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Ex-Pleitefirma Prokon Zweistelliger Millionenverlust in 2016 und Stopp aller Windprojekte in Polen

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Das im Sommer 2015 vor der Pleite gerettete Unternehmen Prokon aus Itzehoe schreibt schon wieder Verluste. Im vergangenen Jahr hat die Energiegenossenschaft einen Verlust in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe gemacht.

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Prokon Quelle: dpa

Es war eine der spektakulärsten Pleiten in Deutschland: Anfang 2014 meldete der Windanlagenbetreiber Prokon Insolvenz an. Die rund 75.000 privaten Anleger, die über Genussrechte 1,4 Milliarden Euro in das Unternehmen aus Itzehoe investiert hatten, verloren mehr als 40 Prozent ihres Geldes. Eine Mehrheit der Gläubiger entschied sich im Sommer 2015, das Unternehmen als Genossenschaft weiterzubetreiben, statt es für 550 Millionen Euro an den Energieversorger EnBW zu verkaufen. Schon 18 Monate später zeigt sich, dass das womöglich keine so kluge Idee war.

Prokon erwartet 2016 einen Verlust in „mittlerer zweistelliger Millionenhöhe“. Das bestätigte Prokon-Vorstand Henning von Stechow der WirtschaftsWoche. Der Grund dafür ist, dass der Windparkbetreiber einen zweistelligen Millionenbetrag auf sein Geschäft in Polen abschreiben musste. Die polnische Regierung hatte Mitte vergangenen Jahres die Grundsteuern für Windanlagen erhöht und die Vorgaben für neue Parks verschärft. „Wir mussten deshalb unser Geschäft in Polen neu bewerten“, sagt von Stechow.

Zudem habe das Land die Förderung für Windanlagen so verändert, dass es schwierig werde, die Anlagen profitabel zu betreiben. „Alle unsere geplanten Projekte in Polen haben wir deshalb gestoppt.“ Für die bestehenden Anlagen werde sich das Steueraufkommen zumindest verdreifachen. Das trifft Prokon hart. Die Parks in Polen steuerten 2015 zehn Prozent zu den rund 100 Millionen Euro Konzernumsatz bei.

Auswirkungen auf Anleger, die dem Unternehmen Mitte 2016 über eine Anleihe 500 Millionen Euro für den Neustart zur Verfügung stellten, hat das zunächst nicht. Prokon muss an sie im Juni 11,8 Millionen Euro Zinsen zahlen. Weitere rund 34 Millionen Euro fallen für die Tilgung an. Die Ausschüttung sei aber nicht in Gefahr, sagt von Stechow. „Wir sind in einer komfortablen Liquiditätslage.“

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