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Freie Tankstellen David gegen Goliath

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Freie Tankstellen beklagen zu hohe Einkaufspreise

Ein Mann betankt sein Auto. Quelle: dpa

Eine aktualisierte Studie hält dagegen, dass die Autofahrer an der Tankstelle deutlich mehr bezahlen müssen, als es durch die hohen Ölpreise gerechtfertigt wäre. Die Belastung sei allein im März rund insgesamt 167 Millionen Euro zu hoch gewesen, errechnete der Energie-Experte Steffen Bukold im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion. Demnach sind die zusätzlichen Gewinne der Mineralölindustrie beim Superbenzin nicht primär an den Tankstellen angefallen, sondern in deren Raffinerien.

Das Bundeskartellamt hatte am vergangenen Mittwoch ein Verfahren gegen die fünf großen Mineralölkonzerne BP, Esso, Jet, Shell und Total eingeleitet. Sie werden verdächtigt, freien Tankstellen Kraftstoffe zu Preisen verkauft zu haben, die über den Preisen der eigenen Endkunden liegen. Mehrere freie Tankstellen hatten sich beim Amt beschwert: Sie müssten bei den Raffinerien der Ölkonzerne mehr bezahlen, als die Stationen der Konzerne später vom Autofahrer verlangten. Das Bundeskartellamt warnte allerdings vor zu hohen Erwartungen. Die Behörde hatte erst im Mai 2011 die Ergebnis einer großen Untersuchung der Ölbranche veröffentlicht. Illegale Preisabsprachen hatte sie nicht festgestellt.

Allerdings geht das Kartellamt von einem Oligopol der fünf großen Mineralölkonzerne aus, das mit einem Trick die Preise koordiniere: Ein Konzern erhöht demnach die Preise. Die anderen sehen die Erhöhungen an den Anzeigetafeln und zögen nach. Verbotene Absprachen seien somit gar nicht erst nötig.

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