WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Fotovoltaik Jetzt geht die Solar-Party richtig los

Der internationalen Solarbranche stehen offenbar Boom-Jahre bevor. Der Absatz von Solarpanelen rund um den Globus steigt rapide, die Überkapazitäten nehmen rasch ab. Ein Turnaround der Branche ist absehbar. Da wird sogar die Deutsche Bank zum Solarbullen.

Große Kraftwerksprojekte unter karibischer Sonne, hohe Einspeisevergütungen in Japan und China und hervorragende Aussichten für den Nordamerika lassen bei den Herstellern von Solarmodulen und Projektierern Party-Stimmung aufkommen. Quelle: dpa/Montage

Es ist das oft bemühte Bild: das Licht am Ende des Tunnels. Doch viele Hersteller von Solarmodulen sehen diese zarten Sonnenstrahlen in der Tat. Vielmehr ist es aber noch nicht. Denn nach wie vor glänzen die Branchenriesen mit tiefroten Zahlen. Mit den chinesischen Schwergewichten Yingli Green und JA Solar veröffentlichten die letzten beiden großen Solarunternehmen kürzlich ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2013.

Der Tenor des Zahlenwerks war ähnlich wie bei Wettbewerber Trina Solar, der kurz zuvor veröffentlicht hatte: Die Unternehmen schreiben saftige Verluste im unteren bis mittleren zweistelligen Millionenbereich. Aber: Der Absatz von Modulen und Zellen steigt deutlich. Trina Solar legte im Vergleich zum Vorquartal um rund zwei Drittel auf 647 Megawatt zu. Yingli kommt nach Schätzung der Marktforscher von Solarbuzz auf 800 Megawatt Absatz im zweiten Quartal. Das in China produzierende kanadische Unternehmen Canadian Solar puschte den Absatz um rund ein Drittel auf 450 Megawatt.

Tiefe Dunkelheit herrscht dagegen in Deutschland: Der Absatz des deutschen Marktführers Solarworld aus Bonn sank erneut auf 107 Megawatt. Im entsprechenden Quartal des Vorjahres hatten die Bonner immerhin noch 170 Megawatt verkaufen können.

Kennzahlen zu Solarstrom

Deutsche Modulhersteller spielen längst nicht mehr in der ersten Liga. Die Erfolgsgeschichten schreiben nach wie vor Hersteller aus China und Nordamerika. Um etwaigen Einbrüchen durch Handelskonflikte mit den USA und Europa aus dem Weg zu gehen, hat die chinesische Regierung in Peking das Ausbauziel bis 2015 jüngst auf 35 Gigawatt angehoben.

Die Musik wird künftig ohnehin nicht mehr in Europa spielen, wo sinkende Einspeisevergütungen, regulatorische Eingriffe und die Krise einiger sonnenverwöhnter Mittelmeerländer die Nachfrage dämpfen: „Kernfrage für den globalen Fotovoltaik-Markt ist, in welchem Umfang Zubauten auf den neuen Märkten Wachstumsrückgänge in den reiferen Solarmärkten in Europa (über-)kompensieren“, heißt es in einer Studie der NordLB.

Rekordvergütungen in Japan

In Japan nahm der Zubau mit zwei Gigawatt im vergangenen Jahr so viel Tempo auf, dass die Regierung sich zu regulierenden Eingriffen gezwungen sah. Dennoch ist in keinem anderen Land der Welt die Einspeisevergütung für Strom aus Fotovoltaik derzeit so hoch wie in Japan. Dies macht Projekte und Investitionen auch für deutsche Unternehmen attraktiv.

So baut Wirsol, ein Dienstleister für die Planung, Finanzierung, Installation und Wartung großer Fotovoltaik-Kraftwerke aus der Nähe von Speyer, einen Solarpark auf der japanischen Insel Honschu. Mit dem Bau soll Anfang 2014 begonnen werden. Insgesamt stellt Wirsol dort knapp 90.000 Solarmodule mit einer Spitzenleistung von bis zu 22 Megawatt auf. Damit, so Wirsol, könnten bis zu 6800 Haushalte mit Solarstrom versorgt werden.

