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Finanzanlage Investoren stecken Milliarden in grüne Energie

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Windstrom ist preiswerter als jener aus neuen Kohlekraftwerken

Laut einem Bericht der US-Investmentbank Lazard vom September sind Solar- und Windstrom in den USA auch ohne staatliche Unterstützung schon heute günstiger als Atomenergie. Windstrom ist sogar preiswerter als jener aus neuen Kohlekraftwerken. Spätestens 2017 soll das auch für Solarenergie gelten. „Das öffnet neue Märkte für diese Technologien”, sagt BNEF-Experte McCrone, „etwa in den Entwicklungsländern, zum Beispiel Südamerika, Südasien und im Mittleren Osten.“

Auch angesichts der weltweit niedrigen Zinsen suchen Anleger nach neuen Investment-Möglichkeiten. „Grünstrom-Projekte in Europa und Nordamerika bieten risikoarme Renditen“, sagt Mc Crone, „die deutlich höher sind als solche anderer Anlageklassen wie Staatsanleihen oder hoch bewertete Unternehmensanleihen.“ Das Risiko ist deshalb gering, weil die Erzeugungskosten für Solar- und Windstrom nicht von schwankenden Rohstoffpreisen abhängen und zugleich der Preis meist für Jahre im Voraus vereinbart wird.

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China investiert

Vieles spricht darum dafür, dass der Geldsegen für grüne Kraftwerke erst ganz am Anfang steht. Eine Schlüsselrolle spielt China. Allein im dritten Quartal hat das Land laut BNEF 20 Milliarden Dollar in grüne Energien gesteckt, davon 12,2 Milliarden Dollar in Solarkraftwerke. Laut einem neuen Bericht der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) steigt der Energieverbrauch in China bis 2030 um 60 Prozent. Der Anteil von Wind, Solar und Co. am Energiemix dürfte bis dahin bei jetzigem Ausbautempo von 10 Prozent auf 16 Prozent wachsen.

Das ist den internationalen Experten zu wenig. Laut Bericht könnte das bevölkerungsreichste Land der Erde seinen Anteil an erneuerbaren Quellen schneller steigern, auf 26 Prozent im Jahr 2030 – und dabei sogar unter dem Strich Geld sparen. 145 Milliarden Dollar müsste das Land dazu in den Ausbau von Ökokraftwerken stecken. Das Mega-Investment könnte mehr als 200 Milliarden Dollar Kosten vermeiden, darunter Gesundheitskosten, die verschmutzte Luft verursacht, und Ausgaben für Emissionsrechte.

Energie



Saubere Kraftwerke

Laut BNEF-Schätzung werden saubere Kraftwerke bis 2030 weltweit 5,5 Billionen Dollar an Kapital anlocken. Die Summe ähnelt dem Kapital, das weltweit in Öl- und Gasunternehmen investiert ist: 4,7 Billionen Dollar. Angesichts der Bedrohung durch den Klimawandel diskutieren institutionelle Anleger zunehmend, ob sie ihr Vermögen aus diesem Sektor abziehen sollen.

Zwar werde es für die Investoren „hart, Ersatz zu finden, der die gleichen Renditen bringt“, befürchtet McCrone. Denn gegenüber fossilen Energieträgern seien erneuerbare dann doch ein margenschwaches Geschäft. Aber: Für Versicherer wie die Allianz sind die grünen Renditen offenbar schon gut genug.

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