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Gastronomie in der Coronakrise Der Hype um Heizpilze

Wegen der Corona-Beschränkungen fürchten Gastronomen bei kälteren Temperaturen um ihr Geschäft - viele setzen auf Heizpilze Quelle: AP

Gastronomen werden im Winter mehr Gäste als üblich in den Außenbereichen bewirten. Die Nachfrage nach gasbetriebenen Heizpilzen boomt, Hersteller wittern schon das Geschäft ihres Lebens.

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„Es ist gerade schwer, der Nachfrage Herr zu werden“, berichtet Jan Motschull. Er sitzt in der Geschäftsleitung des Unternehmens Manke Tech aus dem ostwestfälischen Verl. Der Mittelständler hat sich seit zehn Jahren unter der Marke „Vasner“ auf die Herstellung von Infrarotheizstrahlern spezialisiert. Ende August beginne stets die Hauptsaison für die Hersteller von Heizstrahlern, dieses Jahr beobachte das Unternehmen aber ein massiv gestiegenes Interesse. „Wir haben gerade außerordentlich viel zu tun“, betont Motschull. Die steigende Nachfrage komme gleichermaßen von Privatkunden und aus der Gastronomie.

Wegen der Corona-Beschränkungen fürchten Gastronomen bei kälteren Temperaturen um ihr Geschäft. Um die Außenbereiche für Gäste attraktiver und vor allem wärmer zu gestalten, setzen viele Café- und Restaurantbesitzer auf gasbetriebene Heizpilze. Deren Hersteller berichten von einer deutlich steigenden Nachfrage. Einige kommen mit der Produktion fast nicht mehr hinterher, die Lager sind teilweise leer. Viele Kommunen haben die Gasheizstrahler aber verboten, weil sie hohe Mengen des klimaschädlichen Kohlendioxids ausstoßen.

Diese Regeln gelten für Heizpilze

Der deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fordert dennoch die bundesweite Zulassung von gasbetriebenen Heizpilzen, um mehr Gäste in die Außenbereiche zu locken. Dort könnten die Abstandsregeln besser eingehalten werden. Zuletzt hatte sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet der Forderung angeschlossen. Mit elektrischen Infrarotheizstrahlern gibt es aber auch eine emissionslose Alternative zu den gasbetriebenen Heizpilzen.

Die elektrischen Heizstrahler stoßen kein klimaschädliches Kohlendioxid aus, das bei der Verbrennung von Propangas entsteht. Allerdings haben die Infrarotheizstrahler einen hohen Stromverbrauch. Nur bei der Verwendung von Ökostrom wären sie also klimaneutral. „Es gab in den vergangenen Jahren einige Fortschritte in der Infrarottechnik“, sagt Motschull.



Ältere Quarzstrahler seien sehr ineffizient gewesen. Moderne Infrarotstrahler besäßen hingegen meist Heizröhren aus Carbon. „Die haben eine sehr gute Wärmeausbeute.“ Außerdem habe die Branche mehr in das Design investiert. „Früher waren elektrische Heizstrahler ziemlich hässlich. Das hat natürlich einige Kunden abgeschreckt.“

Manke Tech war eines der ersten deutschen Unternehmen, das sich auf Infrarotheiztechnik spezialisiert hat. Damals war der Markt noch sehr klein, berichtet Motschull. Die Folgen der Pandemie hätten der Branche jetzt einen deutlichen Schub gegeben. „Wir merken, dass der Markt zunehmend interessanter für andere Unternehmen wird.“


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Auch das mittelständische Unternehmen Welltherm aus Lüdenscheid hat sich unter anderem auf die Herstellung von Infrarotheizstrahlern spezialisiert. Die Nachfrage von Privatkunden sei aktuell außergewöhnlich hoch, berichtet Geschäftsführer Hrisovalandis Stamenitis. Gastronomen hielten sich hingegen wegen ihrer Umsatzeinbußen noch mit Investitionen zurück. „Erfahrungsgemäß kaufen die Kunden aber dann die meisten Heizstrahler, wenn es das erste Mal tatsächlich kalt wird. Das sind häufig Spontankäufe.“ Er rechnet daher damit, dass die Nachfrage mit sinkenden Temperaturen noch stärker steigen wird.

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