Hoffnungsträger Japan


Anlagerisiken der Solaraktien

Japan ist weltweit einer der Hoffnungsträger für die Solarbranche“, sagt Nikolaus Krane, Vorstand der Wirsol-Gruppe. Das Land belohnt Produzenten von Solarstrom derzeit mit den weltweit höchsten Einspeisevergütungen. In Japan werden doppelt so hohe Einspeisevergütungen wie in Deutschland gezahlt. Der Tarif wurde 2013 zwar um zehn Prozent gesenkt, beträgt aber immer noch 38 Yen pro Kilowattstunde Solarstrom. Das sind umgerechnet knapp 30 Cent.

Seit dem Reaktorunglück in Fukushima ist Japan bestrebt, seine Energieversorgung breiter aufzustellen und setzt dabei verstärkt auf erneuerbare Energien. Der Solarmarkt in Japan gilt daher als absoluter Hot-Spot. Seit Einführung der Einspeisevergütung für Solaranlagen wurden schon  Anlagen mit einer Leistung von 21 Gigawatt in Betrieb genommen, das entspricht der Leistung von einem Dutzend Kernkraftwerken.  Allein zwischen April 2012 und Ende Mai 2013 wurden Solaranlagen mit einer Kapazität von mehr als 3,3 Gigawatt installiert.

Auch Indien will bis Ende 2017 eine Kapazität von zehn Gigawatt vorweisen. Nennenswertes Potenzial bieten auch Australien und Saudi-Arabien. Kaum eine Region, die für ihren Sonnenschein bekannt und beliebt ist, möchte künftig bei neuen Solarprojekten hinten anstehen.

So wird derzeit in der dominikanischen Provinz Monte Plata der größte Solarpark der Karibik hochgezogen. Das Solarkraftwerk, das ebenfalls vom deutschen Spezialisten Wirsol gebaut wird, hat ein Gesamtvolumen von knapp 65 Megawatt. Bis Jahresende soll der erste Abschnitt mit rund 32 Megawatt errichtet und ans Netz angeschlossen sein. Monte Plata ist der erste Solarpark der Dominikanischen Republik.

Durch den starken Bevölkerungsanstieg der letzten Jahre auf über zehn Millionen Einwohner und den rasanten wirtschaftlichen Aufschwung in der Region hat sich der Strombedarf des karibischen Inselstaats deutlich erhöht. Auf der Dominikanischen Republik wird die Energie vornehmlich noch aus teuren fossilen Brennstoffen wie Diesel und Gas gewonnen. Die Sonneneinstrahlung ist in der Karibik rund 50 Prozent höher als in Deutschland.

China hebt Einspeisevergütung an

China ist zwar der weltgrößte Produzent von Solarmodulen und -zellen, doch ausgerechnet im eigenen Land muss der Ausbau von Solaranlagen erst mal richtig auf Trab gebracht werden. Das Nationale Entwicklungs- und Reformkomitee (NDRC) hat daher vor wenigen Tagen eine Anhebung der Einspeisevergütungen für Solarkraftwerke beschlossen.

Zukünftig ist ein dreistufiges System vorgesehen, welches erstens zwischen Solarkraftwerken und dezentralen Solaranlagen unterscheidet, und zweitens die Kraftwerke nach Baukosten sowie der lokalen Sonneneinstrahlung einstuft. Aufgrund dieser Maßnahmen lohnt sich künftig vor allem der Bau von großen Solarkraftwerken. Der Hausbesitzer, der sich eine Solaranlage auf sein Dach montiert, erhält die niedrigsten Tarife.


Peking will Binnenmarkt stärken


Die größten Solarmodulhersteller
Solarworld Quelle: dapd
Hanwha Solar One Quelle: Presse
REC Group Quelle: Presse
Jinko Solar Quelle: REUTERS
Jinko Solar Quelle: Screenshot
Sharp Quelle: dpa
Solaranlage von Suntech Quelle: dapd

Die Absichten hinter den Plänen Pekings sind klar: der Binnenmarkt soll gestärkt werden, um die Produzenten von Modulen und Zellen, die durch Strafzölle und Mengenbegrenzungen in Europa und den USA schlechtere Exportergebnisse erwarten dürfen, zu stützen. Damit hätte Peking den chinesischen Herstellern zwar wiederum, aber diesmal mit legalen Mitteln, unter die Arme gegriffen. Solarworld-Chef Frank Asbeck dürfte also diesmal nichts zu meckern haben. Erst Anfang Juli hatte der Staatsrat die Solarziele bis 2015 von 21 auf 35 Gigawatt erhöht. Zurzeit liegt die installierte Kapazität bei rund 10 Gigawatt.  

