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Gewinnabführungsvertrag kann eingetragen werden AMS ist bei Osram am Ziel

Mehrere Osram-Aktionäre hatten gegen die Vereinbarung geklagt, was zu Verzögerungen geführt hatte. Quelle: dpa

Erfolg für den österreichischen Sensorspezialist AMS bei Osram: Der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag könne kurzfristig eingetragen werden, teilten die Österreicher am Dienstag mit.

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Der österreichische Sensorspezialist AMS ist beim Münchner Lichtkonzern Osram am Ziel. Der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag könne kurzfristig eingetragen werden, teilten die Österreicher am Dienstag mit. Sobald die Eintragung erfolgt sei, werde dies bekanntgegeben. „Erfreuliches kann ich berichten vom Status der Klagen gegen den Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag“, sagte der scheidende Osram-Chef Olaf Berlien bei der Hauptversammlung.

Mehrere Osram-Aktionäre hatten gegen den Vertrag geklagt, was eine Eintragung im Handelsregister zunächst verhindert hatte. Berlien sagte, ihm lägen keine Angaben dazu vor, ob diese Aktionäre das Umtauschangebot angenommen hätten. Die Osram-Hauptversammlung hatte dem Beherrschungsvertrag Anfang November zugestimmt. AMS will sich mit dem Vertrag Zugriff auf die Finanzmittel von Osram verschaffen - auch, um die Schulden für die mehr als vier Milliarden Euro schwere Übernahme zu tilgen.

Inzwischen sei der Planungsprozess für die Integration weit vorangeschritten, sagte Berlien. So seien die Managementebenen benannt und das Steuerungsmodell verabschiedet. Fast die vollständige Führungsebene von Osram habe eine vergleichbare Position im gemeinsamen Unternehmen gefunden. Berlien verlässt das Unternehmen allerdings zum Monatsende. Sein Nachfolger wird der AMS-Finanzvorstand Ingo Bank, der den Osram-Spitzenjob zusätzlich zu seinen Aufgaben bei AMS übernimmt.

Als Reaktion auf die Corona-Krise hatte Osram massiv auf die Kostenbremse gedrückt. Auch die Investitionen seien nicht verschont geblieben, sagte Finanzchefin Kathrin Dahnke: Diese seien im vergangenen Geschäftsjahr mit knapp 100 Millionen Euro deutlich unter dem Niveau des Vorjahres geblieben. „Dieses niedrige Investitionsniveau wird eine Ausnahme bleiben“, sagte sie: Der Rückgang sei vor allem dem Ausnahmejahr 2020 geschuldet gewesen.

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Osram erholt sich unterdessen schneller von der Pandemie als erwartet. Berlien bekräftigte die Prognose, wonach der Umsatz um zehn bis 14 Prozent zulegen dürfte und eine bereinigte operative Umsatzrendite von zwölf bis 15 Prozent erwartet werde. Im ersten Quartal (Oktober bis Dezember) lag der Umsatz mit rund 840 Millionen Euro auf Vorjahresniveau, das bereinigte Ebitda war mit 162 Millionen Euro 42 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das Geschäftsjahr bei Osram läuft bis Ende September. Im Zusammenhang mit der Übernahme durch AMS soll das Geschäftsjahr umgestellt werden, so dass es ab kommendem Jahr mit dem Kalenderjahr übereinstimmt.

Mehr zum Thema: Rechtsanwalt Tobias Reiter erklärt, warum Osram auch weiter einen eigenständigen Vorstand braucht.

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