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Gas-Tarife im Vergleich Gasanbieter-Wechsel spart bis zu 900 Euro im Jahr

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Leicht verdientes Geld

Bei den Tarifen ohne Bonus landet der Anbieter Grünwelt mit seinem Tarif Grüngas Classic besonders oft vorne. Hinter Grünwelt steht das Unternehmen Gas.de, das eng mit dem Stromanbieter Stromio verbandelt ist. Stromio genießt bei Verbraucherschützern nicht den besten Ruf. Wiederholt gab es etwa Beschwerden über versteckte Preiserhöhungen. Für Gas.de zeigen Beschwerdeportale wie Reclabox aber keine auffälligen Beschwerdewerte an.

Die Rangliste der Biogas-Tarife wird vom Anbieter Montana angeführt, einem seit Jahrzehnten am Markt aktiven mittelständischen Familienunternehmen der Familie Koburger aus Grünwald. Auch hier sind die Beschwerdestatistiken unauffällig. Biogas, das zum Beispiel aus der Vergärung von Biomasse entsteht, spielt im Markt aber keine große Rolle. Nur eine einstellige Prozentzahl der Wechsler bei Verivox schließt einen Biogas-Tarif ab. Im Ranking werden Tarife geführt, in denen wenigstens zehn Prozent des Gases derart „bio“ ist. Sogenannte Klimagas-Tarife – bei denen der CO2-Ausstoß zum Beispiel durch den Kauf von Zertifikaten oder durch Investitionen in Umweltschutzprojekte ausgeglichen werden soll – überzeugen mehr Kunden. Etwa einer von fünf Verivox-Wechslern entscheidet sich für einen solchen Tarif. Im Ranking werden diese Tarife gemeinsam mit den herkömmlichen Gastarifen ohne CO2-Ausgleich geführt. Zu diesen Tarifen zählt zum Beispiel der eprimo-Tarif Prima Klima. Der Anbieter verspricht, in die Aufbereitung von sogenanntem Grubengas zu investieren. Grubengas ist Methan, das aus stillgelegten Steinkohlezechen austritt. Methan ist besonders umweltschädlich, deutlich schädlicher als Kohlenstoffdioxid. Daher soll mit dem Klimaschutzprojekt vermieden werden, dass das Methan in die Atmosphäre gelangt.

Ob Kunden eher einen Tarif mit oder ohne Bonus abschließen sollten, ist ein ewiger Glaubensstreit unter Sparfüchsen. Klar ist: Bonustarife sind meist im ersten Jahr besonders günstig. Im zweiten Jahr – ohne den Neukundenbonus – steigen die Kosten dann automatisch. Kunden müssten unter Umständen erneut wechseln, um weiter zu sparen. Tarife ohne Bonus verteuern sich nicht automatisch. Aber auch hier kann der Anbieter die Preise, je nach vereinbarter Preisgarantie, erhöhen. Bei Preiserhöhungen des Anbieters steht Kunden allerdings immer ein Sonderkündigungsrecht zu. Im Endergebnis können Kunden, die auch ein jährlicher Wechsel nicht schreckt, durchaus auf Bonustarife setzen. Verbraucher, die eher einen dauerhaft günstigen Tarif wünschen, sollten zumindest Tarife mit hohen Boni meiden. Diese verteuern sich nach dem Wegfall des Bonus stark und wären dann unattraktiv.

Die fairsten Gasanbieter
Welche Anbieter in den 100 größten Städten mit fairen und günstigen Gastarifen überzeugen
Kategorie: Normalgas ohne Bonus
Anbieter/
Tarif*
Top-
Platzierungen
**
Preis 1. Jahr
(in Euro)
***
Ersparnis
(in Euro)
****
Tarif-
Rating
*****
Single
(5000 kWh/Jahr)
Knauber Erdgas/
Knauber Erdgas Sicher 12
84352,10107,602,2
eprimo/
eprimoGas PrimaKlima
77355,60106,572,3
Montana Energieversorgung/
Montana Garant 12
36350,00104,001,7
Paar
(12.000 kWh/Jahr)
Grünwelt/
Grüngas Classic
96689,14253,482,3
Knauber Erdgas/
Knauber Erdgas Sicher 12
86694,71249,242,2
Montana Energieversorgung/
Montana Garant 12
40698,93260,791,7
Familie, 2 Kinder
(18.000 kWh/Jahr)
Grünwelt/
Grüngas Classic
96965,03377,552,3
Stadtwerke Flensburg/
Flensburg exzellent
67966,34362,722,1
Maingau Energie/
Maingau Gas Regio
57977,15366,641,8
Großfamilie
(20.000 kWh/Jahr)
Grünwelt/
Grüngas Classic
971059,40421,512,3
Stadtwerke Flensburg/
Flensburg exzellent
781057,84407,112,1
Maingau Energie/
Maingau Gas Regio
521073,58404,781,8
* gewertet wurde der günstigste Tarif eines Anbieters je Verbrauchsstufe und Stadt, ausgeschlossen wurden: 1. Tarife mit Vorauskasse/Kaution, 2. Anbieter mit einem durchschnittlichen Tarif-Rating schlechter als 2,3 sowie 3. Tarife mit einem Rating schlechter als 2,3;
** Anzahl Top-3-Platzierungen in den 100 größten Städten; 3 Durchschnitt in Städten mit Top-3-Platzierung;
**** durchschnittliche Ersparnis in Städten mit Top-3-Platzierung gegenüber dem Grundversorgungstarif des lokalen Anbieters;
***** in Schulnoten von 1,0 (sehr gut) bis 5,0 (mangelhaft); bewertet wurden Vertragsbedingungen (wie Preisgarantien, Laufzeit, Kündigungsfrist) und Kundenservice (etwa Erreichbarkeit, Onlineportal)
Daten: www.verivox.de
Quelle: WirtschaftsWoche; Stand: September 2019

