Gasförderer Novatek - das flinke Wiesel neben Gazprom

Ein bisher wenig bekannter Gasförderer aus Russland - Novatek - soll demnächst Gas an die baden-württembergische EnBW liefern. Über die Öffnung nach Westen.

Mit Novatek baut der russische Staat nun neben Gazprom einen weiteren Gasförderer auf. Quelle: dpa

Neben dem dominanten russischen Gazprom-Konzern wächst ein weiterer heran, das Unternehmen Novatek, das seit ein paar Jahren vom russischen Staat reichlich Förderlizenzen bekommt und auch in das Geschäft mit Flüssiggas (LNG) eintritt. Der russische Staat hat dabei ein Ziel im Auge: Gazprom soll der mächtige Platzhirsch sein, Novatek das schnelle Wiesel, das mit flinken Entscheidungen auf Marktanteile erpicht ist und sich nicht auf seinem bisher angefressenen Polster ausruht.

Selbstgefälligkeit war bisher das Markenzeichen von Gazprom. Bisher machten sich die Gazprom-Manager lustig über die weltweite Shale-Gas- (Schiefergas-)förderung, besonders in den USA. Doch mittlerweile sind die USA mit Hilfe des Schiefergases autark und damit ergießt sich eine Gasschwemme über die asiatischen und europäischen Märkte. Europäische Energieunternehmen haben daher den Import von russischem Gas heruntergefahren oder stehen mit der Forderung nach Preissenkung auf der Matte der Gazowikis, wie die Gazprom-Manager genannt werden.

Russisch-Französische Partnerschaft

Novatek soll die russische Energiebranche unabhängig von Gazprom schneller machen, wenn es um Reaktionen auf neue Trends geht. Dabei greifen die Novatek-Manager auch auf ausländische Partner zurück. So ist Novatek mit dem französischen Energiekonzern Total im vergangenen Jahr eine strategische Partnerschaft eingegangen. Die Franzosen beteiligen sich nicht nur an einem Großprojekt auf der Halbinsel Jamal, sondern beteiligen sich direkt an Novatek. Total übernahm 12,08 Prozent, der Anteil ist ausbaubar. Vier Milliarden Euro kostete die erste Tranche.

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Es gibt weitsichtige Analytiker der Bankenszene, die in dem Aufbau von Novatek, der von der russischen Regierung begünstigt wird und seine Öffnung nach dem Westen ein ganz anderes Ziel hat. Ein UBS-Analytiker glaubt, dass Novateks Erfolg letztlich Gazprom als Konglomerat auflösen und entflechten soll. Total soll dabei helfen, und auch die neuen Partner als Abnehmer im Westen werden ihren Beitrag dazu leisten. Dazu gehört offenbar nun auch EnBW als Novatek-Kunde.

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