60 Prozent der Solarmodule, gemessen in Kapazität, wurden im Jahr 2013 bislang in China produziert. Weltweit wird die Produktionskapazität auf 54 Gigawatt geschätzt, davon entfallen 32 Gigawatt auf China. Der größte Anteil der Anlagen wird exportiert, Hauptabnehmer war bislang das kriselnde Europa, gefolgt von den USA.

Auch der Umweltschutz könnte ein Grund sein, warum die chinesische Regierung bei der Solarenergie so stark auf das Gaspedal steigt. China gilt nach Angaben der International Energy Agency als der größte Primärenergieverbraucher und damit auch als der größte Produzent von CO2 weltweit.

Die Maßnahmen aus Peking zeigen bereits Wirkung. Das chinesische Unternehmen Ja Solar erhielt den Auftrag Solarmodule mit einer Leistung von 96 Megawatt für Projekte des Staatskonzerns China Power Investment in der Provinz Qinghai zu liefern. Eines davon ist ein Hybrid-Hydro-Solar-Kraftwerk, bei dem die Photovoltaik-Anlage in Kombination mit dem bereits bestehenden Wasserkraftwerk Longyangxia genutzt werden soll. Und Yingli Green Energy liefert Solarmodule mit einer Leistung von insgesamt 28 Megawatt für das größte von drei Solarprojekten des staatlichen Versorgers State Grid Corporation of China (SGCC) in der Provinz Hebei. „Die Ergebnisse des Bieterprozesses zeigen, dass sich der Preisunterschied zwischen China und den Überseemärkten verringert. Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage verbessert sich“, sagte Liansheng Miao. Dies werde helfen, die eigene Profitabilität zu verbessern.