In den kommenden Monaten ist am Gasmarkt eher mit weiter steigenden Preisen zu rechnen. Dabei hätten die Gasanbieter eigentlich Spielraum für Nachlässe. Denn ihre Einkaufspreise sind in den vergangenen Monaten um mehr als die Hälfte gesunken. Und die vom Anbieter beeinflussbaren Preisbestandteile (Einkaufs- und Vertriebskosten sowie die eigene Gewinnmarge) machen beim Gas rund die Hälfte des Gesamtpreises aus, während sie zum Beispiel bei Strom nur für etwa ein Viertel des Gesamtpreises stehen. „Anstiege und Senkungen im Gasgroßhandel kommen aber oft erst Jahre später beim Verbraucher an“, erklärt Verivox-Experte Vogel. Erst zur übernächsten Heizperiode könnte Gas dann wieder günstig werden, erwartet Vogel, wenn die Einkaufspreise weiter nachgeben.

Unabhängig vom allgemeinen Trend gibt es zwischen den einzelnen Städten große Preisunterschiede. Hier können sich zum Beispiel lokale Faktoren auswirken, wie Netzentgelte oder die Konkurrenzsituation. Am wenigsten müsste die Familie mit zwei Kindern und 18.000 Kilowattstunden Gas-Jahresverbrauch beim günstigsten Anbieter (eprimo) in Berlin zahlen, knapp 800 Euro. Die Ersparnis durch den Anbieterwechsel wäre hier aber geringer als in Schwerin. Gegenüber dem Grundtarif des Berliner Grundversorgers Gasag würde der Haushalt rund 470 Euro im Jahr sparen. Am wenigsten lohnt sich der Wechsel für eine Familie in Bielefeld. Schon die lokalen Stadtwerke Bielefeld sind relativ günstig, sodass der Wechsel zum günstigsten Lieferanten (hier EnBW) nur noch 230 Euro zusätzliche Jahresersparnis bringen würde.

Aber auch das wäre leicht verdientes Geld.

Die fairsten Gasanbieter
Welche Anbieter in den 100 größten Städten mit fairen und günstigen Gastarifen überzeugen
Kategorie: Biogas* ohne Bonus
Anbieter/
Tarif**
Top-
Platzierungen
***
Preis 1. Jahr
(in Euro)
****
Ersparnis
(in Euro)
*****
Tarif-
Rating
******
Single
(5000 kWh/Jahr)
Montana Energieversorgung/
Montana Garant 12 Biogas
99395,5567,921,7
SE Sauber Energie/
Sauber Gas Bio 10
97392,7070,732,2
Naturstromhandel/
Naturstrom Biogas 10
50416,3057,102,2
Paar
(12.000 kWh/Jahr)
Montana Energieversorgung/
Montana Garant 12 Biogas
100772,92172,541,7
SE Sauber Energie/
Sauber Gas Bio 10
98786,20160,222,2
Baywa Ökoenergie/
Ökogas 12 Bioflex 10
65800,07128,691,8
Familie, 2 Kinder
(18.000 kWh/Jahr)
Montana Energieversorgung/
Montana Garant 12 Biogas
1001087,44258,271,7
SE Sauber Energie/
Sauber Gas Bio 10
981119,23227,202,2
Baywa Ökoenergie/
Ökogas 12 Bioflex 10
701139,28184,611,8
Großfamilie
(20.000 kWh/Jahr)
Montana Energieversorgung/
Montana Garant 12 Biogas
1001195,19283,431,7
SE Sauber Energie/
Sauber Gas Bio 10
971231,44245,122,2
Baywa Ökoenergie/
Ökogas 12 Bioflex 10
711251,91199,691,8
* nur Tarife mit mindestens 10% Biogasanteil
** gewertet wurde der günstigste Tarif eines Anbieters je Verbrauchsstufe und Stadt, ausgeschlossen wurden: 1. Tarife mit Vorauskasse/Kaution, 2. Anbieter mit einem durchschnittlichen Tarif-Rating schlechter als 2,3 sowie 3. Tarife mit einem Rating schlechter als 2,3;
*** Anzahl Top-3-Platzierungen in den 100 größten Städten; 3 Durchschnitt in Städten mit Top-3-Platzierung;
***** durchschnittliche Ersparnis in Städten mit Top-3-Platzierung gegenüber dem Grundversorgungstarif des lokalen Anbieters;
****** in Schulnoten von 1,0 (sehr gut) bis 5,0 (mangelhaft); bewertet wurden Vertragsbedingungen (wie Preisgarantien, Laufzeit, Kündigungsfrist) und Kundenservice (etwa Erreichbarkeit, Onlineportal)
Daten: www.verivox.de
Quelle: WirtschaftsWoche; Stand: September 2019
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