WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Gasleck Ölmulti Total am Rande der Katastrophe

Seite 3/3

Teure Katastrophe

Im April kam es auf der Ölplattform

Denn hinzu kamen die gewaltigen Kosten der Ölpest am Golf von Mexico. Auf Druck der US-amerikanischen Regierung hin schüttete BP ab Mitte 2010 drei Quartale lang keine Dividenden an die Aktionäre aus. Kurz nach dem Ende des Ölaustritts sprach BP von bis dahin angelaufenen Kosten der Ölpest von 2,5 Milliarden Euro, der Aktienkurs des britischen Ölmultis halbierte sich. BP kündigte im Juli 2010 an, Unternehmensanteile in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar zu verkaufen, um Kosten im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe zu finanzieren. Sogar der Verkauf der deutschen Tochter Aral wurde in Betracht gezogen. Bis März 2011 hatte BP 41 Milliarden Dollar an Rückstellungen gebildet. 19 Milliarden Dollar davon hatte der Konzern bis dahin für die Beseitigung der Ölkatastrophe ausgegeben.

Selbst Umweltschützer stufen die Lage vor Schottland als weniger kritisch ein, da noch kein schweres Öl, sondern nur flüchtiges Gas entweicht. Dennoch hat die Total-Aktie seit Bekanntwerden des Gaslecks auf der  „Elgin“ acht 6,6 Prozent eingebüßt.

Selbst wenn Total eine Gasexplosion erspart bleibt, ist das Thema Umweltschäden damit noch nicht vom Tisch. Umweltschützer fürchten, dass die potenziell explosive Kohlenwasserstoffverbindung auch hochgiftige Schwefelverbindungen enthält, die alles Leben abtöten. Auch die Kohlenwasserstoffe sind potenzielle Klimakiller, so Lutter.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Totals Erfahrungen mit dem Unglück

    Erfahrung mit Unglücken und Vorwürfen von Umweltschützern hat Total zur Genüge. Einen gewaltigen Schaden erlitt der Konzern durch die Havarie des Tankschiffs „Erika“ vor der französischen Atlantikküste im Jahr 1999. Sie löste eine Ölpest aus, Total zahlte rund 200 Millionen Euro für das Säubern von Stränden und Wiedergutmachung. Einen Milliardenbetrag an Entschädigungen kostete Total die Explosion in einer Düngemittelfabrik bei Toulouse, die einer Tochter gehörte. 31 Menschen kamen 2001 bei der schlimmsten Chemie-Katastrophe Frankreichs ums Leben, 2500 wurden verletzt.

    Energie



    An der Börse ist Total nach dem Kursverlusten der vergangenen Tage jetzt noch 89,3 Milliarden Euro wert, vor dem Unfall waren es 97 Milliarden Euro. Konkurrent BP ist heute - zwei Jahre nach der Ölkatastrophe - mit 116 Milliarden Euro immer noch niedrig bewertet. Die Briten haben sich von den Kursverlusten bis heute nicht erholt. Vor der Deepwater-Horizon-Katastrophe war der Ölmulti noch rund 30 Prozent höher an der Börse bewertet.

     

    Inhalt
    Artikel auf einer Seite lesen
    Zur Startseite
    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%