit China in Sachen Solarzölle nicht profitieren. Quelle: dpa

Die Meldung vom Wochenende, dass China und die Europäische Union haben ihren Handelsstreit über chinesische Solarimporte am Wochenende beigelegt haben, bleibt nicht ohne Folgen für den eh schon angeschlagenen Solarstromkonzern Solarworld. "Wie erwartet bringt das Ergebnis für Solarworld keine Entlastung, sondern spielt vielmehr den bisherigen chinesischen Hauptkonkurrenten in die Hände", schätzte Wolfgang Hummel vom Zentrum für Solarmarktforschung das Ende des Streits ein.

Schließlich litten die chinesischen Marken-Hersteller der ersten Reihe wie Trina, Yingli oder JA Solar selbst unter der chinesischen Billig-Konkurrenz. Die Niedrigpreisangebote führten bisher zu einer starken Marktzersplitterung. „Der Minimum-Importpreis führt nun indirekt zu einer Konsolidierung unter den chinesischen PV-Unternehmen, bei der Billig-Anbieter ausscheiden und die bisherigen chinesischen Marktführer profitieren werden“, glaubt Hummel.

Die wichtigsten Solarmärkte

Und weiter: "Das angestrebte Preisniveau von 0,56 Euro pro Watt schließt nur die chinesischen Modulhersteller aus, die lediglich über den Preis verkaufen. Dies sind die Massenhersteller der 2. und 3. Reihe." Die am Wochenende festgelegte Preisuntergrenze sei ein planwirtschaftliches Instrument und für längere Zeit sicher nicht haltbar. Der Preisrückgang auf dem PV-Zellen- und Modulmarkt werde sich, nicht zuletzt aufgrund technologischen Fortschritts, weiter fortsetzt.

Zum Hintergrund: Nach einem wochenlangen Tauziehen einigten sich China und die Europäische Union auf Mindestpreise für Importe chinesischer Solarprodukte in die EU. Auch eine Mengenbegrenzung soll es geben. Für Waren unter dem Mindestpreis und über die vereinbarte Menge hinweg will die EU demnächst erhöhte Strafzölle verlangen. Nach Angaben von Diplomaten soll ein Mindestpreis von 56 Cent pro Watt gelten.

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