Greenpeace fliegt aus Bieterverfahren Vattenfall-Braunkohle geht nicht an Umweltschützer

Einige dachten, es handele sich um einen PR-Gag, als Greenpeace Interesse an der Braunkohle-Sparte von Vattenfall bekundete. Nun flog die Umweltorganisation nach eigener Aussage aus dem Bieterverfahren.

Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace stehen an einem Aussichtspunkt des Braunkohletagebaus Welzow-Süd Quelle: dpa

Greenpeace ist nach eigenen Angaben im Bieterverfahren um den Verkauf der Lausitzer Braunkohle-Sparte von Vattenfall aus dem Rennen. Der Ausschluss sei von der mit dem Verkauf beauftragten Bank Citigroup mitgeteilt worden, hieß es am Montag von der schwedischen Landesorganisation. Die Bank gab auf Nachfrage keinen Kommentar dazu ab. Laut Umweltaktivisten wurde als Grund genannt, dass Greenpeace Nordic nicht beabsichtige, als Bieter aufzutreten.

Greenpeace schwebt ein Stiftungsmodell vor, dessen Startkapital Vattenfall liefern soll. Die Braunkohle-Verstromung in der Lausitz soll dann bis spätestens 2030 beendet werden. Zugleich soll verhindert werden, dass vorher weitere Gruben in Brandenburg und Sachsen aufgeschlossen werden.

Greenpeace-Managerin Annika Jacobson sagte: „Mit unserem Stiftungsmodell haben wir eine realistische Möglichkeit entwickelt, um weitere ökologische Schäden zu vermeiden und soziale Härten aufzufangen, indem wir einen nachhaltigen Strukturwandel in der Region anstoßen.“ Greenpeace will sich jetzt mit einem offenen Brief an die schwedische Regierung wenden. Damit soll den Angaben zufolge erreicht werden, dass Umweltaspekte im Verkaufsprozess stärker berücksichtigt werden.

Derzeit betreibt der Vattenfall-Konzern, der zu 100 Prozent dem schwedischen Staat gehört, fünf Gruben und mehrere Kohle-Kraftwerke in der Lausitz. Seit einem Jahr ist bekannt, dass die Sparte abgestoßen werden soll. Neben Greenpeace hatten auch zwei tschechische Unternehmen ihr Interesse öffentlich bekundet. Wie viele Bieter es tatsächlich gibt, ist unklar. Ein Käufer soll voraussichtlich im nächsten Jahr feststehen.

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Der Energiekonzern äußerte sich zum aktuellen Stand nicht. Ein Sprecher sagte: „Es ist ein vertraulicher Verkaufsprozess, deshalb werden wir zu Bietern keine Aussagen machen.“

Das sächsische Wirtschaftsministerium erneuerte die Forderung an einen neuen möglichen Eigentümer, allen Verpflichtungen in der Region nachzukommen. Dabei gehe es auch um den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Renaturierung von Kohlegruben. In der Braunkohle-Industrie in der Lausitz arbeiten rund 8000 Menschen.

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