Weitere Wachstumssignale aus Nord- und Südamerika

Neuer Rückschlag für Solarworld
SolarworldDer Bonner Solarmodulhersteller kommt nach seinem scharfen Kapital- und Schuldenschnitt vom Frühjahr nur langsam wieder in Tritt. Die konzernweite Absatzmenge sei im ersten Halbjahr nach vorläufigen Zahlen zwar um mehr als die Hälfte auf 357 Megawatt gestiegen, teilte Solarworld mit. Hierzu habe aber vor allem das Auslandsgeschäft beigetragen. In Deutschland sei der Markt weiter schwach. Das Umsatzziel für 2014 von mehr als 680 Millionen Euro werde deshalb wahrscheinlich nicht erreicht. In den ersten sechs Monaten wuchs der Konzernumsatz um 13 Prozent auf 228 Millionen Euro, blieb dabei aber leicht unter den Erwartungen des Unternehmens. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie bereinigt um Sondereffekte des internen Umbaus kam Solarworld auf einen leichten Gewinn von einer Million Euro (Vorjahreshalbjahr: -37 Millionen Euro). Ein insgesamt positives operatives Ergebnis erwartet das Unternehmen weiterhin für 2015. Mit der Restrukturierung hatte Solarworld seinen Schuldenberg um mehr als die Hälfte auf 427 Millionen Euro verringert. Dabei mussten Aktionäre und Gläubiger hohe Verluste hinnehmen. Erst vor kurzem hatte sich der Konzern mit einem wichtigen Rohstoff-Lieferanten auf neue Verträge geeinigt - musste im Gegenzug aber viel Geld in den Wind schreiben. Quelle: dpa
Nordex Der Windkraftanlagenbauer Nordex will seine Geschäfte in Südamerika ausbauen. Schon heute verkaufe Nordex vor allem in Uruguay mit einigem Erfolg, sagte Vorstandschef Jürgen Zeschky. Auch in Chile werde Nordex aktiv sein. „Diese Länder haben einen ungestillten Hunger nach Energie und zahlen für Strom aus heimischen Kraftwerken gutes Geld.“ In den USA habe sich Nordex dagegen bescheidene Ziele gesteckt. „Ich würde nicht so weit gehen, diese Strategie "Rosinen picken" zu nennen, aber dem härtesten Wettbewerb gehen wir so aus dem Weg“, sagte Zeschky. Der Umsatzanteil Amerikas liege bei 18 Prozent. Nach einem guten ersten Quartal hatte Nordex seine Prognose für 2014 zuletzt angehoben. Erwartet werden nun ein Auftragseingang von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro und ein Umsatz von 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro. Die Ebit-Marge für 2014 - also das Verhältnis von operativem Ergebnis und Umsatz - wird laut Zeschky 4 bis 5 Prozent betragen. Nordex werde sein Werk in Rostock für rund 25 Millionen Euro ausbauen, kündigte Zeschky an. Dort sind etwa 1400 Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt wolle Nordex bis 2016 rund 50 Millionen Euro in seine Kerntechnologie „Rotorblatt“ investieren. Hintergrund sind die größeren Dimensionen der Rotorblätter und zugehörigen Werkzeuge, die den Umbau der bestehenden Produktionshallen notwendig machen. Quelle: dpa
SolarworldDie Sanierung ist planmäßig abgeschlossen, die Verluste sind eingedämmt (auf 427 Mio. Euro) - jetzt müssen nur noch die Umsätze wieder fließen. Der Photovoltaikkonzern Solarworld sieht sich nach dem drastischen Kapital- und Schuldenschnitt wieder gut aufgestellt. „Wir kommen nicht nur in ruhigeres Fahrwasser, wir nehmen auch massiv Fahrt auf“, sagte Konzernchef Frank Asbeck im Mai bei der Hauptversammlung des Unternehmens in Bonn. Solarworld profitiere von dem Einstieg des Emirats Katar sowie von der Übernahme von Fertigungskapazitäten von Bosch in Thüringen. Der Unternehmenschef geht von einem Wachstum des globalen Photovoltaikmarktes aus, mit einem Schwerpunkt in Asien und in den USA. Allein im ersten Quartal seien in den USA fast so viele Neuanlagen installiert worden wie in dem rückläufigen Markt Deutschland für das ganze Jahr 2014 erwartet wird. Quelle: dpa
SMA SolarSchlechter Start ins Jahr 2014: Im ersten Quartal stand beim operativen Ergebnis des Solar-Technikherstellers ein Minus von 22 Millionen Euro in den Büchern - nach einem Verlust von 8 Millionen Euro Anfang 2013. Zudem brach der Umsatz deutlich ein. Grund dafür seien zum einen Unsicherheiten in Europa wegen der Ukraine-Krise, aber auch Projektverschiebungen in Nordamerika und Währungsturbulenzen in Indien, heißt es offiziell von SMA Solar. Auf der Hauptversammlung 2014 wurde beschlossen, für das Geschäftsjahr 2013 keine Dividende auszuschütten. Große Probleme hat das Unternehmen aber schon länger. Der Weltmarktführer bei Photovoltaik-Wechselrichtern hatte 2013 einen Verlust von rund 67 Millionen Euro eingefahren - nach einem Gewinn von 75,1 Millionen Euro 2012. Mit weiteren Sparmaßnahmen will SMA Solar nun wieder in die Gewinnzone zurückkommen. Schon im Jahr 2013 hat der Wechselrichter-Hersteller seine Kosten um 180 bis 200 Millionen Euro gesenkt. Zudem will das Unternehmen in Zukunft neue Märkte erschließen und neue Produkte einführen. „Im besten Fall“, so Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon, soll 2014 ein Ergebnisplus von 20 Millionen Euro erreicht werden. Ende Mai gab SMA Solar bekannt, das Solar-Wechselrichter-Geschäft vom Mitbewerber Danfoss komplett zu kaufen und eine strategische Partnerschaft anzustreben. Quelle: dpa
SunwaysBeim Fotovoltaik-Unternehmen aus Konstanz läuft seit Ende April das offizielle Insolvenzverfahren. Der Insolvenzverwalter hat damit begonnen, den Konzern zu zerschlagen. Als ersten Schritt zur Liquidierung beantragte Sunways am 19. Mai den Widerruf der Börsenzulassung an der Frankfurter Wertpapierbörse beantragt. Gleichzeitig trat der Vorstandsvorsitzende Hoong Khoeng Cheong zurück .Das Geschäft mit Wechselrichtern und gebäudeintegrierter Photovoltaik hat bereits der chinesische Solarkonzern Shunfeng übernommen. 40 Mitarbeiter können deshalb ihren Arbeitsplatz behalten. Alle anderen hätten ihre Kündigung bereits erhalten, teilte ein Sprecher mit. Ende 2012 waren bei Sunways noch 265 Menschen beschäftigt. Die Aktionäre müssen davon ausgehen, bei der Insolvenz komplett leer auszugehen. Sunways schrieb seit Jahren rote Zahlen und wies hohe Verluste aus. Wie im Mai bekannt wurde, waren die Geschäfte des Unternehmens schon mehrere Monate vor der Zahlungsunfähigkeit fast völlig zum Erliegen gekommen. Bereits 2013 befand sich das Unternehmen einmal in einem vorläufigen Insolvenzverfahren, nachdem mehrere Banken dem Unternehmen Kredite in Millionenhöhe gekündigt hatten. Durch eine Vergleichsvereinbarung wurde das eigentliche Insolvenzverfahren damals jedoch abgewendet. Quelle: dpa
S.A.G. Solarstrom AGDie Solarkrise hat den Anlagenbauer in die Knie gezwungen. Das Unternehmen stellte am 13. Dezember 2013 einen Insolvenzantrag. Die Solarstrom AG kann nach Ansicht des Insolvenzverwalters aber gerettet werden. Mit einer Zerschlagung des Solarunternehmens sei derzeit nicht zu rechnen, teilte eine Firmensprecherin am 16. Mai am Rande einer Gläubigerversammlung mit. Die Sanierung und die Suche nach Investoren laufe positiv und werde fortgeführt, sagte Insolvenzverwalter Jörg Nerlich. Einzelheiten hierzu nannte er nicht. Nerlich erwartet den Angaben zufolge eine Insolvenzquote von rund 50 Prozent. Ob Aktionäre Geld zurück erhalten können, sei aber weiter offen. Das Freiburger Unternehmen mit heute rund 170 Mitarbeitern zählt zu den Pionieren der Solarbranche. Es war 1999 eine der ersten börsennotierten Solarfirmen in Deutschland. Quelle: dpa
ProkonDer Windkraftanlagen-Finanzierer hat im Januar beim Amtsgericht Itzehoe Insolvenz angemeldet. Das Verfahren wurde Anfang Mai eröffnet. Die Zukunft für die insgesamt rund 1300 Beschäftigten ist ungewiss. Gut 75.000 Anleger hatten dem Unternehmen über Genussrechte rund 1,4 Milliarden Euro anvertraut. Sie müssen sich auf schmerzvolle Verluste einstellen. Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin schätzt, dass sie zwischen 40 und 70 Prozent ihres investierten Kapitals verlieren werden. Das Geschäftsmodell des von Carsten Rodbertus 1995 gegründeten Windparkbetreibers stand seit langem in der Kritik. Quelle: dpa

Die Perspektiven für den Weltmarkt sind gut. Das Marktforschungsunternehmen Lux Research aus Boston erwartet, dass sich der Preisdruck aufgrund des sich abzeichnenden Nachfragebooms bis 2015 deutlich reduzieren wird. Dann werden die Überkapazitäten auf dem Markt auf verträgliche sechs Gigawatt geschrumpft sein. Die Nachfrage soll in den kommenden zwei Jahren einen großen Sprung von aktuell 35 Gigawatt auf dann 52 Gigawatt machen.

Neben Japan und China kommen auch aus Nordamerika deutliche Wachstumssignale. Die Deutsche Bank rechnet im Rahmen einer Studie von Anfang September damit, dass sich 2015 die Nachfrage des US-amerikanischen Solarmarkts gegenüber 2013 fast verdreifachen wird: auf sage und schreibe 12 Gigawatt. 

Dieses rasante Wachstum soll überwiegend durch Solaranlagen auf Hausdächern entfacht werden. Die Experten begründen ihre bullische Zubauprognose mit den stark gefallenen Modulpreisen, weiter fallenden Systemkosten, weiter steigenden Strompreisen in den USA und durch die innovativen Finanzierungsmöglichkeiten in den USA für Solaranlagen.  

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Vor wenigen Monaten hatten die Deutschbanker schon einmal überrascht, als sie ihre Zubauprognose für 2013 von 34 auf 38 bis 40 Gigawatt erhöht hatte. Dabei spielt es fast kaum eine Rolle mehr, ob diese Prognosen bis aufs Megawatt genau eintreten werden. Eines zeigt sich jedoch überaus deutlich: Die Nachfrage wird deutlich höher sein, als noch vor einem Jahr prognostiziert. 

Weitere Wachstumsimpulse werden auch aus Ländern in Lateinamerika erwartet, etwa aus Chile und Mexico. Auch im Mittleren Osten kommt die Solar-Party langsam auf Touren, etwa in Katar und Saudi-Arabien. Dort rechnen Experten mit einer Verzehnfachung der Nachfrage.  Wenn einem rund um den Globus so viel Gutes wird beschert, dann müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn nicht irgendwann auch mal Solarworld vom Solarboom profitieren könnte.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%